Ein paar Eindrücke aus dem Norden Sardiniens. Die Bilder sind in meinen letzten 14 Tagen auf Sardinien entstanden. Insgesamt hab ich zwei Monate in Sardinien verbracht und bin so der kalten Jahreszeit in Deutschland ziemlich gut entgangen.

Offiziell soll man auf Sardinien eigentlich nur auf Campingplätzen übernachten. Die machen jedoch frühestens im April auf. Wild Parken wird ausserhalb der Saison daher geduldet. Zum Glück hat mich da früh morgens aber nur ein quirliger Verkäufer geweckt, der aus seinem Auto heraus Käse verkaufen wollte. Also gibt es jetzt original sardischen Käse im Truck. Direkt zur Tür geliefert, warum nicht ?



Nicht vergessen sollte man, dass im Sommer viele Strandräuber und Diebe unterwegs sind, die Autos knacken. Jetzt in der Nebensaison ist das Risiko geringer, aber ich hab trotzdem immer Parkplätze gewählt, wo ich den Truck im Blick hatte.


Ein erstes Sardinien Fazit: im Februar / März sagt keiner was, wenn man still und friedlich abseits parkt. Und nicht auf dem Campingplatz. Ich hab dadurch enorm Geld gespart. Wasser / Sonne für den Strom ist umsonst, der Parkplatz ebenfalls. Viel gefahren bin ich nicht und die Fähre war mit 87 bzw 175 Euro ziemlich günstig. Wäre das abgerissene Kippergelenk mit über 1000 Euro Schaden nicht gewesen – ja dann wäre das einer meiner günstigsten Ausflüge überhaupt geworden.
5G Mobilfunk war in Italien zu keinem Zeitpunkt verfügbar, aber LTE reicht ja für das meiste.
Neptun Grotte in der Nähe von Alghero
Zu recht ein touristisches Highlight. Wohl dem, der die Grotte nicht im Sommer besucht. Dort ist alles getakten und durchorganisiert.



Im März sind nicht genug Besucher da, um die Boote auszulasten. Es bleibt dann nur die abenteuerliche Treppe und der Fussweg. Dafür ist in der Höhle mehr Platz. Die Treppe muss dann selbstverständlich auch wieder sportlich hochgeklettert werden. Es sind mehr als 600 Stufen.

Im Sommer sind dort bis zu 200 Gäste unterwegs und nicht 20 so wie auf meinem Foto.


Zeit für etwas Cat Content: Katzenfütterung

Wenn man grundlos gebissen wird sagt das Frauchen: das macht er normalerweise nicht. Frauchen hat dabei üblicherweise einen Rüden der nicht hört, männerbissig ist, keine Leine hat und sowieso macht was er will. Und dann noch mit ins Bett darf. Völlig abartig. Warum tun sich Leute diesen täglichen Stress mit Köter, Kot & Komplikationen eigentlich an ?
Kann es dagegen ein grösseres Vergnügen geben, als drei komplett ausgehungerte, aber manierlich um Futter nachfragende Katzen zu füttern ? Ich hab zwar keine Katze an Board, aber stets eine Tüte Katzenfutter. Das Foto entstand auf einem kleinen Picknick Platz in den Bergen, den ich als Nachtlager zweckentfremdet hatte. Die drei zutraulichen Fellnasen haben schnell gemerkt, dass der Overlander Chris gut zu ihnen ist.
Ich hab auf einer Parkbank entspannt zugeschaut, wie die hinter den Bergen untergehende Sonne immer längere Schatten geworfen hat. Neben mir ein paar satte und zufriedenen Katzen, die das auch gemacht haben.

Reisen, wenn man einfach Mal Zeit & Ruhe hat

Lebensgefühl zu dem Zeitpunkt: es ist warm, ich hab Zeit, niemand sitzt mir im Nacken und es ist Italien. In der Abendsonne tanzen ein paar Insekten, die mich jedoch nicht belästigen. Ich muss an nichts besonderes denken – sondern kann einfach nur hier sitzen und zusehen wie die Sonne langsam verschwindet.
Zen ? Yoga ? Entspannungs Podcasts ? Brauch ich alles nicht.

