Ein typischer Death Valley Nationalpark Besuch sieht für viele Touristen so aus: Badwater als tiefster Punkt der USA, die Berge vom Zabriskies Point fotografieren, dann ein paar Sand Dünen anschauen & die Borax Mine. Diese Punkte steuern die meisten Reisebusse mit organisierten Bustouren an.
Wer dagegen über ein robustes 4×4 Offroad Fahrzeug verfügt bekommt folgendes zu sehen: eine einsame Wüstenoase mit mehreren heissen Badequellen, Cerro Gordo Minen Ghosttown, die höchsten Sanddünen in Kalifornien die gleichzeitig singende Geräusche machen. Und einen ausgetrockneten See, auf dem sich Steine unter dem Einfluss von Wind & Eis ein rätselhaftes Rennen liefern. Wie klingt das ?
Hier ist meine Reisereportage von ungewöhnlichen, teilweise weltweit einzigartigen Sehenswürdigkeiten im Death Valley Nationalpark Kalifornien. Dafür war ich tagelang auf ein paar echt fetzigen Offroad Pisten unterwegs.
In den heissen Badequellen der Saline Range, Death Valley Nationalpark
Die Saline Warm Springs Zwillingsoase kommen meiner persönlichen Vorstellung von einer abgelegenen Wüsten Oase am nächsten. Koordinaten: 36.8055932,-117.773956 (Google Maps)

Nach mehreren Stunden Fahrt (keine Übertreibung) auf übelsten Waschbrett Pisten taucht in der Ferne eine Palmen Oase auf, die sowohl reines, kühles Trinkwasser als auch vier heisse Badequellen bietet.


Die Oase ist Lebensraum für Insekten, Vögel und kleine Reptilien wie Schlangen und Eidechsen. Die untere Oase hat sogar einen Teich mit winzigen Fischen. Ein Paradies auf kleinstem Raum.

Ich hab in den Saline Warm Springs durchweg freigeistige Amerikaner getroffen: vom Wochenend Aussteigern über Dauerreisende bis hin zu waschechten offroad Enthusiasten. Die gar nichts anderes mehr machen als nur noch auf 4×4 Pisten quer durchs Land unterwegs zu sein.



Das Winterhalbjahr ist die ideale Reisezeit, um die Saline Warm Springs Oase zu besuchen. Im Sommer werden Luft Temperaturen bis 50°C erreicht. Zusätzlich in einer heissen Quelle baden macht dann nicht wirklich Spass.
Im Winterhalbjahr kann man die Quellen dagegen viel besser geniessen. Wenn man Glück hat, kommen mit dem Einbruch der Dämmerung Fledermäuse zu Besuch und dippen kurz ins Wasser, um einen winzigen Schluck zu trinken. Nachts im warmen Bad zu sitzen und die Sterne zu beobachten ist eine meiner schönsten Erinnerungen aus dem Death Valley.

Tatsächlich stand sogar mal im Raum, die Oase zu schliessen. Bevor sie Teil vom Death Valley Nationalpark wurde war die Oase Niemandsland – und von Aussteigern bewohnt. Etwas wild. Auf der anderen Seite haben die Hippies der 60er / 70er Jahren genau die Schatten spendenden Palmen gepflanzt, die den Ort in das verwandelt haben, was er heute ist: eine Oase.
Ein Lebensraum für viele Tiere, mit magischer Ausstrahlung.

Die Oase ist zweigeteilt: es gibt die oberen und die unteren Saline Warm Springs. Beide haben ca 40°C heisse Badebecken, die zur Zeit sehr gut gemanaged werden. Mit dem „Chicken Strip“ gibt es eine einfache Landebahn in Nord/Süd Richtung für kleine Flugzeuge im Format Cessna.
Koordinaten: 36.80738,-117.78238 (Google Maps)

Anreise: den North Pass (2200m) zur den Saline Warm Springs im Death Valley Nationalpark erreicht man von Big Pine aus. Herausforderung kann im Winter Schnee auf dem Pass sein – oder Matsch von schmelzendem Schnee im Gebirge. Plane mindestens 3 Stunden auf übelster Waschbrettpiste ein. Allrad und ein vollwertiges Ersatzrad empfehle ich dringend.
Der South Pass (1800m) beginnt westlich der Panamint Springs und ist wegen der starken Auswaschungen und sehr felsiger Abschnitte deutlich anspruchsvoller. Lange extrem nervige Waschbrettpisten gibt es auch hier, was für mindestens 3 Stunden Fahrzeit sorgt. Definitiv 4×4 only, vollwertiges Ersatzrad obligatorisch.
Den Saline Warm Springs kann man sich auch von den Eureka Dunes aus über den Steel Pass von Norden aus nähern. Diese Strecke zählt wegen seiner Stufen und vielen engen, steinigen Abschnitten mit scharfkantigen Felsen zu den schwierigsten Pisten im Death Valley Nationalpark überhaupt. Frag dazu die Ranger ! Sandige Abschnitte oder solche mit Sandverwehungen gibt es ebenfalls. Wellblech sowieso.
Der Steel Pass ist nur für 4×4 Fahrzeuge geeignet, die mit Höherlegung und mitgeführten Rampen (oder Sandblechen) für anspruchsvolle Offroad Abenteuer optimiert wurden. Oder für Gelände Motorräder, ATV, Quads. Für Gelände LKW nicht geeignet und ich rate dazu, mit zwei oder drei Fahrzeugen zu fahren.

