Death Valley Ghosttown Cerro Gordo

Unterwegs zur sehenswerten Ghosttown und Minenstadt Cerro Gordo, im Death Valley Kalifornien. Inzwischen ist die kleine Bergbausiedlung in Privatbesitz, aber die Besichtigung ist gratis. Die steile Anfahrt auf der steinigen Piste in die Berge fällt in die Kategorie „Epic Ride“.

DAF T244 LKW auf steiler Bergpiste von Keeler nach Cerro Gordo
Diese einsame Piste startet bei der Road 136 in Keeler und führt von dort steil in die Inyo Mountains. Die Anfahrt ist abenteuerlich – vor allem weil man nicht weiss, was einen hinter der nächsten Biegung erwartet. Mit dem LKW trotzdem gut machbar, aber nur mit 4×4 empfehlenswert.
Die Minen Siedlung Cerro Gordo in den Inyo Mountains auf 2600 Metern Höhe
Die kleine im Jahr 1866 gegründete Bergbausiedlung liegt auf einem Sattel der Inyo Mountains in ca 2600 Metern Höhe.
Blick von Cerro Gordo ins Tal und zu den schneebedeckten Bergen der Sierra Nevada
Von hier aus hat man einen fantastischen Blick weit ins Tal hinein bis zu den gegenüber liegenden Bergen der Sierra Nevada.
Kirche in Cerro Gordo
Die kleine Kirche ist erhalten geblieben und dient heutzutage Versammlungen – oder Filmabenden.
Stühle in der Kirche von Cerro Gordo
Die Bestuhlung ist erhalten geblieben und es gibt eine Auswahl Filme & Bücher. Ich hab 32 Sitzplätze gezählt.
Blick aus dem Fenster vom General Store in Cerro Gordo auf den Ort und die schneebedeckten Berge im Hintergrund
Ein Blick aus dem Fenster vom General Store, rüber zu den schneebedeckten Bergen.
Dodge WC3 Jeep Autowrack
Ein stehende gebliebendes Fahrzeug aus dem Minen Ära. Ein 1941er Dodge WC3

Cerro Gordo ist mehrfach abgebrannt. So wurde die Minenstadt das erste Mal im Jahr 1877 Opfer einer Brandkatastrophe. Zuletzt gab es 2022 einen Brand, der das inzwischen wieder aufgebaute „American Hotel“ vernichtete. Trotz dieser Rückschläge ist im Ort viel erhalten geblieben und es gab stets „Caretaker“, die vor Ort geblieben sind um sich um alles zu kümmern.

Daher ist bemerkenswert viel aus der Bergbauzeit erhalten geblieben, als Cerro Gordo noch die grösste Silbermine in den Vereinigten Staaten war. Bevor Brent Underwood Besitzer dieser Ghosttown geworden ist kümmerten sich Jodi Stewart und danach Robert Desmarias um diesen abgelegenen Ort.

Holzhütte in Cerro Gordo vor dem ein roter Pickup parkt
Einige der Hütten sind heute bewohnt, ich bin sowohl Aussteigern als auch Ghosttown Enthusiasten begegnet.
Verrostet historische Bergbau Lore in Cerro Gordo
Überall begegnet man verrosteten Artefakten aus der Bergbauzeit. Die eigentliche Mine liegt etwas oberhalb vom Ort, sie ist (eher selten) im Rahmen einer Führung zugänglich.

Das Glück hatte ich nicht, obwohl ich sogar an zwei Tagen dort oben unterwegs war. Aber es war immer keine Zeit und ein Drohnenverbot gab es ebenfalls, woran ich mich (brav wie ich bin) auch gehalten hab … seufz.

General Store Museum in Cerro Gordo
Rechts auf dem Bild ist der ehemalige General Store, das heutige Museum. Mit einer bemerkenswerten Anzahl von gefunden Artefakten. Sowohl aus dem Ort als auch aus den unzähligen Schächten im Untergrund.
Gefundene Artefakte aus der aktiven Minenzeit in Cerro Gordo
Cerro Gordo hatte unglaubliches Glück, dass nicht restlos alles von Souvenirjägern oder Schrottverwertern abtransportiert oder kaputt gemacht wurde. Der Ort ist abgelegen, schwer erreichbar und es war praktisch immer jemand vor Ort.
Regal mit kleinen Flaschen aus Glas
Eine Sammlung von Artefakten im General Store dokumentiert die lange Geschichte menschlicher Aktivität hier oben in den Bergen.
Bunte Glasflaschen im Sonnenschein
Alte, wirklich sehr alte Flaschen im General Store
Im inneren einer Holzhütte in der ein rostiges Bett steht mit einem Bild an der Wand
Das ehemalige „Cathouse“. Ein modernes Bild und ein Nachthemd auf dem verrosteten Bett deuten an, was hier in etwa gelaufen ist.
Rostige Schaufel ohne Holzstil
Noch mehr Werkzeige der Bergarbeiter, die Holzstile der Schaufeln sind jedoch längst verrottet.
Wellblechhütte mit Holztür und amerikanischer Flagge im Fenster
Vieles haben sie top restauriert: eine nicht öffentlich zugängliche Wellblech Unterkunft für Volontiers und Aushilfskräfte.
Drei historische Wanted Plakate für William Crapo
Wenn man durch den kleinen Ort wandert trifft einen die Erkenntnis wie eine Wucht, was sich hier alles abgespielt haben muss. Unglücke, Unfälle, Mord, harter Bergbau Alltag.

William Crapo war ein Bergbauarbeiter, der in Streit geraten ist. Dabei erschoss er eine Minenarbeiter und verletzte einen weiteren schwer. Nach diesem Vorfall ist er spurlos verschwunden und wurde nie mehr gesehen. Seine kleine Behausung ist zusammen mit dem American Hotel im Jahr 2021 abgebrannt.

Während der produktivsten Phase war Cerro Gordo mit 2000 – 3000 Menschen bevölkert. Hier oben in den Bergen war es um 1865 herum ziemlich gesetzlos. Das reproduzierte Fahndungsplakat ist eins der viele Belege dafür.

Eine Geschichte, die ich noch gar nicht aufschreiben konnte ist die der Mine selbst. Im Berg gibt es insgesamt über 40 Kilometer lange Gänge, die teilweise verschüttet, teilweise zugänglich sind. Im Moment gibt es (noch) keine Führung, in der sich dieser Teil der Geschichte erleben lässt. Nur Artefakte.

Verrosteter LKW in Cerro Gordo
Dieser Chevrolet LKW stammt noch aus der letzten Phase des Silber und Blei Bergbaus in Cerro Gordo.
Roter Schneepflug in Cerro Gordo
Neueste Anschaffung: ein dreiachsiger Schneepflug aus den 60er Jahren. Ein Mini Trecker mit Schneefräse wäre handlicher gewesen, aber das Gefährt sieht natürlich spitzenmässig cool aus, so wie es da vor der verschneiten Bergkulisse parkt.
Panorama Blick auf die Berge in der Nähe von Cerro Gordo. Zwei grüne Pfeile markieren Seilbahn Türme aus Holz.
In den Bergen gibt es noch ein spannendes Stück Bergbau- und Industriegeschichte besichtigen. Von Cerro Gordo aus gab es eine Seilbahn ins Tal, um das Erz kostengünstig abzutransportieren.
Umgestürzter Seilbahn Turm in der Nähe von Keeler und Cerdo Gordo mit Sierra Nevada im Hintergrund
Auf jeder Kuppe stand ein Turm der Erz Seilbahn. Inzwischen sind die meisten Holzkonstruktionen eingestürzt und die Stahlseile liegen am Boden.

Die Seilbahn war eine technische Meisterleistung. Sie erlaubte den kostengünstigen Abtransport vom wertvollen Erz aus den schwer zugänglichen Bergen. Auf dem Weg nach oben wurde die Seilbahn benutzt, um Versorgungsgüter in die Berge zu schaffen.

Und von den Minenarbeitern, um zur Arbeit zu gelangen. In den Gondeln konnten die Arbeiter wie ein Vogel von einer Bergkuppe zur nächsten hoch über der Erde hinauf zur Mine schweben. Für die damalige Zeit als Flugzeuge gerade erst erfunden waren muss das ein unglaubliches Erlebnis gewesen sein.

Die Seilbahn funktionierte allein mit der Schwerkraft. Die schweren, mit Erz beladenen Gondeln sind ohne weiteren Antrieb ins Tal gewandert.

Gondel an einer Seilbahn in der Nähe von Cerro Gordo
Eine der Gondeln ist entgleist und schwebt seit mehr als einhundert Jahren immer noch an einem Stahlseil über dem Tal. Mit der ursprünglichen Ladung.

Brent Underwood hat mit seinem Team jedenfalls beachtliches geleistet. Das Projekt, die abgelegene Ghosttown zu restaurieren und zugänglich zu machen läuft erfolgreich. Nicht zuletzt, weil ein moderner Ansatz zur Finanzierung gewählt wurde.

Vor 20 Jahren wäre es noch so gewesen, dass man irgendwie über Zeitungsartikel oder ähnliches versucht hätte, zahlende Besucher in die Berge zu locken. Um dort mit Kaffee & Kuchen oder dem Verkauf von Führungen und Souvenirs etwas Geld zu verdienen. Das funktioniert in Amerika aber nur erfolgreich, wenn ein Ort gut mit dem Auto erreichbar ist – und das trifft auf Cerro Gordo absolut nicht zu.

Hierher gelangen nur Abenteurer mit 4×4.

Statt dessen erzählt Brent Underwood die Geschichte dieser revitalisierten Ghosttown geschickt bei Youtube:

www.youtube.com/@GhostTownLiving

Die Videos sind absolut sehenswert und besser als alles, was im linearen Fernsehen läuft. Der Kanal hat fast 2 Millionen Abonnenten und zeigt eindrucksvoll, wie man Marketing und die Finanzierung von so einem Herzensprojekt in der heutigen Zeit angehen sollte.

Konsequenterweise ist sowohl das Museum als auch der Besuch von Cerro Gordo zur Zeit gratis. Eintritt lohnt sich einfach nicht. Besser sind Besucher wie ich die im Internet darüber schreiben.

DAF T244 LKW mit Sierra Nevada im Hintergrund
Im Ort durfte ich nicht parken, was ich schade fand. Auf die Idee, ein paar simple Campingplätze mit grandioser Aussicht startklar zu machen sind sie offenbar noch nicht gekommen. Aber dieser Stellplatz am Rand der Bergpiste war dafür auch nicht schlecht.

Ghosttown gucken und gratis parken mit so einem Panorama: das sind die wirklich angenehmen, genialen Seiten am Vanlife & LKW Vagabunden Leben. Koordinaten: 36.53713,-117.81091 (Google Maps)

Etwas weiter unten, aber dafür sehr eben gelegen ist ein weiterer (eventuell sogar mit 2×4 erreichbarer) Stellplatz für 1 – 2 Fahrzeuge: 36.52092,-117.82312 (Google Maps)

Luftbild von der Bergpiste hinauf nach Cerro Gordo
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