Goldrausch Alaska, im Jahr 2026

Eigentlich bin ich 150 Jahre zu spät dran um in Alaska einen Goldrausch zu bekommen. Aber ich schreibe diesen Artikel, nachdem ich vier Tage lang mit Begeisterung Steine und Erde bewegt hab, um in einem eiskalten Bach mit blossen Händen Gold zu waschen. Leider hab ich damit bislang nicht viel Gold gefunden, aber in der nächsten Pfanne könnte ja tatsächlich mal ein etwas grösseres Nugget schimmern. Oder vielleicht gar zwei, wenn man einfach nur noch Mal etwas tiefer und ausdauernder gräbt …

Faszination Gold Suche in Alaska ! Obwohl die grossen Nuggets eigentlich alle weg sind ist der Anreiz enorm, irgendwie doch noch etwas Gold in der Wildnis Alaskas zu entdecken. Das Gefühl, in einem eiskalten Bach stehend in der Sonne glitzerndes Gold in der Goldwaschpfanne zu entdecken ist jedenfalls unbeschreiblich. Gold ist einfach unverwechselbar.

Folgende Möglichkeiten gibt es im Jahr 2026 – immer noch – in Alaska:

Goldsuche in den freien Claims in Alaska

In Alaska gibt es mehrere freie Claims, die dem Staat gehören und offiziell für die touristische Goldsuche freigegeben sind. Dort darf man nach Herzenslust alles umgraben. Erlaubt sind dabei traditionelle Methoden wie Spaten, Goldwaschpfanne und Goldwaschrinne. Kein Minibagger oder Benzin betriebene Pumpen.

Grossartige Funde sollte man nicht erwarten, denn diese Gebiete werden häufig aufgesucht und sind bereits ziemlich geplündert. Feine Gold Partikel (daher eher der Nachweis von Gold) sind einem jedoch sicher und insbesondere mit Kindern macht die Goldsuche riesig Spass.

Abgesehen davon kostet es nichts und es gibt keinen zeitlichen Stress, etwas zu finden.

Familie bei der Goldsuche im freien mining claim bei Hope Alaska
Im freien Claim oberhalb von Hope (Google Maps), mit der kleinen Familie von Fabian & Jessica. Zunächst haben wir direkt beim Parkplatz unter den Steinen gegraben.
Neunjähriger Junge gräbt in einer kleinen Höhle nach Goldsand während mehrere Goldwaschpfannen und ein blaues Sieb davor liegen
In dem Kies waren stets ein paar kleine Gold Partikel.
Junge mit grüner Goldwaschpfanne
Jonas wird auf jeden Fall mal Goldgräber. Für seine 9 Jahre war er sehr geschickt mit der Goldwaschpfanne.

Der freie Claim in Hope liegt zwischen den beiden Fussgängerbrücken und das östliche Ufer ist bereits ziemlich abgesucht. Auf der anderen Seite gibt es Kiesbänke, die aufgeschlossen sind und leicht erreichbaren Goldsand / Kies mit Gold haben.

Böschung am Bach vom freien Claim in Hope mit goldhaltigem Kies
Rund um dicke Steine herum und auf Lehmschichten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, Gold zu finden. Der Lehm muss dazu sehr sorgfältig aufgeweicht und zerbröselt werden.
Goldwaschrinne im Resurrektion Creek  Hope
An einem sonnigen Vormittag im Free Claim bei Hope. Die Strömung war ausreichend, um die Goldwaschrinne ohne Pumpe zu betreiben.
Kleines Goldnugget auf einer rosa Fingerspitze
Am Westufer hab ich in der Nähe der zweiten Fussgängerbrücke dieses Mini Nugget gefunden.

Solche Funde sind bereits sehr ansehnlich und in der heutigen Zeit selten.

Goldflocken und feiner Goldsand in einer schwarzen Goldwaschpfanne
Hope ist als Goldsuchgebiet tatsächlich interessant, da man nicht nur Goldsand (die Partikel rechts im Bild) sondern mit etwas Glück auch kleine Flocken finden kann.
Tailings Berg aus Steinen in Hope
Ein Tailings Berg aus Wackersteinen im Free Claim oberhalb von Hope.

