Los geht es diesmal mit einer eher einfachen Offroad Bergung: ein 2×4 Camper hat sich im kalifornischen Sand festgefahren. Eigentlich nicht weiter spektakulär, aber wie wir sehen werden lauern auch bei scheinbar einfachen Fahrzeugbergungen Gefahren & Herausforderungen, die nicht unterschätzt werden sollten.
GMC Camper Kleinbus, Mojave Desert Kalifornien, Dezember 2025


Der Junge Mann im zum Camper umgebauten Schulbus hatte durch mehrere Personen tatkräftige Hilfe. Ich bin von Shaun, dem Biker auf der Strasse angehalten worden. Sonst hätte ich den Kleinbus abseits auf der sandigen Piste vermutlich übersehen.
Eine Camperin hatte eine Schaufel zum graben organisiert – anstatt dem Topf. Zwei Mädels hatten Bretter und einen Wagenheber rangeschafft.

Ich hatte ihn gebeten, einen grossen Stein auszugraben, während ich mich auf den Weg zum LKW gemacht hab. Mit dem dicken Stein hätten wir den Unterboden vom Bus beim rausziehen möglicherweise schwer beschädigt.
Der Bus hatte eine stabile Anhängerkupplung mit Öse, an der man einen Schekel befestigt konnte. So konnte ich den Kleinbus mit einem Abschleppseil problemlos komplett zurück auf die befestigte Strasse ziehen.
Der LKW war in der 50/50 4×4 Konfiguration, mit Geländeuntersetzung. Damit hat der DAF T244 eine unheimliche Kraft. Ich hab beim Abschleppen überhaupt nicht bemerkt, dass ich einen Kleinbus hinter mir her ziehe, quer durch den Sand.


Mich hat das sehr gefreut – leere Flaschen haben für mich eine gewisse Symbolik. Es war ein bisschen wie in Zelda (Wikipedia), wo man für die Erledigung einer wichtigen Aufgabe manchmal eine leere Flasche geschenkt bekommt, um darin eine lebensrettende Fee aufzuheben. Zelda Fans unter sich …
Verwendete Mittel: Schekel & 4m Abschleppseil
Motorrad Reifenpanne in Alaska, August 2026
Hier hatte der Biker bereits versucht, den Schlauch mit Duct Tape und irgend einem Kleber zu reparieren. Daher dem, was da war. Ich hab ihm zwei Flicken und Gummikleber aus meinen Reifen Reparatur Kit (Artikel) dagelassen. Alles weitere wollte er selber machen.
Mein universeller Reifen Reparatur Kasten in dem auch Schlauchflicken enthalten sind ist unten links im Bild.

Verschenkte Mittel: zwei Reifen Flicken für den Schlauch und Gummi Klebstoff
Jeep Reifenpanne auf dem Alaska Highway Richtung Edmonton, September 2026



Mit dem Jeep muss das Mädel daher in eine Werkstatt, dringend. Wenn ein Reifen so aussieht, stimmt mit der Radaufhängung etwas nicht. Zum Glück war Valley View, der nächste Ort, nicht weit.
Verwendete Mittel: Bord Werkzeug
Nicht alle Reparatur Aktionen sind erfolgreich verlaufen …

Zum Schluss noch zwei Beispiele, wo die Reparatur (oder der Versuch) jeweils grandios schief gegangen ist. Aber aus Fehlschlägen – kann man für das nächste Mal ebenfalls etwas lernen !
Platter Reifen an einer 60er Jahre Gulaschkanone, Mai 2026 Kanada

Sehr lecker, wie ich festgestellt hab, aber er hatte ein Problem: einer seiner steinalten Reifen an der Gulasch Kanone aus den 60er Jahren war platt.

Seiner Erfahrung nach war das nur in einer Werkstatt mit Profi Equipment zu reparieren. Ich war dagegen zuversichtlich, den Reifen von der Felge auch so runter zu bekommen um den innen liegenden Schlauch zu reparieren.
Gesagt, getan. Tatsächlich liess sich der schon sehr harte und spröde Reifen recht gut von der Felge hebeln, um den kaputten Schlauch rauszuziehen und zu reparieren. Er hatte sich an einer Stelle durchgescheuert. Das Gummiband was innen auf der Felge aufliegt war an einer Stelle schadhaft. Fehler gefunden, soweit alles gut – dachten wir.
Der Zusammenbau war zwar hakelig, aber machbar. Eigentlich logisch, denn die Soldaten haben das vor 75 Jahren mitten im Feld ja auch irgendwie hingekriegt.
Problem: der Schlauch war anschliessend nicht dicht und der Reifen verlor erneut Luft …
Was haben wir falsch gemacht ?

