Neue Route 66 Roadtrip Vibes aus Oatman / Kingman / Seligman

Meine zweite Reportage zur Route 66, diesmal auf dem Abschnitt zwischen der Bergbausiedlung Oatman, Kingman und Seligman in Arizona. Naturgemäss mit vielen Autos als Motiv, aber das ist Amerikas Seele, insbesondere auf der Historic Road US 66.

Zwischen Needles, Oatman, Kingman und Seligman ist die Road 66 auf einem ca 220 Kilometer langen Abschnitt durchgehend befahrbar. Während ich in meinem ersten Bericht (Link dazu) vor allem auf die Geschichte der Road 66 eingegangen bin ist diesmal mehr Platz für Fotos und liebenswerte Touristenfallen. Von denen gibt es reichlich, aber originell sind die Souvenirläden trotzdem und es gibt viel zu entdecken.

Eine ordentliche Portion Touri Nepp daher – aber andererseits hab ich in Peach Springs einen sehr lohnenden, einmaligen Abstecher zum Diamond Canyon entdeckt. Dort liegt ein unvergesslich schön gelegener Campingplatz zwischen Bergmassiven auf Indianerland unten am Colorado. Einer direkten Verlängerung vom Grand Canyon !

Klassisches Motel am Rand der historischen Route 66 Nachts fotografiert
Nachts, das Fender’s RV Resort. Ich hab erst auf den zweiten Blick erkannt, dass es sich um eins der klassischen Motels handelt, welches bereits an der Road 66 liegt.
Route 66 Wandbild vom Fenders RV Resort am Rand der Road 66
Typisch für diesen Ort sind die kleinen Motel (Motor Hotel) Zimmer plus grossem Parkplatz davor.

Das Fenders RV Resort liegt heute ausserhalb von Needles und abseits der Interstate 40, welche die Road 66 ersetzt hat. Daher war diese Entdeckung eine ziemliche Überraschung für mich. Ich hab faire 38$ bezahlt, hatte einen Stellplatz mit Blick auf den Colorado und konnte Wäsche waschen.

Roter Oldtimer vor DAF T244 Reise LKW auf der Road 66
Chris hits the Road 66 again. Ein Ford Thunderbird der 60er Jahre.

Die Bergbausiedlung Oatman hat eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich. Erst Bergbau, unter anderen wurde hier Gold und Zink gefördert, dann Road 66 Boomtown. Später folgte mit dem Niedergang der Bergbauindustrie und der Umleitung der Reisenden auf die Interstate 40 eine lange Ghosttown Phase.

Inzwischen revitalisiert der Hype um die Route 66 den Ort, die Menschen leben erneut vom Tourismus. Hauptattraktion sind unzählige Esel, die den Ort auf der Suche nach Futter durchstreifen. Sie wurden nach dem Ende des Bergbaus frei gelassen wurden und sind halb verwildert.

Mehrere Motorräder parken in Oatman vor einem Souvenirladen
Parkender Esel, zwischen Motorrädern in Oatman.
Esel in Oatman vor einem Souvenirladen
Hier wird ein Esel soeben energisch dem Geschäft verwiesen.
Imbiss der mit Weihnachtdekoration und unzähligen 1$ Scheinen geschmückt ist
Stilsicher amerikanisch Hamburger futtern, im einzigen Hotel von Oatman. Zwischen Plüsch, Kitsch und unzähligen 1$ Noten die zur Dekoration aufgehängt wurden.
Grabstellen am Sitgraves Aussichtspunkt am Rand der Route 66
Am Sitgraves Aussichtspunkt, ausserhalb von Oakman.

Die gewagte Streckenführung bei Oatman quer durch die Berge ist einer der erstaunlichsten Abschnitte der Road 66. Highlight eines epischen Motorrad Roadtrips quer durch die USA, Horrortrip für LKW & Gespann Fahrer.