Diese Berge aus Steinen sind ein Zeichen dafür, dass hier Hydromining betrieben wurde. Dabei wird der gesamte Bach mit einem hochdruck Wasserstrahl ausgespült. Eine effiziente und gründliche Methode, so ein Gebiet komplett leer zu räumen.

Kleine Goldflitter werden dabei jedoch weggespült und finden sich weiter unten erneut im Sand wieder. Der goldhaltige Sand in Hope besteht teilweise aus diesem Material und wird von Unternehmen vor Ort erneut durchgewaschen. Aber auch durch Freizeit Goldsucher.

Bertha Creek:

Bertha Creek Alaska mit Goldwaschschüssel in der kleine Goldkörner schimmern
Im Bertha Creek (Google Maps) gibt es ebenfalls viele Goldsuchstellen, die bereits geöffnet sind. Hier lassen sich immer wieder kleine Goldkörner finden. Direkt gegenüber ist ein kleiner Campground.

Goldsuche gegen Gebühr in bewirtschafteten Claims

Die Überlegung vom Claim Besitzer ist dabei die folgende: „Wenn ich aus meinem Claim pro Tag für 35 Dollar Gold raus holen kann – könnte ich statt dessen ja auch 35 Dollar dafür nehmen, dass irgend ein Tourist versucht das zu machen. Ich krieg meine 35 Dollar auch so, ohne einen Handschlag dafür tun zu müssen, super.“

In der Regel werden daher Claims an die Touristen vermietet, die zwar noch Gold enthalten wo es sich jedoch wirtschaftlich nicht mehr lohnt, das Gold professionell auszubeuten.

Trotzdem kann es Sinn machen, sich dort einzukaufen um nach Gold zu suchen. In den historischen Claims ist signifikant mehr Gold zu finden als in den freien Claims. Im Gegensatz zu einer spontanen Suche in der Natur gibt es eine gewisse Erfolgsgarantie und gute Infrastruktur. Es hängt natürlich stark vom Claim ab und dem eigenen Vermögen, das Gebiet richtig einzuschätzen. Aber kleine Picker oder gar Nuggets die vom Wert her den Eintrittspreis wett machen sind mit etwas Glück durchaus möglich.

Blick aus einem ATV auf das Goldsuchgebiet bei Chicken Alaska
Unterwegs zum Myers Fork Claim (Google Maps) mit Randy, dem mürrischen Goldminenbesitzer. Und zwei waschechten Goldgräbern aus Österreich.

Der Myers Fork liegt oberhalb von Chicken, dem US amerikanischen Teil vom Yukon. Obwohl hier intensives Hydromining betrieben wurde gibt es am Rand vom kleinen Bach Gebiete, die unangetastet sind und signifikante Mengen Gold enthalten.

Handpanning kostet pro Tag 35$, mit Waschrinne sind es 55$.

Myers Fork, für den man sich morgens um 8:30h im Chicken Creek Outpost (Google Maps) einfinden muss um zu bezahlen und hochgefahren zu werden eignet sich nur für Profis. Den ersten Tag verbringt man praktisch komplett damit, eine gute Stelle zu finden oder sie erst einmal freizulegen.

Zwei Männer beim Gold waschen im Bach von Myers Fork Chicken Alaska
Die beiden Österreicher sind nach einer Woche auf ca 10g Gold gekommen.

Meiner Erfahrung nach sind die goldhaltigen Stellen am Boden vom Hang, ganz unten. Im Grunde auf dem Niveau vom heutigen Bach. Ohne Gummistiefel, viel graben und dem bewegen dicker Steine und viel Matsch geht es kaum.

Da die zwei Österreicher ziemlich erfolgreich waren hab ich die Stelle am nächsten Tag Aneta und Christian Heigl empfohlen. Die beiden kurven wie ich mit einem DAF T244 herum und die beiden in Alaska zu treffen hat mich sehr gefreut. Das Pärchen hat dann extrem hart geschürft, Christian hat dabei ausgezeichnete Kenntnisse im Lesen der Gesteinslage bewiesen und sehr gute Funde gemacht.