Ursache war ein falscher Reifenflicken. Verwendet wurde anstatt meiner Ausrüstung (Artikel) ein neu gekauftes Kit und das war für die Reparatur von Gummi Reifen oder Flanken. Nicht für Gummi Schläuche.
Gummi Schläuche benötigen einen flexiblen Flicken aus weichem Gummi.
Inzwischen sind sowohl beide 6.00-18 Reifen als auch die Schläuche komplett erneuert worden. Steve hat gelernt, das selber zu machen. Die Gulaschkanone rollt wieder durchs Land und ist Highlight eines jeden Farmers Markets.
Zweite Motorradpanne mit Loch im Schlauch, ebenfalls Alaska. August 2026
Auf dem Weg nach Anchorage hab ich auf einem Parkplatz bei diesem Biker angehalten – der hintere Reifen war platt. In der folgenden Reparaturaktion sind eine Reihe von Dingen falsch gemacht worden. Insgesamt waren die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Reparatur bei diesem Stop leider sehr schlecht.
Trotzdem kann man auch aus diesem Fehlschlag viel lernen.

Es hat sich als extrem schwierig erwiesen, den Reifen überhaupt von der Felge runter zu bekommen.

Die Situation bei meinem Eintreffen. Der Biker hatte nur ein einziges Flacheisen dabei. Ich hatte soeben den grossen Schraubenzieher mit runder Spitze und den Gummihammer beigesteuert. Links auf dem Bild sieht man einen kleinen, spitzen Schraubenzieher mit blauem Kopf im Reifen stecken.
Den Reifen haben wir in einem gemeinsamen Kraftakt von der Felge runter bekommen, aber es war unfassbar schwierig und Kraft zehrend.
Der Schlauch war innen an mehreren Stellen durch die Schraubenzieher beschädigt worden und nicht mehr zu reparieren. Eigentlich hatte er nur einen simplen Durchstich.

Der Biker hatte einen neuen Schlauch dabei. Soweit so gut, aber wie man sich jetzt vermutlich denken kann ist der Einbau – mit dem gleichen Werkzeug wie zuvor – nicht schadlos an diesem vorüber gegangen. Den Reifen auf die Felge zu bekommen war noch schwieriger als ihn zu lösen. Wir haben versucht so vorsichtig wie irgend möglich zu sein, aber mit dem unpassenden Werkzeug was wir zur Verfügung hatten haben wir den neuen Schlauch leider angestochen.
Betrüblicherweise ein Fehlschlag. Daraufhin mussten wir uns etwas anderes überlegen.
Ich hab dann mitgeholfen, das Motorrad wieder zusammen zu bauen. Dann haben wir das schwere Gepäck in den LKW geladen und wir sind mit dem leichter gemachten Motorrad mit 30 km/h extrem vorsichtig mit platten Reifen zu einem Outdoor Adventure Anbieter in der Nähe gehumpelt. Die Leute hatten wir vorher auf dem Parkplatz getroffen und sie hatten versprochen, sich am nächsten Tag der Sache anzunehmen.

Was haben wir falsch gemacht ?
So einiges …
- Den Reifen hätte man mit stabilen Kabelbindern zusammen schnüren können, um sich die Montage zu erleichtern.
- Es wurde keine Reifenmontagepaste oder wenigstens Spülmittel verwendet, damit es flutscht
Dies alles war an Bord vom LKW, wurde aber nicht verwendet.
Nicht an Bord vom LKW waren dagegen drei Flacheisen mit runden Kanten, was zusammen mit der Reifenmontagepaste „best practice“ gewesen wäre. Vor Ort verfügbar war nur ein einziges Flacheisen, das vom Biker – und scharfkantige Werkzeuge.
Erschwerend war, dass es zwischen dem Franzosen, der nur ein wenig Englisch konnte (und selbstredend kein Wort Deutsch) und mir erhebliche Sprachbarrieren gab. Daraus resultierend Probleme, sich über das weitere Vorgehen abzusprechen.
Dazu kam, dass der französische Biker immer wieder versucht hat, zwischendurch Leute anzuhalten die vielleicht einen Transport vom kompletten Motorrad zu einer Werkstatt organisieren könnten. Es haben tatsächlich Amerikaner angehalten, aber diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Letztendlich war das alles erfolglos und hat die ganze Aktion nur verzögert.
Da es sein Motorrad war und nicht meins hatte ich nicht die Möglichkeit, in der Lage klare Direktiven zu geben oder selbst alles zu entscheiden. So konnte ich nur eindringlich davor warnen, den neuen Schlauch mit spitzen Schraubenziehern kaputt zu machen – es aber nicht verbieten oder gar verhindern.
Also eine eher chaotische Nummer, wo schlechtes Werkzeug & Methoden gepaart mit ungünstigen Umständen zum Misserfolg geführt haben. Wenigstens war das Wetter super, das kann in Alaska auch ganz anders sein.
