LKW Maut auf der Balkanroute – Deutschland Iran / 6 Länder

Auf dem Weg in den Iran passiert man die Länder Tschechien, Slowakei, Ungarn, Serbien oder Rumänien, Bulgarien und die Türkei. Alle haben ein jeweils eigenes System, um die LKW Fahrer (mehr oder weniger) abzukassieren. Daher schreibe ich im folgenden auf, wie es bei mir gelaufen ist.

Mein Erfahrungsbericht ist aber nicht vollständig, da z.B. in der Slowakei unklar war, in welche Kategorie ich mit meinem LKW mit Wohnkabine falle. Vielleicht kriege ich in den nächsten Monaten auch noch Post mit Strafzetteln, weil ich was falsch gemacht habe – unklar. Im Grunde müßte man die Route mehrmals fahren, um die Fakten zu härten.

Ein LKW Fahrer, der beruflich ständig auf dieser Strecke unterwegs ist, wüßte vermutlich mehr. Aber Trucker betreiben leider nur selten Blogs.

Tschechei

Die LKW Maut wird über eine Onboard Unit, die sogenannte Premd Box, erfaßt. Diese habe ich direkt hinter der Grenze hier erworben: 50.712662 / 13.968688

Die Box wird per Kreditkarte bezahlt, für den Weg in die Slowakei habe ich ca 105 Euro bezahlt. Gelegentlich kommt eine Maut Erfassungs Brücke, dort piepst die Box dann. Teuer, aber insgesamt unproblematisch.

Die Rückgabe war kurz vor der Ausreise hier möglich: 48.726340 / 16.981440

Diese Box deponiert man gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe.

Slowakei

In die Slowakei bin ich Nachts eingereist. Hier war leider unklar, ob ich ein LKW bin oder ein Wohnwagen. Nachdem ich ein paar Mal zwischen den beiden Verkaufsstellen mit unterschiedlich von mir begeisterten Beamten hin und her gewandert bin, wurde ich dann als Caravan eingestuft. Das sind dann 10 Euro für eine Woche. Koordinaten: 48.679639 / 16.985730

Ungarn

Die Route wird am Terminal geplant, das kann man vorab von zu Hause per Internet erledigten oder man findet sich in Ungarn angekommend auf diesem Parkplatz ein: 48.007182 / 17.177782

Die Erfassung erfolgt dann anhand vom Nummernschild per Video. Ich bin mit dem Terminal zunächst nicht klar gekommen und bin einer zum Schluss komplett von mir gestressten Frau mit lila Haaren so lange auf die Nerven gegangen, bis die Route drin war.

Knackpunkt ist, Start und Endpunkt genau einzugeben, bei mir war es RAJKA als Startpunkt und RÖSZKE als Endpunkt. Kostenpunkt 64 Euro und man hat nur 24 Stunden Zeit, die Route abzufahren. Die Frau mit den lila Haaren war sichtlich froh, mich wieder los zu sein, aber ich hab mir dieses System schießlich nicht ausgedacht. Auf Verdacht habe ich 7,5 Tonnen und Euro 2 eingetippt, was den Fahrzeugpapieren so schon einmal nicht zu entnehmen war. Englisch konnte die guteste nicht, dafür gebrochen Deutsch. Ihren beruflichen Frust über die undankbare Aufgabe, den Truckern aus allen Herren Ländern das ungarische Mautsystem auseinanderzusetzen kann ich gut nachvollziehen. Umständlich, teuer, kompliziert.

Hoheitszeichen, was soll das nun wieder sein ? Bei uns ist die Monarchie doch abgeschafft. Bei mir war dann H für Hannover richtig.

Serbien

Leider muss ich Serbien aus Sicht eines LKW Fahrers als kleinen, mistigen Kackstaat bezeichnen. Die haben mich nicht reingelassen.

Mein Fahrzeug ist deutlich als das eines Touristen zu erkennen. Aber meinen ausgebautem 7,5er LKW wollten sie in der Schlange der nomalen Autos nicht haben. Vorne angekommen, was auch schon zwei Stunden gedauert hat, wurde ich gezwungen umzudrehen, um mich in der LKW Schlange anzustellen. Worauf ich verzichtet habe. Die LKW Schlange ist etwa 10 Kilometer lang und ich konnte in der „schnelleren“ PKW Schlange beobachten, daß dort 10 Fahrzeuge pro Stunde abgefertig werden. Macht hochgerechnet 3 bis 4 Tage bis zur Einreise inklusive der Übernachtung dort im wilden Westen Serbiens auf dem nach Pisse stinkenden Standstreifen der Serben Autobahn. Besonders schnell arbeitet nun die dort nicht.