Eine Kombination aus Testen mit der Goldwaschpfanne und durchwaschen von mehr Material in der Goldwaschrinne war dann das Erfolgsrezept. Nach 4 Tagen hatten die beiden etwa 14 Gramm Gold zusammen: eine beeindruckende Leistung. Die Kosten waren dabei jedoch mit über 400$ für die „Schürfrechte“ im Claim recht hoch.

Ich hatte dort im Myers Fork leider weniger Glück und bin nach zwei Tagen auf vielleicht 0,05g gekommen. Bezahlen musste ich trotzdem.

Randy, der Minenbesitzer, war an der Stelle keine Hilfe. Allen erfolglosen Goldgräbern gibt er am Ende des Tages stets den gleichen Hinweis: sie hätten in Wirklichkeit auf Gold gestanden und einfach nur nicht hart genug gegraben. So auch bei mir. Interessante Stellen hat er dabei für sich selbst mit roten Fahnen markiert: dort darf keiner suchen. Er beobachtet das ganz genau und auch sehr argwöhnisch.

So wie Gollum in „Der Herr der Ringe“ …

Blech Huhn und Wegweiser in Chicken Alaska
Rund um Chicken wird überall noch professionell nach Gold gesucht – und auch gefunden.

In der Crow Creek Mine:

Crow Creek Mine Alaska
Die Crow Creek Mine (Google Maps) ist komplett abgesucht, die Gebühr in Höhe von 39$ zum Goldsuchen lohnt sich absolut nicht. Und ich hab dort wirklich alle Register gezogen und war rauf bis zum Ende des Claims.

Dafür ist die Mine selbst ein Schmuckstück und sehenswertes Museumsdorf. Viele Hütten erinnern liebevoll gepflegt an die Goldgräberzeit, an der Stelle lohnt sich ein Besuch sehr. Eintritt 15$.

Spontane Suche nach Gold in der Wildnis, als Hiker

Ein Tipp von mir an Bergwanderer, die tagelang in entlegenen Gebieten unterwegs sind: nimm eine Goldwaschpfanne nach Alaska mit und such gelegentlich in den Bächen nach Gold. Wenn ein Gebirge prinzipiell Goldfunde aufweist kann es interessant sein, den Kies und Sand in kleineren Bächen auf Gold zu untersuchen. Oder Steine umzudrehen und darunter im Kies zu graben.

Ausreichend ist bereits eine kleine 26cm Goldwaschpfanne (Gewicht ca 120g) und eine leichte Kunststoff Gartenschaufel. Beides wiegt nicht viel und die Goldwaschpfanne kann man auch als Teller verwenden.

Menü aus Schweinefleischbraten, Kartoffel Püree und Erbsen serviert in einer schwarzen Goldwaschpfanne
Goldwaschpfanne – als Teller …
Faltbarer Outdoor Teller der als Goldwaschpfanne verwendet wird.
Umgekehrt lassen sich faltbare Teller, wenn sie einen Knick haben, improvisiert zum Goldwaschen verwenden. Gut durchschütteln, dann behutsam auswaschen. Ich hab dazu eine Reihe von Experimenten gemacht, mehr dazu in diesem Artikel.

In Alaska gibt es viele Gebiete, die jahrhundertelang mit Schnee und Gletschern bedeckt waren. Damals beim Goldrausch waren diese Areale den Goldsuchern nicht zugänglich – nun sind sie es „dank“ dem Klimawandel. Abgesehen davon können weit abgelegene Täler oder Gebirge kleine Bäche enthalten, in denen noch gar nicht oder nur oberflächlich nach Gold gesucht wurde.

Für die Goldsucher aus dem Jahr 1865 waren nur Goldminen interessant, in denen pro Tag mindestens 1 OZ (31g) Gold geschürft werden konnte. Heutzutage wären Hobby Goldschürfer jedoch bereits über 1 Gramm Gold pro Tag sehr froh.

