In den USA oder Kanada sollte unbedingt eine simple Goldwaschpfanne an Bord sein. Oft bietet sich in der Wildnis überraschend eine Möglichkeiten zum Goldwaschen. Macht unheimlich Spass, auch wenn man selten reich wird. Wäre es nicht ärgerlich, an einer extrem aussichtsreichen Stelle vorbei zu kommen wo man das Gold förmlich riechen kann – ohne eine Möglichkeit zu haben das Edelmetall aus dem Sand rauszuwaschen ?
Ich wollte daher herausfinden, wie gut Goldwaschen mit improvisierten Mitteln funktioniert. In South Pass City (Google Maps) war eine ideale Gelegenheit dazu. Dort in dem Museums Dorf steht Goldsand für die Touristen bereit, perfekt für solch Goldwaschexperimente.
Challenge: erfolgreich Gold waschen mit dem, was man im LKW, Van oder Camper zufällig dabei hat.


Bei meinen Goldwaschexperimenten hatte ich daher Goldsand zur Verfügung, der sehr gleichmässig mit feinsten Goldkrümeln durchsetzt war.
Nach mehreren traditionell gewaschenen Pfannen mit der grossen Goldwaschpfanne aus Plastik wusste ich daher, wie viel Gold ich jeweils zu erwarten hatte. Dort mussten immer so um die 15 kleine Gold Krümel sein.
Eine perfekte Schritt für Schritt Anleitung zum Goldwaschen ist hier: Goldwaschen mit der Goldwaschpfanne
(Neulinge im Goldwaschen sollten sich diese Anleitung auf jeden Fall durchlesen um zu verstehen, wie Goldwaschen technisch funktioniert. Und was bei den Küchengeräten im Gegensatz zur Goldwaschpfanne anders gelaufen ist).
Goldsand wie der in dem historischen Museum in South Pass City setzt sich wie folgt zusammen: Steine, leichter gelber Sand, schwerer schwarzer Sand, sehr schwere Gold Krümel. Die Steine hab ich mit einem Sieb aussortiert. Goldwaschen funktioniert dann wie folgt: der von den groben Steinen befreite, gesiebte Goldsand wird gründlich gewässert und durchgerührt. Gold sollte sich dabei unten in der Pfanne absetzen. Der gelbe Sand und kleine Steinchen werden eher rasch ausgewaschen. Der schwere schwarze Sand gemischt mit Gold bleiben übrig.
Dieses Konzentrat wird vorsichtig weiter ausgewaschen, bis nur noch die Goldkrümel übrig bleiben.
Wie sich zeigen sollte kann man mit typischen gewölbten Küchenpfannen recht gut grob arbeiten und einen Grossteil vom gelben Sand auswaschen. Aber anschliessend verliert man Gold.
Beschichtete Tefal Pfanne




Gelernte Lektion: beschichtete Pfannen sind keine guten Goldwachpfannen. In Notfällen kann man damit ein erstes Kontentrat erzeugen und mitnehmen, mehr nicht.
Findus Stahl Pfanne

Diese sehr grosse Stahlpfanne mit Holzgriff hab ich noch aus Finnland. Sie ist riesig, robust und man kann sie einfach so auf ein Feuer stellen ohne sie durch überhitzen zu beschädigen.
Eine Beschichtung, die man ruinieren kann hat sie nämlich nicht. Daher war ich zunächst sehr zuversichtlich.
Problem ist leider: meine Findus Pfanne ist seitlich stark gewölbt, wie ein Wok (Wikipedia). Ideal, um irgendwas darin zu wenden, aber zum Goldwaschen eignet sie sich – so wie sie ist – leider nicht.


Gelernte Lektion: Pfannen mit einer Wölbung am Rand sind ebenfalls keine guten Goldwaschpfannen.
Omnia Backofen für den Gasgrill
Mein Omnia Backofen ist für frische Brötchen, selbst gebackenes Brot (Artikel dazu) und Aufläufe zuständig. Dieses Teil ist unter Campern & Overlandern sehr weit verbreitet. Ob man mit dem Deckel vielleicht auch Gold waschen kann ? Um das rauszukriegen hab ich die Löcher mit etwas Klebeband verschlossen – und losgelegt.
Es gibt 1) keine Beschichtung, das Alu ist eher rau und 2) einen Knick im Deckel.



Der Omnia Deckel ist zwar ziemlich klein, hat aber einen Knick. An diesem Knick bleibt das Gold sitzen, genau wie bei einer richtigen Goldwaschpfanne auch ! Durch den Knick verliert man kein Gold.
Wie der Name schon sagt: sehr universell einsetzbar, der Omnia.
Die Küchengeräte haben sich insgesamt nicht besonders gut geschlagen. Aber mal angenommen man wäre in einer Gegend unterwegs wo es noch richtige Goldnuggets zu finden gäbe – dafür wäre jede der hier gezeigten Pfannen bestens geeignet.
Ich spreche von Goldnuggets, die man direkt sehen und aufpicken kann, nachdem 90% vom Sand ausgewaschen wurde. Aber solche Fundorte sind inzwischen extrem selten.
Optimierungsversuche … für die Küchengeräte / Kochgeschirr aus dem LKW
So schnell wollte ich mich jedoch nicht geschlagen geben: was tut man nicht alles, um an Gold zu gelangen …
Prinzipiell fand ich die nicht beschichtete Findus Stahlpfanne immer noch an besten, wenngleich der Omnia Alu Deckel überraschend das Rennen gewonnen hatte.

Diese haben Rillen und sollten die Goldkrümel darin festhalten.



Man braucht ziemlich viel Geduld, um immer wieder kleinste Mengen schwarzen Sand wegzuwaschen. Dafür funktionieren die Rillen des faltbaren Bechers ausgezeichnet, um die Goldkrümel festzuhalten.
Ergebnis von meinen Experimenten:
Die Kombination aus der grossen, um Rillen ergänzten Pfanne und den faltbaren Gummibechern konnte eine Profi Goldwaschpfanne durchaus ersetzen. Es war fast genau so schnell, damit zu arbeiten – und das ohne kalte Hände zu bekommen.
Selbst wenn es nicht perfekt ist: im Zweifelsfall ist es besser, improvisiert mit 75% Gold nach Hause zu gehen als mit komplett leeren Händen. Noch besser wäre eine improvisierte Goldwaschrinne, die x50 mal so viel Material durchwaschen kann wie eine Goldwaschpfanne.
Um eine Gegend zu sondieren sind Goldwaschpfannen nach wie vor unverzichtbar. Und sie werden eher als Freizeitbeschäftigung betrachtet und werfen selten rechtlichen Fragen (Abbau von Bodenschätzen) auf.
Mal angenommen – man wird auf einem fremden Claim ausgerechnet mit einer Küchenpfanne im Goldfluss erwischt … dann wird dieser Versuch wohl kaum ernst genommen werden und es gibt nicht mehr als einen Klapps auf die Finger.
Mein Tipp wäre trotzdem rechtzeitig ein paar richtige Goldwaschpfannen aus Kunststoff in unterschiedlichen Grössen ins Reisemobil zu verladen. Sie wiegen praktisch nichts und können als origineller Teller, Napf für den Hund und ähnliches verwendet werden.
Bis zu dem Zeitpunkt, wo es plötzlich Ernst wird mit der Goldsuche.