Vielleicht war es einfach nur Pech. Bei mir hat sich so eine blonde Zicke mit drei Sternen an der Jacke als ganz toughe aufgespielt. Ihre männlichen Kollegen hatten keine drei Sterne. Sie sahen auch eher versöhnlich aus.

Es gibt ein paar Kilometer weiter noch einen kleinen Grenzübergang, an dem überhaupt nichts los ist – und zwar in der Nähe von Tiszasziget. Aber der geht nur bis 3,5 Tonnen. Wer ein Wohnmobil bis 3,5 hat, kann dort ein paar Stunden warten einsparen. Wie es mit der LKW Maut bei den Erben von Slobodan Milosevic in Serbien aussieht, kann ich daher nicht berichten. Ich kann statt dessen nur hoffen, daß sie sich baldigst in die EU reinmogeln und die Grenzen entschärft werden. Ich bin statt dessen nach Rumänien gefahren. Serbien kann ich weder als Urlaubsland noch als Transitland empfehlen.

Rumänien

Einreise in Kiszombori / Cenad, das ist dort bis exakt 7,5 Tonnen möglich. Nix los und völlig unproblematisch. Direkt an der Grenze ist eine kleine Bezahlstation für die LKW Maut, bei 46.154154 / 20.470758. Pro Tag 5 Euro, pro Woche 20 Euro.

Wer etwas Zeit hat: bei 46.134224 / 21.182247 ist ein Kloster mit riesen Parkplatz. Übernachtung unproblematisch, mit WC und Wasser, am Sonntag wird man von den Gesängen der Mönche geweckt. So gehts doch auch.

Direkt an der Grenze ist rechts ein kleines Häuschen für die LKW Maut

Bulgarien

Die Registrierung / Entrichtung der LKW Maut ist an jeder Tankstelle möglich. Pro Tag habe ich 23 LEW bezahlt, was etwa 12 Euro entspricht. Das Nummernschild wird unterwegs per Video erfaßt.

Ein sehr guter Campingplatz kurz vor der Türkischen Grenze ist bei Biser, Koordinaten sind 41.8707 / 25.9916

Türkei

Ich bin von Bulgarien aus bei Edirne in die Türkei eingereist. Dort kommt erst eine Petroline Tankstelle und dann ein kleines PTT / HGS Büro für die LKW Maut. Ich hab meine Route exakt angegeben und 19,-Euro für eine Funk Chip Karte bezahlt. Leider weiss ich nicht, ob es eine zeitliche Begrenzung gibt.

Der Anbieter war in meinem Fall dann HGS, zur Erfassung der Strecke muss man dann jeweils bei der Station von HGS durchfahren. Es gibt noch einen zweiten Anbieter in der Türkei. Einmal hat die Station Alarm ausgelößt, warum, weiss ich nicht. Das Problem hatten auch andere Trucker. In der Türkei gibt es Wiegestationen, die ich immer schön ausgelassen habe. Und in Istanbul bin ich versehentlich über die neue Brücke gefahren, die für LKW aber gesperrt ist. Es ist zur Zeit unklar, ob wegen dieser ganzen Sachen noch ein Strafzettel kommt. Die 19,- Euro kann man für die mehr als 2000 km lange Strecke quer durch die Türkei als sehr günstig bezeichnen.

Mit Klebesticker für die Windschutzscheibe. Die Beamten der Autobahn waren ausnahmslos höflich und nett zu mir als herumziehenden Touristen.

*** endlich im Iran ***

So Leute, das beste kommt zum Schluss ! Der Iran hat keine LKW Maut und einmal volltanken kostet 10 Euro ! Und das Wort Paradies kommt aus dem Persischen !

Die Einschränkung ist natürlich, daß manche Autobahnabschnitte eine Maut für alle haben. Aber das kosten umgerechnet meist weniger als 50 cent. Und zum tanken braucht man eigentlich eine Diesel Chip Karte, aber die Tankwarte und die iranischen Trucker sind sehr hilfsbereit und finden meist eine Lösung.


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