Norwegen 2018 – unterwegs mit den könnenwirnintendo Kids (Teil 3)

Nach dem längeren stehen in der Natur wollten wir alle unter eine richtige Dusche, Wasser tanken, das Chemie Klo leeren und unser Abwasser loswerden. Wir waren daher erneut auf der suche nach einem Campingplatz, und den bitte nicht zu überfüllt.

So bin ich von der 415 runter auf eine neu gebaute Strasse Richtung einem ausgeschilderten Campingplatz, nur 8 km. Nach 4 km war es nur noch eine Schotterstrasse (Fv92) und ausgeschildert war auch nur noch „Natur Camping“ auf einem gemalten Holzschild.

So haben wir dann zum Ufsvann gefunden und dem lost campingplace dort mitten im Nirgendwo.

https://www.google.de/maps/place/58%C2%B043’57.8%22N+8%C2%B039’40.0%22E/@58.732732,8.6589303,17z

Erster Eindruck: eine deutsche Familie kurvt mit ihrem gemieteten Camper soeben wieder raus und meint: traumhafte Lage, aber kein Service und alles im Eimer. Das alles, während ich gerade angehalten hab, um in einem Haus nach dem Weg zu fragen. Der norwegische Nachbar meinte dann aber, Wasser können wir von ihm haben, Fische fangen wäre umsonst, die Boote vom Steg könnten wir uns auch leihen und er kommt kurz mit.

Letztendlich war dieser Campingplatz ein ziemlicher Glücksgriff und wir sind dort die verbleibenden 3 Nächte geblieben. Baden im See, endlich Mal mit einem richtigen Boot fahren (nicht nur Schlauchboot), nur Fisch fang Technologie hatten wir nicht dabei und trotz dem Crash Kurs im Oevere Birtedal immer noch keine richtige Ahnung, wie man so ein Wesen umbringt und verzehrfertig macht. Aber das würde ich ja gewiss noch im Laufe der Zeit lernen, genau so, wie ich LKW Fahren gelernt hatte.

 

Bezahlt haben wir nix, aber dafür hab ich den Leuten dort ihren Steg repariert. Ich hab den abgerissenen Einstieg, der halb im Wasser hing, gerade gedengelt und alles mit zurecht gesägten Brettern und Schrauben von einem weiteren Hüttenbesitzer dort n der Nähe einmal richtig festgeschraubt.

Ein bischen gewundert haben sich die Nachbarn, die mir Teile gegeben haben, schon. Der Akkuschrauber war ja noch plausibel, aber wo hat der jetzt den Strom für seine Stichsäge her ? Und überhaupt, was schleppt der Tysk (norwegisch für Deutscher) eine Stichsäge mit sich herum ? 

Dort ist ansonsten kein Frischwasser, nur ein Plumps Klo und das Wasser zum abwaschen kommt aus einem algigen Tank etwas weiter den Berg hoch. Das Abwaschwasser fließt hinter der Hütte aus dem Rohr ins Erdreich und folglich haben wir unser Abwasser dann auch schön im Tank vom Plumpsklo entsorgt.

Traumhafte Lage ansonsten, dort waren zwar ein paar Hütten, aber selten jemand da und wir 3 waren tagelang praktisch die einzigen Benutzer der „Anlage“ dort. Gelegentlich kamen vom 8 km weiter entfernten Schild ein paar  angelockte Camper vorbei, die aber jedes Mal entsetzt wieder abgedreht sind. Wir hatten dort eine herrliche Zeit. Das Clubhaus (ein nach zwei Seiten offener Unterstand) hatten wir für uns allein, um Siedler & „La cosa nostra“ zu spielen (ist eigentlich erst ab 16).

Und zu einer Dusche hab ich auch gefunden. Ich hatte für alle Fälle eine Akkudusche dabei: Brause mit eingebauter Akkupumpe, gibts bei eBay für 20,- … So hab ich mir in aller Ruhe einen Eimer mit etwas Wasser warm gemacht und mich vorm Schlafengehen einfach nackidei auf den Steg gestellt und abgebraust. Wir waren dort ja schließlich komplett allein.

Dann war die Zeit auch schon wieder herum und wir mußten uns auf den Weg zurück Richtung Larvik machen. Wimmelbild, vor der Fähre: finde den DAF T244 !

In Dänemark sind wir (wie im letzten Jahr auch schon) einfach in der Jammerbucht geblieben. Dann gabs noch ein Treffen mit Bernd, der auf einem kleinen, aber günstigen Campingplatz gestanden hat.

Fahren am Strand kann sehr tückisch sein. Oben auf dem Bild steht der DAF praktisch wie auf einem Parkplatz. In der Nähe stand dann auch eine Familie mit ihrem 2×4 Campingwagen. Es muss daher nicht unbedingt Allrad sein, aber empfehen würde ich es schon. Oft muss man nur zwei Meter weiter nach links fahren, um auf ganz weichen Pudersand zu treffen und sofort 25cm einzusinken.  Ebbe und Flut sind dafür nicht so ausgeprägt wie an den ostfriesischen Inseln. Ich war dort mit 50/50 Allrad unterwegs, aber ohne Untersetzung und sogar mit dem normalen Luftdruck.

Bernd hat auch ein sehr schönes Fahrzeug, er war in der Gegenrichtung nach Norden unterwegs. Ebenfalls mit Getriebeumbau, aber mit mehr Gängen und zusätzlicher Untersetzung. Dann beachte man die fetten Reifen, die er hat. Da versinkt nix im Sand vom Strand.

Der Campingplatz heißt Lokken Vestkyst Camping und ist hier:

http://www.google.de/maps/@57.3859102,9.7371963,338m

Ganz zum Schluss würd ich gern noch zwei Neuerungen vorstellen, die wir in Norwegen dabei hatten. 

Völlig simpel, aber unverzichtbar: ein Sichtschutz für die Fenster. Wir haben uns alten Stoff geschnappt und darin kleine Magneten eingenäht.

Die zweite Verbesserung war das Schlauchboot mit Elektro Aussenboarder. Günstig geschossen, die Akkus lade ich an meiner Solaranlage und aufgepustet wird das Boot mit der Pressluft, die der LKW liefert. Für starke Strömung, Gegenwind und Wellen ist diese Lösung nicht geeignet, aber für kleine Seen im Inland reicht es.

Als Mitbringsel hab ich eine Eissorte mitgebracht, die es bei uns nicht gibt: Häagen-Dazs salted caramel. Fett und Zucker, woraus Speiseeis besteht, ist ja schon ungesund, noch Salz macht es nicht besser. Schmeckt aber wirklich lecker !

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