Meiner Meinung nach gibt es in der Wildnis Alaskas für Langstrecken Wanderer, die abseits der üblichen Trails unterwegs sind immer noch sehr gute Chancen, Gold zu entdecken. Daher in Gebieten, die jahrzehntelang nicht besucht wurden oder so abgelegen sind, dass eine wirtschaftliche Ausbeutung kleinerer Gold Vorkommen uninteressant wäre.

Dazu zählen auch weit abgelegene, historische Claims mitten in der Wildnis. Mit bestätigten Goldfunden, aber in Vergessenheit geraten und viel zu klein für professionelle Minenbetreiber.

Gold in Alaska, wo man es nicht vermuten würde

Gold kann man in Alaska auch einfach dort einsammeln, wo es salopp gesagt achtlos herumliegt. Wenn man tagelang in der Wildnis einen harten Fokus auf Gold hatte ergeben sich zurück in der Zivilisation oft erstaunliche Möglichkeiten.

Mit CAFE beschriftete Hütte in Hope, Alaska
Hier war ich in Hope unterwegs: ein charmantes Goldgräberdorf auf der Kenai Halbinsel unterhalb von Anchorage.

Zunächst bin ich im Souvenirladen auf Goldnuggets zu einem guten Preis gestossen:

Mehrere Gold Nuggets in einem Souvenirladen in Hope, Alaska
Ein 0,4g Nugget aus Alaska für 50$, da kann man nicht viel falsch machen.

Die Verkäuferin meinte, sie hätte die Gold Nuggets vor längerer Zeit eingekauft und noch die alten Preise. So ein Nugget hätte ich wirklich gern selber gefunden, aber das ist für Touristen inzwischen schwierig.

Eine andere Aktion war die Goldwasch Station für Touristen in Hope. Dort bekommen Familien mit Kids etwas Goldsand ausgehändigt um ihn durchzuwaschen. Typischerweise wird den Leuten nicht wirklich erklärt, wie Goldwaschen funktioniert (meine Anleitung dazu) oder es gibt nur ein lahmes Video.

Goldwaschtrog und zwei schwarze Goldwaschpfannen
Bei den Touristen Goldwaschtrögen geht daher viel Gold daneben und landet unten in der Wanne.

So, was passiert wohl wenn einer dieser hart in der Wildnis durchtrainierten Goldgeier angeschwebt kommt und so etwas mit geschultem Blick sieht ..?

Ich hab 20$ bezahlt, das Eimerchen mit Paydirt gleich mit in die Wanne gekippt und wie ein Geisteskranker alles von vorne bis hinten mit den Händen durchgequirlt. Gold ist schwer, es landet dabei garantiert auf dem Boden der Wanne. Dann wird die oberste Schicht mit den Steinen vorsichtig beiseite geschoben.

Der Trick besteht darin, die unterste Schicht mit dem goldhaltigen Sand vollständig in die Goldwaschpfanne befördern und durchwaschen, bevor die Zeit rum ist. Oder jemand vor Ort allzu neugierig wird …

Kleines Glas mit Goldsand in einer Goldwaschpfanne mit viel Goldstaub darin
Alles voll Gold – und das mit viel weniger Arbeit !

Ich vermute, beim Goldwaschen ist es ein wenig so wie mit diesen Glückspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit. Beim nächsten Mal – könnte – ja der ganz grosse Fang dabei sein und man wäre selbstredend alle Sorgen los.

So ähnlich ist es beim Goldsuchen. Das schöne bei einem Goldrausch in Alaska ist jedenfalls, dass man sich selbst damit nicht schaden kann. Im Gegenteil, Goldsuchen ist eine krasse Fitnessübung an der frischen Luft und ziemlich gesund. Abgesehen davon lässt der Goldrausch ganz von alleine wieder nach, wenn man die Gegend mit bestätigten Goldfunden wieder verlassen hat.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück (und Ausdauer) beim Goldsuchen in Alaska. Bestimmt waren hier genug Inspirationen für dich und deine Familie dabei. Lass einen Kommentar da, wenn du reich geworden bist. Oder: wenn du einfach nur eine Menge Spass / Abenteuer in Alaska hattest.

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