Prepaid Internet SIM Karte in Frankreich – eine Übersicht mit Anleitung zu free.fr, SFR und Lebara

Eines der ersten Dinge, an die ich in einem Urlaubsland denke, ist eine SIM Karte mit möglichst viel Internet. Ermöglicht es doch die Kommunikation mit der Heimat, Navigation, Standplatzsuche, bloggen und vieles mehr.

Frankreich hat ein flächendeckendes Mobilfunknetz mit HSDPA / LTE – und da man sein zuhause gebuchtes Datenvolumen uneingeschränkt auch in Frankreich verwenden kann, stellt sich bei einem kurzen Aufenthalt die Frage nach einer extra SIM eigentlich nicht mehr. Roaming ist europaweit abgeschafft und so hat sich meine ansonsten eher beschissene deutsche Telefonica Karte in Frankreich bei Orange eingebucht, was mir zu einem viel besseren Netz als in Deutschland verholfen hat. Ein vernünftiger Gedanke könnte daher vor einem gut geplanten Urlaub sein, rechtzeitig in Deutschland für ein ausreichendes Paket zu sorgen. In Frankreich hat man dann keine Rennerei nach einer SIM Karte. Diese Möglichkeit hatte ich allerdings nicht, da sich mein Frankreich Aufenthalt eher spontan ergeben hat und ich zum Schluss fast 2 Monate hier war. Aber kommen wir zum ersten Anbieter von einer Prepaid Internet Karte: SFR, zu dem ich nicht gerade raten würde.

SFR – 2Go = 2 GB für 20 Euro – nicht zu empfehlen – nur im Notfall

SFR hat eigentlich nur den Vorteil, überall erhältlich zu sein. Jede Tankstelle und jeder noch so kleine Tabakladen hat so eine Prepaid Karte im Angebot. Ich hab 20 Euro für 2 GB bezahlt, was ein ganz schlechter Deal ist. In meinem Fall ist dann auch noch die Registrierung gescheitert, so daß ich die Karte nur 3 Tage nutzen konnte. Dann war sie gesperrt. Das sollte man daher nur machen, wenn es nicht anders geht – und die Registrierung sollte ein Franzose in seinem Namen machen.

Die SFR kommt als universal SIM in den drei üblichen Formaten daher. Sans Engagement bedeutet ohne Vertrag = prepaid. Erhältlich an jedem Kiosk / Tankstelle.
Nach dem einlegen schickt SFR als erstes den Zugang zum Webshop, dort muss man sich als Kunde innerhalb von 2 Wochen registrieren.
Beim Kauf erhält man einen zweiten Beleg, auf dem steht der Code zum aufbuchen vom bezahlten Datenvolumen – den sparsamen 2 GB. Diesen code sendet man als SMS an die 952. Als Bestätigung schickt SFR eine SMS – und man hat mit dem Telefon Internet.
SRF hat auch so etwas wie eine App, aber die kann nicht mehr als einem Werbung von SFR anzeigen. Fragen nach der Gültigkeit der Karte oder dem verbleibenden Volumen kann die App nicht beantworten. Komplett aus der Zeit gefallen.

Zu allem Überfluss hat bei mir die Registrierung nicht funktioniert, kurz nach der Eingabe meiner Adresse aus Deutschland war die Karte geperrt. Registrieren muss daher ein Franzose. Ich würde daher abraten, sich so eine Karte zu besorgen. Funktioniert hat das Internet in der kurzen Zeit allerdings einwandfrei, das Netz ist top.

Lebara – gute Alternative aus dem Supermarkt mit 12 GB für 20 Euro

Nach dem Reinfall war ich geradezu entzückt, im Carefour eine Lebara mit 12 GB Volumen für ebenfalls nur 20 Euro zu entdecken. Einen Carefour entdeckt man in Frankreich an jeder Ecke und mit Lebara hatte ich in Dänemark bereits allerbeste Erfahrung gemacht. Bei Lebara ist die Einrichtung allerdings etwas fummelig.