Man setzt seinen Fuss auf eine Schwelle und weiss, dass das vor Jahrhunderten von Jahren ebenfalls Menschen wie ich genau so gemacht haben.
Gefunden hab ich diesen Ort durch einen etwas merkwürdigen Typ der mich in Orgosolo auf der Strasse abgepasst hat. Er hat darauf bestanden, dass ich unbedingt hier rauf in die Berge fahren sollte. Ich so: aha, okee, jaa kann ich machen.
Ich hab hier oben dann noch eine römische Silbermünze gefunden, einfach so.

Eine der vielen merkwürdigen Geschichten, die man manchmal unterwegs erlebt. Wo der Tag durch einen Anstoss plötzlich eine interessante Wendung nimmt.



Nach dem ersten Kochen (wir haben noch bis Mitternacht in seiner Kabine geschnackt, total schön) war es Nico allerdings verboten, am zweiten Abend beim Grillen nochmal den Chili Streuer in die Hand zu nehmen. Dafür waren die Salsiccia Sarda Grill Bratwürstchen dann ohne sein zutun – sowas von scharf – aber dafür konnte er diesmal wirklich nichts …
Immer scharf, mit Nico 🙂

Glücklicherweise hab ich dann doch noch Mal die Preise verglichen: im gleichen Zeitraum sollte eine Passage nach Livorno mit Corsica Sardinia Ferries für mich und den LKW nur rund 100 Euro kosten. Corsica Sardinia Ferries legt am Porto Aranci ab, das ist nur ca 15 Kilometer von Olbia entfernt. Ich hab dann 175 Euro für die Überfahrt inklusive einer grossen Kabine ausgegeben. Endlich Mal ne heisse Dusche, wo nicht nach 5 Minuten der Eimer leer ist !
Diesen Komfort und den Rückzugsraum einer eigenen Kabine hab ich während der 12-stündigen Überfahrt sehr geschätzt. In Livorno hab ich mich dann zur Nachtruhe einfach wieder gratis auf den nächsten Friedhofs Parkplatz gestellt.
Das WLAN Paket würde ich bei Sardinia Ferries nicht buchen. Internet geht nur in der Nähe vom Land, nicht etwa über Satellit. Das ist keine Verbesserung im Vergleich zum eigenen Handy.

Ich nehm immer die rausklettern Lösung, was etwas lästig ist. Aber angenommen das Ticket oder die Kreditkarte fällt unter den LKW beim „langen Arm Lösungsansatz“ wäre man erst Recht aufgeschmissen.

Ich beobachte unterwegs unter den Reisenden meistens die folgende Konstellation: er fährt und sie kocht. Meist weil sie Angst hat, ein grosses Fahrzeug zu lenken. Und oft natürlich fehlende Fahrerlaubnis.
Ganz heisser Tipp: tagsüber auf einer wenig befahrenen Autobahn ohne Baustellen den Umgang mit so einem Fahrzeug üben. Die Brummi Fahrer sagen nichts, wenn man da mit 70 langschleicht und überholen einfach. Ex-Militär, Rundhauber oder alte Feuerwehr: kann nicht schneller, das sieht jeder sofort ein und die Trucker freuen sich eher über die Abwechslung.
Von Autobahn Parkplatz zu Autobahn Parkplatz kann absolut nichts schief gehen und es ist stets Platz ohne Ende. Angesichts der ganzen 40 Tonner kommt einem der eigene Truck mit 7,5 Tonnen dann nicht mehr so riesig vor. So hab ich damals LKW fahren gelernt.
Fazit Italien / Sardinien: keiner kann Englisch, aber alle sind fröhlich & stets super drauf ! Man friert nur selten im Januar / Februar.