Kingman Wandbild Route 66
Kingman hat sich vollständig der Road 66 verschrieben.
Mr.Dz Pizza in Kingman
Die Tankstellen der damaligen Zeit wurden in Restaurants umgewandelt, davor parken originelle Automobile aus der Zeit der Route 66.
Pegasus Mobilgas Tankstelle der Road 66
Das „Pegasus Pferd“ ist ein immer wieder kehrendes Road 66 Motiv, zusammen mit Logos der Tankstellenkette 76 und Philips 66.
Bronzefigur mit einem Weihnachtskranz geschmückt
Rost Roter Buick Roadmaster an einer Tankstelle
Müsste ein 1954 Buick Roadmaster sein.
Hackbarry General Store der Road 66
Der „General Store“ in Hackberry, eine der vielen charmanten Touristenfallen am Rand der Route 66.
Im Hackbarry General Store mit ausgestellten Souvenirs und Jukebox
Trotzdem ein lohnender Zwischenstopp, denn der Hackbarry General Store ist halb Museum mit vielen authentischen Erinnerungsstücken, halb ein Souvenirladen. Kaffee gibts auch, wer nur für Fotos dort ist.
Katze räkelt sich auf einer Cars Decke
Auf dem Sofa räkelt sich am gemütlich warmen Holzofen eine Katze. Stilsicher für die Road 66 auf einer „Cars“ Decke.
Brauner 1965 Chevy Impala und roter Kombi PKW
Ein 1965er Chevy Impala.
Antike Tanksäule mit einem Route 66 Schild
Klar, viel Touri Nepp und irgendwann hat man die entsprechenden Route 66 Aufkleber, Ansteckpins, Kühlschrankmagneten und T-Shirts allesamt zum hundertsten Mal gesehen.
Mit vielen Aufklebern beklebtes Phillips 66 Schild am Rand der Route 66
An den Aufklebern (Aufkleber Spam) kann man trotzdem ablesen, dass viele Road 66 Fans ihren Spass auf diesem Roadtrip quer durch Arizona hatten. Ein Original Phillips 66 Schild.
Abschnitt der Road 66 mit einem Güterzug im Hintergrund

Lohnende Abstecher: Diamond Canyon Camping

Im unscheinbaren Peach Spings (Mile 103) wartet ein interessanter Abstecher. Auf der Diamond Creek Road (einer holprigen Piste) erreicht man nach einer Stunde einen Campingplatz, der direkt am Colorado River liegt. So weit ich es recherchiert habe ist das die einzige Möglichkeit überhaupt, am Colorado und damit in diesem verlängerten Teil vom Grand Canyon zu campen.

Luftbild der Berge vom Grand Canyon  mit markiertem Diamond Canyon Campground am Rande vom Colorado River
Der kleine Campingplatz liegt am Ende der Piste, direkt in einer grandiosen Bergwelt.
Berge vom Grand Canyon am Colorado River
Das ist die direkt Verlängerung vom Grand Canyon
Diamond Canyon Campground direkt am Colorado River
Eine der seltenen Möglichkeiten, im Grand Canyon am Colorado zu campen.

Infos: der kleine Campingplatz (Google Maps) hat Pit Toiletten und einen Quellbach mit klarem Wasser. Tagsüber sind immer Mal wieder Bootstouren unterwegs und gelegentlich Besucher. Für das Betreten ist ein Permit notwendig, ich hab im „Fish and Fish“ Office 22$ für die Übernachtung bezahlt.

Office Koordinaten: 35.5290233, -113.4274708 (Google Maps)

Die Piste lässt sich bei vorsichtiger Fahrweise auch mit 2×4 machen, wenn das Fahrzeug 15cm Bodenfreiheit hat. Ich empfehle aber 4×4, da es im letzten Abschnitt steinige Passagen gibt und der kleine Bach mehrmals gequert wird.

Weiter gehts mit dem Road 66 Roadtrip, durch Arizona !

Road 66 bedeutet immer: Spurensuche. Die sagenhafte Hauptschlagader quer durch die Vereinigten Staaten ist inzwischen ausgetrocknet. Nur wenige der legendären Haltepunkte wurden restauriert, in den meisten Fällen hat es sich aber ganz einfach nicht gelohnt.

Verlassene Tankstelle in Truxton Route 66
Eine verlassene Tankstelle in Truxton.
Schild vom Frontier Motel Restaurant und Cafe in Truxton Road 66

Ein Grossteil der Werkstätten, Tankstellen, Motels und Cafes wurde nicht mehr gebraucht, nachdem sich der Verkehr auf die gut ausgebaute Interstate 40 verlagert hat.

Tiefer gelegtes getuntes Auto mit Kupferfarbenem Lack
Manche der Raststätten an der Route 66 haben sich dennoch in coole Treffpunkte verwandelt.
Silberner Totenkopf hinter einer Autoscheibe
Für Road 66 Fans wie mich, Nostalgiker, Romantiker – oder Autotuner.
Pinker Oldtimer an Rand der Route 66
Seligman, meine letzte Station auf diesem Road 66 Abschnitt hat sich nochmals völlig der Road 66 Tradition verschrieben. Unzählige Autos aus der Zeit säumen die Strasse und selbstverständlich fehlen Souvenirläden nicht.
Rostiges Auto parkt vor einem Seligman Wandbild - in Seligman

Erster Reisebericht über die Route 66 von Williams nach Holbrook

DAF T244 Weltreise LKW am Rand der Historic Route 66 in Arizona
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