Die Lebara SIM, auch hier alle drei Typen in einer Karte
Zunächst erhält man einen code, mit dem man sich per Internet bei Lebara einloggen muss, um die Karte zu aktivieren. Erste Hürde: dazu braucht man einen Computer mit Internet. Das Handy hat in dem Moment ja noch kein Internet. Die Webseite von lebara.fr kann man zum Glück auf englisch umschalten. Dort logt man sich ein und clickt auf „SIM registrieren“
Zum Registrieren gibt man die Telefonnummer ein: diese steht auf der Verpackung der SIM. Die ICCID Nummer versteckt sich in den letzten 4 Ziffern der Seriennummer. Die ist ebenfalls auf der Verpackung. Als nächstes gibt man seine Daten ein. Ich hab ganz ehrlich meinen richtigen Namen angegeben und die Seriennummer vom Reisepass. Wenn das soweit glatt gegangen ist, ist die SIM funktionstüchtig, hat aber noch keine Minuten / Datenvolumen.
Beim Einkauf hat man an der Kasse neben dem Kassenbon einen zweiten Ausdruck erhalten: eine Nummer mit 16 Zahlen. Zum Aufladen gibt man wie oben gezeigt wird die *133*(Nummer vom Kassenzettel)# ein und tippt auf das Telefonsymbol. Das ganze so, als ob man einen Telefonanruf machen möchte. Das lößt eine Netzwerkfunktion aus, das Guthaben sollte dadurch aufgebucht werden.

Bei Lebara war die Registrierung zwar etwas fummelig, aber zu schaffen. Anstatt einer SMS erledigt Lebara das Aufladen mit einer Zahlenfolge, die man als Netzwerk Steuercode absendet. Wenn das alles gelungen ist, hat das Telefon einen Monat unbegrenztes Telefonieren in Frankreich, 120 Auslandsminuten und ordentliche 12 GB Datenvolumen. Damit kann man eine Menge erreichen !

Für Lebara gibts auch eine Android App und die ist vorbildlich. Die App zeigt die Laufzeit der Karte an, verbrauchtes Datenvolumen und verbleibende Auslandsminuten. Ausserdem kann man mit Hilfe der App neue Pakete dazubuchen.

Die Leistung war soweit ganz okay. Ich hatte öfter sehr langsames Internet, was aber auch an der starken Auslastung vom Netz während der Corona Krise gelegen haben kann. Ausserdem wollte sich die Karte absolut nicht mit LTE verbinden. Was aber auch am Handy (Galaxy S5) gelegen haben kann. Mit einem komplett für alle Frequenzen freigeschalteten LTE Stick hab ich nicht experimentiert. Die einfache Beschaffung im Carefour, die Auslandsminuten (nicht nur Deutschland), die ausgereifte App und die reichlich bemessenen 12 GB machen die Karte für Frankreich Urlauber aber zu einer sehr guten Wahl.

Meine Registrierung wurde von Lebare akzeptiert. Nach der schlechten Erfahrung mit SFR hatte ich nochmal extra vorsichtig per Chat angefragt, ob denn alles glatt gegangen wäre und die Antwort war: alles gut, keine Probleme. Die Daten deutscher Reisepässe gehen bei Lebare daher eintweder als korrekt durch oder es wird ohne Prüfung übernommen. Der Karte liegt ein Vormular zur Registrierung bei, welches man ausgefüllt an eine Adresse in Paris schicken soll. Entweder war es mit der Online Registrierung getan, oder das wurde wegen Corona nicht weiter verfolgt. Abgeschickt hab ich das nicht, wie auch während Corona, die Karte funktionierte dann während des vereinbarten Zeitraums.

SIM von free.fr aus dem Automaten – mit 100 GB für 30 Euro

Gigantische 100 GB, für so eine SIM würde man in Deutschland glatt einen Mord begehen. So viel Datenvolumen war ich bislang nur aus Dänemark gewohnt.

Die Beschaffung so einer SIM sollte sich zunächst als schwierig erweisen, denn free.fr verkauft die Karten nur am Automaten. Diese stehen unter anderem in Zeitschriftenläden – und die hatten während der Corona Krise allesamt zu. So stand ich auf meinem Weg durch Frankreich mehrfach vor einem geschlossenen (oder kurzerhand ausgeräumten) Laden, wo ich den begehrten free Automaten nur vage durch die milchige Schaufensterscheibe erahnen konnte.

Ein Link zur Filial / Automatensuche von free.fr ist jedenfalls hier:

http://free.fr/boutiques/nous-trouver#terminal

In der interaktiven Karte muss oben links noch „bornes free“ angewählt werden, um die Automatenstandorte anzuzeigen. Am Automaten läuft der Bestellvorgang jedenfalls ausschließlich auf französisch, ausserdem wird eine Kreditkarte benötigt.

