Unterwegs zur sehenswerten Ghosttown und Minenstadt Cerro Gordo, im Death Valley Kalifornien. Inzwischen ist die kleine Bergbausiedlung in Privatbesitz, aber die Besichtigung ist gratis. Die steile Anfahrt auf der steinigen Piste in die Berge fällt in die Kategorie „Epic Ride“.







Cerro Gordo ist mehrfach abgebrannt. So wurde die Minenstadt das erste Mal im Jahr 1877 Opfer einer Brandkatastrophe. Zuletzt gab es 2022 einen Brand, der das inzwischen wieder aufgebaute „American Hotel“ vernichtete. Trotz dieser Rückschläge ist im Ort viel erhalten geblieben und es gab stets „Caretaker“, die vor Ort geblieben sind um sich um alles zu kümmern.
Daher ist bemerkenswert viel aus der Bergbauzeit erhalten geblieben, als Cerro Gordo noch die grösste Silbermine in den Vereinigten Staaten war. Bevor Brent Underwood Besitzer dieser Ghosttown geworden ist kümmerten sich Jodi Stewart und danach Robert Desmarias um diesen abgelegenen Ort.


Das Glück hatte ich nicht, obwohl ich sogar an zwei Tagen dort oben unterwegs war. Aber es war immer keine Zeit und ein Drohnenverbot gab es ebenfalls, woran ich mich (brav wie ich bin) auch gehalten hab … seufz.








William Crapo war ein Bergbauarbeiter, der in Streit geraten ist. Dabei erschoss er eine Minenarbeiter und verletzte einen weiteren schwer. Nach diesem Vorfall ist er spurlos verschwunden und wurde nie mehr gesehen. Seine kleine Behausung ist zusammen mit dem American Hotel im Jahr 2021 abgebrannt.
Während der produktivsten Phase war Cerro Gordo mit 2000 – 3000 Menschen bevölkert. Hier oben in den Bergen war es um 1865 herum ziemlich gesetzlos. Das reproduzierte Fahndungsplakat ist eins der viele Belege dafür.
Eine Geschichte, die ich noch gar nicht aufschreiben konnte ist die der Mine selbst. Im Berg gibt es insgesamt über 40 Kilometer lange Gänge, die teilweise verschüttet, teilweise zugänglich sind. Im Moment gibt es (noch) keine Führung, in der sich dieser Teil der Geschichte erleben lässt. Nur Artefakte.




Die Seilbahn war eine technische Meisterleistung. Sie erlaubte den kostengünstigen Abtransport vom wertvollen Erz aus den schwer zugänglichen Bergen. Auf dem Weg nach oben wurde die Seilbahn benutzt, um Versorgungsgüter in die Berge zu schaffen.
Und von den Minenarbeitern, um zur Arbeit zu gelangen. In den Gondeln konnten die Arbeiter wie ein Vogel von einer Bergkuppe zur nächsten hoch über der Erde hinauf zur Mine schweben. Für die damalige Zeit als Flugzeuge gerade erst erfunden waren muss das ein unglaubliches Erlebnis gewesen sein.
Die Seilbahn funktionierte allein mit der Schwerkraft. Die schweren, mit Erz beladenen Gondeln sind ohne weiteren Antrieb ins Tal gewandert.

Brent Underwood hat mit seinem Team jedenfalls beachtliches geleistet. Das Projekt, die abgelegene Ghosttown zu restaurieren und zugänglich zu machen läuft erfolgreich. Nicht zuletzt, weil ein moderner Ansatz zur Finanzierung gewählt wurde.
Vor 20 Jahren wäre es noch so gewesen, dass man irgendwie über Zeitungsartikel oder ähnliches versucht hätte, zahlende Besucher in die Berge zu locken. Um dort mit Kaffee & Kuchen oder dem Verkauf von Führungen und Souvenirs etwas Geld zu verdienen. Das funktioniert in Amerika aber nur erfolgreich, wenn ein Ort gut mit dem Auto erreichbar ist – und das trifft auf Cerro Gordo absolut nicht zu.
Hierher gelangen nur Abenteurer mit 4×4.
Statt dessen erzählt Brent Underwood die Geschichte dieser revitalisierten Ghosttown geschickt bei Youtube:
www.youtube.com/@GhostTownLiving
Die Videos sind absolut sehenswert und besser als alles, was im linearen Fernsehen läuft. Der Kanal hat fast 2 Millionen Abonnenten und zeigt eindrucksvoll, wie man Marketing und die Finanzierung von so einem Herzensprojekt in der heutigen Zeit angehen sollte.
Konsequenterweise ist sowohl das Museum als auch der Besuch von Cerro Gordo zur Zeit gratis. Eintritt lohnt sich einfach nicht. Besser sind Besucher wie ich die im Internet darüber schreiben.

Ghosttown gucken und gratis parken mit so einem Panorama: das sind die wirklich angenehmen, genialen Seiten am Vanlife & LKW Vagabunden Leben. Koordinaten: 36.53713,-117.81091 (Google Maps)
Etwas weiter unten, aber dafür sehr eben gelegen ist ein weiterer (eventuell sogar mit 2×4 erreichbarer) Stellplatz für 1 – 2 Fahrzeuge: 36.52092,-117.82312 (Google Maps)
