Meine zweite Reportage zur Route 66, diesmal auf dem Abschnitt zwischen der Bergbausiedlung Oatman, Kingman und Seligman in Arizona. Naturgemäss mit vielen Autos als Motiv, aber das ist Amerikas Seele, insbesondere auf der Historic Road US 66.
Zwischen Needles, Oatman, Kingman und Seligman ist die Road 66 auf einem ca 220 Kilometer langen Abschnitt durchgehend befahrbar. Während ich in meinem ersten Bericht (Link dazu) vor allem auf die Geschichte der Road 66 eingegangen bin ist diesmal mehr Platz für Fotos und liebenswerte Touristenfallen. Von denen gibt es reichlich, aber originell sind die Souvenirläden trotzdem und es gibt viel zu entdecken.
Eine ordentliche Portion Touri Nepp daher – aber andererseits hab ich in Peach Springs einen sehr lohnenden, einmaligen Abstecher zum Diamond Canyon entdeckt. Dort liegt ein unvergesslich schön gelegener Campingplatz zwischen Bergmassiven auf Indianerland unten am Colorado. Einer direkten Verlängerung vom Grand Canyon !


Das Fenders RV Resort liegt heute ausserhalb von Needles und abseits der Interstate 40, welche die Road 66 ersetzt hat. Daher war diese Entdeckung eine ziemliche Überraschung für mich. Ich hab faire 38$ bezahlt, hatte einen Stellplatz mit Blick auf den Colorado und konnte Wäsche waschen.

Die Bergbausiedlung Oatman hat eine sehr wechselhafte Geschichte hinter sich. Erst Bergbau, unter anderen wurde hier Gold und Zink gefördert, dann Road 66 Boomtown. Später folgte mit dem Niedergang der Bergbauindustrie und der Umleitung der Reisenden auf die Interstate 40 eine lange Ghosttown Phase.
Inzwischen revitalisiert der Hype um die Route 66 den Ort, die Menschen leben erneut vom Tourismus. Hauptattraktion sind unzählige Esel, die den Ort auf der Suche nach Futter durchstreifen. Sie wurden nach dem Ende des Bergbaus frei gelassen wurden und sind halb verwildert.




Die gewagte Streckenführung bei Oatman quer durch die Berge ist einer der erstaunlichsten Abschnitte der Road 66. Highlight eines epischen Motorrad Roadtrips quer durch die USA, Horrortrip für LKW & Gespann Fahrer.













Lohnende Abstecher: Diamond Canyon Camping
Im unscheinbaren Peach Spings (Mile 103) wartet ein interessanter Abstecher. Auf der Diamond Creek Road (einer holprigen Piste) erreicht man nach einer Stunde einen Campingplatz, der direkt am Colorado River liegt. So weit ich es recherchiert habe ist das die einzige Möglichkeit überhaupt, am Colorado und damit in diesem verlängerten Teil vom Grand Canyon zu campen.



Infos: der kleine Campingplatz (Google Maps) hat Pit Toiletten und einen Quellbach mit klarem Wasser. Tagsüber sind immer Mal wieder Bootstouren unterwegs und gelegentlich Besucher. Für das Betreten ist ein Permit notwendig, ich hab im „Fish and Fish“ Office 22$ für die Übernachtung bezahlt.
Office Koordinaten: 35.5290233, -113.4274708 (Google Maps)
Die Piste lässt sich bei vorsichtiger Fahrweise auch mit 2×4 machen, wenn das Fahrzeug 15cm Bodenfreiheit hat. Ich empfehle aber 4×4, da es im letzten Abschnitt steinige Passagen gibt und der kleine Bach mehrmals gequert wird.
Weiter gehts mit dem Road 66 Roadtrip, durch Arizona !
Road 66 bedeutet immer: Spurensuche. Die sagenhafte Hauptschlagader quer durch die Vereinigten Staaten ist inzwischen ausgetrocknet. Nur wenige der legendären Haltepunkte wurden restauriert, in den meisten Fällen hat es sich aber ganz einfach nicht gelohnt.


Ein Grossteil der Werkstätten, Tankstellen, Motels und Cafes wurde nicht mehr gebraucht, nachdem sich der Verkehr auf die gut ausgebaute Interstate 40 verlagert hat.




Erster Reisebericht über die Route 66 von Williams nach Holbrook