Ich hab das Schritt für Schritt dokumentiert:

Oben gehts zur SIM Karte
… weiter
Gültig für einen Monat. Alles andere schließt ein Abo ab, was ich lieber nicht machen würde.
Irgend eine Nummer wählen
Hier muss man sich entscheiden: SIM / Micro SIM – oder nano. Für praktisch alle WLAN Router und die meisten Handies ist die linke Karte die richtige. Nano SIM sind kleiner und dünner als die „üblichen“, diese nur nehmen, wenn man sich ganz sicher ist. So weit ich weiß: für bestimmte Geräte von „Apfel“.
Für einen Monat bezahlen, kein Abo
… Kasten bestätigen und weiter
… weiter zum bezahlen mit Kreditkarte, die Geheimzahl wird mit der grünen V Taste bestätigt.
Hier den Namen eingeben. Ideal ist es, wenn dieser mit dem Namen auf der eingesetzten Kreditkarte identisch ist
Korrekte e-mail eingeben, diese wird später durch free.fr verifiziert
An dieser Stelle möchte free die eigene Adresse haben. Gibts natürlich nicht, da ich nicht in Frankreich wohne. Hier kann man irgend etwas eintippen und free mehr oder weniger die Hucke vollschwindeln. Zum Glück gibt free die möglichen Antworten vor.
Vorschlag von free, bestätigen
… weiter, die Karte landet dann unten im Ausgabefach.
Das hätte soweit geklappt. Eine SIM von free.fr aus dem Automaten. Den Beleg gut aufheben, dieser wird noch benötigt.

Fragwürdig ist natürlich die fantasievolle Adresseingabe, aber meine Karte lief problemlos den einen Monat durch. Einen echten Check der Adresse macht free daher nicht, aber sicherlich ist es gut, wenn der eingetippte Kunden Name mit dem Namen des Kreditkartenbesitzers überein stimmt. Hüten sollte man sich weiterhin vor einem Abo, denn eine Kündigung kann dann schriftlich und auf französisch nötig sein, ansonsten wird die Karte weiter belastet. Wichtig ist eine korrekte und erreichbare eMail.

Am Computer muss die Karte und die eigene e-mail dann noch bestätigt werden. Das Einmmalpasswort zum einloggen ist auf dem Ausdruck:

Zum einloggen wird der Ausdruck verwendet, dabei verwendet free einen kleinen check, in dem die Zahlen per Maus eingetippt werden müssen. Das „mot de passe“ ist dabei nicht das Passwort vom Beleg, sondern die Nummer 48751753

Die Leistung der Karte war top. Ich hatte praktisch überall Netz, eine Verbindung war mit HDSPA und LTE möglich und stets schnell. Daher ist die Karte von free eine sehr gute Wahl. Es lassen sich auch kleinere Pakete (z.B. 50 GB für 20 Euro) buchen, aber verlockend sind die 100 GB als rundum sorglos Paket für die ganze Familie natürlich schon.

Da man zum Aktivieren egal welcher SIM aber immer einen Computer mit Internet braucht, rate ich dazu, das deutsche Handy mit einem passenden Paket (mind 2 GB) zu versorgen. Im Gegensatz zum Netz vom Orange, in das sich meine Telefonica Karte eingebucht hat ging die SIM von free oder die Karte von lebara tatsächlich nicht überall.

Bei der SIM von free hat dann noch mein schon älterer LTE Stick etwas herumgezickt: er wollte noch ein extra Profil angelegt haben, vorher gabs kein Internet. Dazu trägt man Free als Name ein und free bei APN. Benutzername / Passwort läßt man leer. Damit ging es bei mir.

Ideal war für mich daher zunächst das deutsche Handy, was immer eine Internet Verbindung hatte plus einer französischen Karte mit viel Volumen als Sidekick. Genutzt habe ich beide, je nach Verfügbarkeit vom Netz. Raten würde ich dabei abschließend zu einer SIM von free.fr. Top Netz und Preis / Leistung unschlagbar. Am besten plant man so einen Automatenbesuch in einer Großstadt gleich bei der Anreise mit ein.

Free.fr bietet begrenztes Roaming an. So kann man immerhin 25% vom Datenvolumen im Ausland absurfen. Das hört sich nach wenig an, 25 GB (für 30 bzw in zweiten Monat 20 Euro) sind in der Schweiz, Spanien, Deutschland oder – ein Extrembeispiel – dem super teuren Norwegen aber immer noch eine ziemlich fette Ansage und durch lokale Angebote kaum zu schlagen. Daher könnte man auch bewußt die Abo Funktion wählen, um die Karte gezielt im Ausland einzusetzen. Anderen Blogs entnehme ich aber, daß free das nur drei, höchstens vier Monate mitmacht. Dann will sich die Karte (vermute ich) erst Mal wieder eine ganze Zeit lang in Frankreich einbuchen.

In Andorra funktioniert die Karte leider gar nicht, da der Kleinstaat in den Pyrenäen nicht zur EU gehört. Das ist auch ein teures Problem für Karten aus Deutschland.

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