Mitten in der Death Valley Wüste steht die Amargosa Opera, in der die Künstlerin Marta Becket jahrzehntelang Ballett & Theater Vorstellungen gegeben hat. In einem verlassenen Theater, welches sie dort entdeckt hatte, oft ohne Publikum und vor leeren Stühlen. Um diesen Mangel auszugleichen hat Marta Becket daraufhin die Wände des Theaters kunstvoll mit einem gemalten Publikum versehen. Ein magischer Ort, der jedoch vom Verfall bedroht wird.

Marta Becket ist im Jahr 2017 im Alter von 92 Jahren verstorben, aber ihr Erbe ist im Rahmen einer Führung zugänglich. Ein versteckter Wüstenschatz, an dem viele Touristen achtlos mit dem Auto vorbei brausen.
Direkt vor Ort gibt es ein kleines Hotel und die Leute versuchen, die Wandbilder so gut es geht zu erhalten. Aber Überschwemmungen und das undichte Dach haben ihren Tribut eingefordert. Noch lässt sich die aussergewöhnliche Kunst im Nirgendwo besichtigen – ich war gerade noch rechtzeitig für Fotos dort.

In den 20er Jahren wurde hier im Death Valley Borax (Wikipedia) abgebaut, bis die Vorräte in den 50er Jahren erschöpft waren. In dem hufeinsenförmigen Gebäudekomplex dort in Death Valley Junction gab es eine Post, eine Bank und ein Hotel für das Management. Das kleine Theater ist ebenfalls Teil dieser aus Adobe Lehmziegeln gebauten Bergbausiedlung, im mexikanischen „Spanish Colonial Style“.


Prunkstück der Anlage ist jedoch die Amargosa Opera mit ihren fantastischen Wandbildern.







Marta Becket hat verfügt, das die Bilder nicht modifiziert oder übermalt werden sollen. Nach Ansicht vom Management fallen behutsame Restaurierungen oder professionelle Ausbesserungen von Wasserschäden auch darunter, was ich unsinnig finde.
Daher ist ungewiss, wie lange dieses schützenswerte künstlerische Kleinod noch in seiner vollen Pracht zu sehen sein wird. Die Adobe Mauern bröckeln bereits und der Gebäudekomplex wurde nicht für die Nutzungszeit von über 100 Jahren entworfen.
Aber – vielleicht fehlt für Restaurierungen auch einfach das Geld. Ich weiss es leider nicht.

Marta Becket hat einen spannenden Lebensweg hinter sich. Sie wurde am 09.08.1924 in New York geboren. Als ausgebildete Ballett Tänzerin hat sie in der renommierten Radio City Music Hall (Wikipedia) getanzt und war als Modell in der Vogue (Wikipedia) zu sehen.
Mit ihrem Mann Tom Williams tourte sie ab 1961 in einem Wohnwagen quer durch die USA, um für Performances an Hochschulen und Universitäten aufzutreten. Ein platter Reifen, der am Osterwochenenede 1967 in Death Valley Juction repariert werden musste sollte ihr Leben für immer ändern.
Marta beschloss zu bleiben, mietete das verlassene Theater und begann es in den kommenden Jahren künstlerisch umzugestalten. Marta Becket war daher nicht nur Tänzerin, sondern auch eine phantasievolle und geschickte Malerin. Am 30.01.2017 starb sie im Alter von 92 Jahren in ihrer Wohnung hinter dem Theater. Ihre Asche wurde dort verstreut, da es ihr letzter Wunsch war als kreativer „Dust Devil“ noch etwas länger durch die Wüste zu kreisen.


Ein ungewöhnlicher Ort, der vor Kreativität nur so sprüht und eigentlich Ort für regelmässiges Theater, Ballett Auftritte, Lesungen oder Filmabende sein müsste. Hoffentlich findet sich eines Tages ein Philanthrop, der hilft, diesen kreativen Fleck in Death Valley Junction zu erhalten.
