Nach Anyox eine weitere Kupfermine, die ich in Alaska besucht habe. Während die Ghosttown Anyox jedoch verlassen ist und sich dort nur noch geheimnisvolle Ruinen befinden ist Kennicott gut erhalten. Zur Zeit wird die Anlage von den Amerikanern vorbildlich restauriert und hat zu Recht den Status von einem „National Historic Landmark“.
Die Produktionsanlagen von Kennicott Mine sind daher nur im Rahmen einer Gruppenführung zu besichtigen, aber ich finde das okay. Es ist schön zu sehen, dass dieses Industriedenkmal gepflegt und erhalten wird. Auch wenn einem das private herumstöbern darin vorenthalten wird.


Hier oben, im Turm der Produktionsanlage wurde das Metallhaltige Gestein aus den umliegenden Minen per Seilbahn angeliefert. Der gesamte Komplex wird zwar als Mine bezeichnet, aber streng genommen ist das lang gezogene Gebäude eine Mühle, Sortieranlage und Logistikhub.

Ich fand die Fotos von der Gestein zermahlenden Mühle wenig aussagekräftig. Der grün vor sich hin schimmernden und sehr schwere Kupfererz Brocken erzählt eine viel spannendere Geschichte.



Ingegesamt war die Arbeit jedoch sehr hart, insbesondere in den weiter oben liegenden Minen. 12 Stunden Schichten, Lärm und mindestens 8 Monate lang beissende Kälte in der Wildnis Alaskas.




Anders als in Anyox (Bericht dazu) hatte die Anlage keinen Smelter, um reines Kupfer zu produzieren. Das Erz, was bis zu 70% Kupfer enthalten konnte wurde mit der Bahn nach Cordova (Google Maps) transportiert um es von dort aus nach Washington State zu verschiffen.
Eine weiterer Unterschied ist, dass die Mine in Anyox aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurde, obwohl noch genug förderungswürdiges Erz im Gebirge gewesen wäre. Die Kennicott Mine schloss jedoch im Jahr 1938, weil die abbauwürdigen Erzschichten erschöpft waren. Der Profit betrug letztendlich 200 Millionen US Dollar, eine für die damalige Zeiten enorme Summe und reicher Lohn für die Investoren.
Uns wurde erzählt, dass die Mine sehr kurzfristig verlassen wurde. Als die Mine erschöpft war gab es genau einen Zug, um die Menschen nach Cordova zu bringen – danach war die Anlage schlagartig verlassen.
Technisch stellt der Minenkomplex eine Meisterleistung dar. Die Mine wurde ab 1903 mit Kapital von so angesehenen Investoren wie JP Morgan und der Familie Guggenheim errichtet. Allein der Bau der Bahnlinie kostete 25 Millionen wobei die laufende Wartung des Schienenstrangs weitere, enorme Beträge verschlang. Jeden Frühling mussten Holzbrücken ersetzt werden, die den schmelzenden Eis Massen der umliegenden Gletscher nicht stand gehalten hatten.

Die Anfahrt zur Kennicott Mine ist heute bei weiten micht mehr so abenteuerlich wie vor 125 Jahren. Als nur die fragile Bahnlinie existierte, um Menschen und Material hinaus in die Wildnis zu transportieren.

Daher ist sowohl die Anfahrt als auch die Abreise eine ganz eigene Reise in die Vergangenheit. Man nimmt den Weg den die Menschen damals in die Gletscher Mine genommen haben und den des wertvollen Erzes.