Cerro Gordo Ghosttown in den Inyo Mountains Death Valley

Zur hoch in den Inyo Mountains gelegenen Ghosttown Cerro Gordo gelangt man von der Road 136 aus, in dem man von Keeler aus nach Osten in die Berge abbiegt. Oder: man nimmt die 4×4 offroad Piste von Osten aus über den Cerro Gordo Peak. Diese ist jedoch nur für echte 4×4 Geländewagen geeignet, die leicht und wendig sein müssen.

Cerro Gordo ist eine Minen Siedlung, die lange Zeit eine verlassene Ghosttown war. Inzwischen ist Cerro Gordo in Privatbesitz + mit Anmeldung. Ein Besuch ist jedoch gratis und es gibt in der Umgebung viel zu entdecken. In den umliegenden Bergen finden sich verlassene Minen und spannende Wander Trails mit einsamen Hütten für eine Übernachtung. Auf den Bergkuppen stehen die Überreste von Seilbahnstationen mit denen das Erz aus dem Gebirge transportiert wurde.
Ein ausführlicher Reisebericht mit vielen Fotos ist hier: Reportage Cerro Gordo.

Während der Süden vom Death Valley touristisch voll erschlossen ist, wartet im Norden noch echtes Abenteuer. Abseits der ruppigen offroad Pisten ist man als Wanderer sofort allein und komplett auf sich allein gestellt. Insbesondere im Sommer ist das Death Valley gnadenlos. Vorsichtshalber war ich für meine Reportage im Januar unterwegs.

Die Pisten mit Auswaschungen und scharfkantigen Steinen sollten nicht unterschätzt werden. 4×4 ist Pflicht, selbst wenn man nur zur Badequelle fährt. Ebenso ein vollwertiges Ersatzrad, ein Reifenflickset für einfache Durchstiche (Reifen Reparatur Set) und eine 12 Volt Luftpumpe. Und: Wasser & Nahrung für mindestens drei Tage. Starlink dabei zu haben beruhigt zusätzlich.
Eureka Dunes im Norden vom Death Valley
Bei den Eureka Dunes handelt es sich um eine Sterndüne im Norden vom Death Valley. Mit rund 200 Metern Höhe sind hier die höchsten Dünen in Kalifornien, möglicherweise sogar der ganzen USA.
Koordinaten: 37.11218,-117.68219 (Google Maps)








Schnell stellt sich das Gefühl ein, gänzlich allein in einer endlosen Wüste zu sein. Die Eureka Dunes bieten noch ein weiteres Phänomen: singender Sand.

Wenn der Wind über die Düne streicht fängt der Sand an, sich in Bewegung zu setzen und vibrierende, summende Geräusche zu machen. Das funktioniert nur bei gänzlich trockenen Sand, daher nicht am Morgen oder Vormittag.
Am Fuss der Dünen gibt es einen kleinen gratis Campingplatz als Ausgangsbasis für Spaziergänge in den Dünen.

Im Tal der wandernden Steine
In dieser einsamen, abgelegenen Ebene liefern sich auf einem ausgetrockneten Salzsee Steine ein rätselhaftes Rennen. Das Phänomen der wandernden Steine (Wikipedia) lässt sich bis heute nicht eindeutig erklären und Beobachtungen gestalten sich schwierig.
Position: 36.69422,-117.57235 (Google Maps)





Vermutet wird für die rätselhafte Steinwanderung eine Kombination aus Wind, Eis und möglicherweise Algen. 100% erforscht ist das weltweit einzigartige Phänomen der wandernden Steine bis heute nicht.



Die Fahrt in dieses Tal dauert mehrere Stunden. Am einfachsten ist die Fahrt vom Ubehebe Crater aus. Die Piste war Anfang 2026 grösstenteils in einem guten Zustand.



Hier einmal drei Ausschnitte von dem Videomaterial, was die Dashcam gemacht hat:





Vom Westen kommend hat der Lippincott Pass mehrere sehr steinige Abschnitte, für einen 7,5 Tonnen LKW ist das eigentlich nicht geeignet. Der Pass selber erfordert wegen steiler, sehr steiniger und ausgewaschener Abschnitte definitiv ein 4×4 Fahrzeug, war im Januar 2026 aber in einem insgesamt passablen / befahrbaren Zustand. Gegenverkehr – ist ganz schlecht.


Weitere touristische Ziele im Death Valley Nationalpark
Leichter zu erreichen und für sich genommen auch wunderschön sind Ziele wie das Badwater Bassin, Devils Golf Course oder Zabriskies Point im Death Valley. Das sind durchaus lohnenswerte Ziele, wenn man in den USA nur 14 Tage Urlaub hat.
Oder: für einen Tagesausflug mit dem Leihwagen von Las Vegas aus.



Die Oper wurde durch die Künstlerin Marta Becket in jahrelanger Arbeit gestaltet, um ihren Vorstellungen mitten in der Wüste eine passendes Ambiente zu geben. Ein künstliches Publikum ziert die Wände.
Reportage dazu: Amargosa Opera von Marta Becket



Diese drei Orte liegen nah beieinander und sind im Death Valley Nationalpark durch die Road 190 miteinander verbunden. Zusammen mit der Amargosa Opera wären diese Ziele gut mit einem Tagesausflug zu machen.

Zum Schluss noch eine Karte vom rauhen offroad Norden des Death Valley. Ich hab die offizielle Karte mit Anmerkungen zum Strassenzustand ergänzt:
