Test: Internet SIM in Frankreich. Unfassbare 100 GB mit free.fr

Gigantische 100 GB, für so eine SIM würde man in Deutschland glatt einen Mord begehen. So viel Datenvolumen war ich bislang nur aus Dänemark gewohnt.

Die Beschaffung dieser sagenhaften SIM Karte sollte sich zunächst als schwierig erweisen, denn free.fr verkauft die Karten nur am Automaten. Diese stehen unter anderem in Zeitschriftenläden – und die hatten während der Corona Krise fast alle zu. So stand ich auf meinem Weg durch Frankreich mehrfach vor einem geschlossenen (oder kurzerhand ausgeräumten) Laden, wo ich den begehrten, aber still gelegten free Automaten nur vage durch die milchige Schaufensterscheibe erahnen konnte.

Ein Link zur Filial / Automatensuche von free.fr ist jedenfalls hier:

http://free.fr/boutiques/nous-trouver#terminal

In der interaktiven Karte muss oben links noch „bornes free“ angewählt werden, um die Automatenstandorte anzuzeigen. Am Automaten läuft der Bestellvorgang jedenfalls ausschließlich auf französisch, ausserdem wird eine Kreditkarte benötigt.

Ich hab das Schritt für Schritt dokumentiert:

Oben gehts zur SIM Karte
… weiter
Gültig für einen Monat. Alles andere schließt ein Abo ab, was ich lieber nicht machen würde.
Irgend eine Nummer wählen
Hier muss man sich entscheiden: SIM / Micro SIM – oder nano. Für praktisch alle WLAN Router und die meisten Handies ist die linke Karte die richtige. Nano SIM sind kleiner und dünner als die „üblichen“, diese nur nehmen, wenn man sich ganz sicher ist. So weit ich weiß: für bestimmte Geräte von „Apfel“.
Für einen Monat bezahlen, kein Abo
… Kasten bestätigen und weiter
… weiter zum bezahlen mit Kreditkarte, die Geheimzahl wird mit der grünen V Taste bestätigt.
Hier den Namen eingeben. Ideal ist es, wenn dieser mit dem Namen auf der eingesetzten Kreditkarte identisch ist
Korrekte e-mail eingeben, diese wird später durch free.fr verifiziert
An dieser Stelle möchte free die eigene Adresse haben. Gibts natürlich nicht, da ich nicht in Frankreich wohne. Hier kann man irgend etwas eintippen und free mehr oder weniger die Hucke vollschwindeln. Zum Glück gibt free die möglichen Antworten vor.
Vorschlag von free, bestätigen
… weiter, die Karte landet dann unten im Ausgabefach.
Das hätte soweit geklappt. Eine SIM von free.fr aus dem Automaten. Den Beleg gut aufheben, dieser wird noch benötigt.

Fragwürdig ist natürlich die fantasievolle Adresseingabe und weil man Free.fr die Hucke voll lügen muss. Aber meine Karte lief problemlos den einen Monat durch. Einen echten Check der Adresse macht free daher nicht, aber sicherlich ist es gut, wenn der eingetippte Name mit dem Inhaber der Kreditkarte überein stimmt. Hüten sollte man sich weiterhin vor einem Abo, denn eine Kündigung kann dann schriftlich und auf französisch nötig sein, ansonsten wird die Karte weiter belastet. Wichtig ist eine korrekte und erreichbare eMail.

Am Computer muss die Karte und die eigene e-mail dann noch bestätigt werden. Das Einmmalpasswort zum einloggen ist auf dem Ausdruck:

Zum einloggen wird der Ausdruck verwendet, dabei verwendet free einen kleinen check, in dem die Zahlen per Maus eingetippt werden müssen. Das „mot de passe“ ist dabei nicht das Passwort vom Beleg, sondern die Nummer 48751753

Fazit: Die Leistung der Karte ist top und die 100 GB sind unschlagbar. Ich hatte praktisch überall Netz, eine Verbindung war mit HDSPA und LTE möglich und stets schnell. Daher ist die Karte von free eine sehr gute Wahl. Es lassen sich auch kleinere Pakete (z.B. 50 GB für 20 Euro) buchen, aber verlockend sind die 100 GB als rundum sorglos Paket für die ganze Familie natürlich schon.

Da man zum Aktivieren egal welcher SIM aber immer einen Computer mit Internet braucht, rate ich dazu, das deutsche Handy mit einem passenden Paket (mind 2 GB) zu versorgen. Im Gegensatz zum Netz vom Orange, in das sich meine Telefonica Karte eingebucht hat ging die SIM von free oder die Karte von lebara tatsächlich nicht überall.

Bei der SIM von free hat dann noch mein schon älterer LTE Stick etwas herumgezickt: er wollte noch ein extra Profil angelegt haben, vorher gabs kein Internet. Dazu trägt man Free als Name ein und free bei APN. Benutzername / Passwort läßt man leer. Damit ging es bei mir.

Ideal war für mich daher zunächst das deutsche Handy, was immer eine Internet Verbindung hatte plus einer französischen Karte mit viel Volumen als Sidekick. Genutzt habe ich beide, je nach Verfügbarkeit vom Netz. Raten würde ich dabei abschließend zu einer SIM von free.fr. Top Netz und Preis / Leistung unschlagbar. Am besten plant man so einen Automatenbesuch in einer Großstadt gleich bei der Anreise mit ein.

Free.fr bietet begrenztes Roaming an. So kann man immerhin 25% vom Datenvolumen im Ausland absurfen. Das hört sich nach wenig an, 25 GB (für 30 bzw in zweiten Monat 20 Euro) sind in der Schweiz, Spanien, Deutschland oder – ein Extrembeispiel – dem super teuren Norwegen aber immer noch eine ziemlich fette Ansage und durch lokale Angebote kaum zu schlagen. Daher könnte man auch bewußt die Abo Funktion wählen, um die Karte gezielt im Ausland einzusetzen. Anderen Blogs entnehme ich aber, daß free das nur drei, höchstens vier Monate mitmacht. Dann will sich die Karte (vermute ich) erst Mal wieder eine ganze Zeit lang in Frankreich einbuchen.

In Andorra funktioniert die Karte leider gar nicht, da der Kleinstaat in den Pyrenäen nicht zur EU gehört. Das ist auch ein teures Problem für Karten aus Deutschland.