Meinung: Gerhard Schröder, der tragische Sündenbock in Putins Krieg

Kann man noch schuldiger sein als Wladimir Putin selbst ? Wenn man einen Blick ins Internet wirft, ist Gerhard Schröder, ex-Bundeskanzler, genau das.

Gerhard Schröder, Bildrechte Mehr Newsagency, Ashraf Tabatabaei

Putin führt Krieg gegen die Ukraine, nun rücken ehemalige Partner von Gerhard Schröder mit gespielter, über die sozialen Medien zelebrierter Empörung von ihm ab. Eine verspätete, schamlos verlogene Reaktion.

Putin hat Tschechenien platt gebombt. Putin hat Georgien überfallen. Putin hat sich rechts einen Teil der Ukraine rausgebissen. Putin hat sich links die Krim geschnappt. Putin vergiftet Leute, die ihm lästig sind. Putin schickt Auftragskiller durch Berlin. Putin regiert bis 2036. Putin hat die Pressefreiheit praktisch abgeschafft. Putin stützt Assad, der seine Bevölkerung mit Chemiewaffen vergiftet hat.

Das ist alles nicht schön und läuft so seit Jahren.

Richtig wäre es gewesen, auf Grund all dessen rechtzeitig die Abhängigkeit von Russlands Rohstoffen zu verringern. Statt dessen muss erst Visionär Elon Musk mit Tesla (und Solarcity) kommen, um die deutsche Autoindustrie zum umdenken zu zwingen. Merkels Gutmenschen Regierung des jahrelangen „weiter so“ hat dagegen den Stillstand zementiert. Der SPD kann man vorwerfen, den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohlesubvention so weit hinaus gezögert zu haben, wie es irgend möglich war. Noch 2001 (nach dem brutalen Krieg in Tschechenien ) durfte Putin jedenfalls als Staatsmann im Bundestag sprechen und bekam für seine Rede regen Beifall.

Bill Gates ist für die Corona Leugner das ideale Feindbild. Gerhard Schröder ist der ideale Sündenbock für unserer lokalen Putin Hasser.

Denn gegen Putin kann man nur indirekt etwas unternehmen. Proteste gegen Gerhard Schröder geben den Menschen jedoch das Gefühl, gegen einen „Schuldigen“ etwas unternehmen zu können. Irgendwelche Auswirkungen auf den Krieg hat das freilich nicht, das ist scheinheiliger Aktionismus mit denen sich ein paar verlogene Leute und Organisationen zurück ins politisch korrekte rechte Licht rücken wollen. Organisationen, die darauf bedacht sind ihre Aussenwirkung möglichst makellos aussehen zu lassen.

Leute, die überrascht festgestellt haben, daß nun Bedarf an der Demonstration von zupackendem Aktionismus und dem öffentlichen abschwören von Schröder ist:

Die Stadt Hannover, die Gerhard Schröder aus der Liste der Ehrenbürger streichen will. Eine für Hannover erstaunlich schnelle Reaktion. Adolf Hitler wurde die Hannöversche Ehrenbürgerehre erst 1978 aberkannt.

Borussia Dortmund hat Schröder die Ehrenmitgliedschaft entzogen.

Der Friedenspreis der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist futsch.

Der SPD-Co-Vorsitzende Lars Klingbeil frohlockt, Schröder sei „komplett isoliert in der Sozialdemokratie“.

Die Uni Göttingen überlegt gerade, wie sie mit dem Ehrendoktortitel von Gerhard Schröder umgehen soll.

In Hannover will die Marktkirche das neue Kirchenfenster nun nicht. Dabei stammt die Arbeit vom Künstler Markus Lüpertz und Gerhard Schröder hat die Spendengelder dazu vor mehr als 5 Jahren nur vermittelt. Dem ganzen ist auch noch ein jahrelanger, kostspieliger Rechtstreit voraus gegangen. Ausgerechnet die Kirche: anstatt sich statt dessen endlich Mal ernsthaft mit den Pädo-Pastoren auseinanderzusetzen.

Seine vier Büromitarbeiter haben obendrein gekündigt.

Die Liste von Personen oder Organisationen, die öffentlich eine professionelle, geschauspielerte Empörung über die neu entdeckte Unperson Gerhard Schröder zeigen ist nicht vollständig. Die meisten haben sich speichelleckerisch mit Gerhard Schröder geschmückt, als sein Stern höher stand. Durch das verteilen vergoldeter, aber wertloser Ehren-Doktor-Mitbürger-Mitgliedschafts-Blechorden, die nun hastig wieder eingesammelt werden. Um in der öffentlichen Wahrnehmung politisch korrekt mit sauberer Weste dazustehen.

Was für ein Haufen verlogener Arschlöcher.

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