Fotoserie: Road Trip Alaska Highway

Unterwegs durch Kanadas Tundra Landschaft zu den Gletschern Alaskas. Minengeschichte, weitesgehend ungerührte Natur und Road Trip. Ich bin auf der 37 und dem Alaska Highway 1 Richtung Anchorage unterwegs.

Der Alaska Highway ist zwar durchgehend asphaltiert, aber trotzdem tückisch. Für die zweispurige Strasse wurden in der hügeligen Landschaft Dämme aufgeschüttet. Sehr oft fehlen Leitplanken oder asphaltierte Seitenstreifen. Jede noch so geringe Unaufmerksamkeit wird sofort bitter bestraft.

Volvo LKW der im Strassengraben liegt und drei LKW die gelbe Baufahrzeuge transportieren
Hier hat es einen Volvo umgeworfen. Nur wenige Zentimeter neben dem Asphalt warten weicher Sand – und der Abgrund.
Drohnen Bild von einem LKW der abseits der Strasse auf der Seite liegt
Drohnen Bild vom gestrandeten LKW
Drei Männer laden Fisch aus einem am Strassenrand umgekippten LKW in grosse Plastik Wannen um
Zum Glück ist der Fahrer unverletzt geblieben, aber die Ladung war verloren und eine teure, aufwändige Bergung vom Trailer und der Zugmaschine notwendig.
Fisch in einer Plastiktüte in einem Kühlschrank und Pfanne mit gebratenem Fisch mit Kartoffeln
Bei mir gabs an dem Abend fangfrischen Lachs: vom Laster gefallen …

Rund um Dawson City im Yukon gab es den grössten Goldrausch aller Zeiten, aber nicht nur dort lassen sich historische Minen entdecken. Entlang des Alaska Highways sind viele hastig errichtete Minen Ortschaften entstanden, um genau so schnell zur verlassenen Ghosttown zu werden.

Venus Silver Mine bei Carcross
Die Venus Silver Mine (Google Maps), für die man einen kleinen Abstecher nach Carcross machen muss.
Innenansicht der historischen Venus Silver Mine bei Carcross
Sieht baufällig aus, aber die Holzkonstruktin hat sich in all den Jahren gut gehalten. Ich bin dort etwas herumgeklettert.
Wasserkanister der mit Hilfe von einem grünen Trichter an einem Wasserfall gefüllt wird
Trinkwasser auffüllen, an einem kleinen Wasserfall ganz in der Nähe.

Wasserqualität ist weder in Kanada noch in den USA genormt: eine Umstellung im Vergleich zu Deutschland. Ein Gebirgsbach, der direkt aus einem Felsen entspringt kann daher besseres Wasser haben als gechlortes Wasser aus maroden Leitungen der örtlichen Versorger.

Drohnen Bild Schilderwald Watson Lake
Zwischenstop für einen Spaziergang im Schilderwald von Watson Lake.
Schilderwald in Watson Lake
Hier warten unzählige Nummern und Ortschilder aus allen Teilen der Welt darauf, entdeckt zu werden.

Ein Gemeinschaftskunstwerk der Reisenden, das seit über 50 Jahren am Rand vom Alaska Highway wächst.

Blauer VW T2 Camper Bus im Topzustand
Hey, das ist doch einer von unseren … ein sorgfältig restaurierter blauer VW T2 Camper.
DC-3 Flugzeug als Wetterhahn in Whitehorse
Das ist kein normales Flugzeug, sondern eine DC-3 die sich als Wettervogel oder Wetterhahn im Wind dreht.

Der alte Flieger ist drehend gelagert und richtet sich automatisch aus. Ich hab das zunächst nicht geglaubt. Tatsächlich hat sich die DC-3 im leichten Wind immer mal wieder knarrend in Bewegung gesetzt, um die Nase in den Wind zu drehen. In Whitehorse entdeckt.

Kirche aus einer Wellblech Nissenhütte
Haines Junction. Ich bin weder Kirchengänger noch Kirchen Fotografierer, aber diese Kirche hier ist interessant.

Die Gedenkstätte wurde aus einer sogenannten Nissen Hütte (Wikipedia) improvisiert. Einer rasch zu errichtenden Wellblechhütte (es gibt verschiedene Formen), preiswert & universell einsetzbar.

DAF T244 LKW vor einem Welcome to Alaska Schild mit gelber Schrift
Endlich in Alaska, den USA, wo sich der Alaska Highway noch etwas fortsetzt.

Ich muss an der Stelle einmal etwas über die Einreiseprozeduren in die USA schreiben. Dieses Thema wird in den deutschen Medien völlig falsch dargestellt. In unseren „Qualitätsmedien“ wird suggeriert, dass Verhaftungen, Social Media Account Durchsuchungen und scharfe Befragungen an der Tagesordnung sind. Nichts von dem habe ich bislang erlebt und auch nichts dergleichen von anderen Overlandern geschildert bekommen.

Nach vier Grenzübertritten in die USA (mit Hyder eigentlich fünf, aber dort war überhaupt keine Kontrolle) ist meine persönliche Erfahrung wie folgt: sämtliche US Grenzbeamten waren professionell und freundlich zu mir. Jede meiner Einreisen verlief routiniert und unproblematisch. Ja, sie wollen ein Foto von dir machen und checken die Fingerabdrücke, aber es ist das Recht eines jeden Landes zu überprüfen, wer einreisen will. Es würde der EU gut stehen, das ebenfalls zu machen und nicht einfach jeden rein und raus spazieren zu lassen, so wie es derzeit läuft.

Schneebedeckte Berge des Yukon mit wildem Fluss im Vordergrund
In der Wildnis des Yukon.
20 rote kleine wilde Erdbeeren auf einer Hand

Kein Reisebericht aus den USA wäre vollständig – ohne das Thema Guns & Amo anzuschneiden.

Genauso wenig wie wir uns in Deutschland mit einem Tempolimit auf Autobahnen anfreunden möchten sind die Amerikaner bereit, auf ihre Waffen zu verzichten. Leider in deren DNA. Manche Amerikaner haben so viele Pistolen & Gewehre dass man dafür eine Schubkarre bräuchte und Munition bekommt man einfach so im Supermarkt.

Fotos im US Waffenladen gehört daher zur USA Reise Folklore dazu – wie bei uns Oktoberfest und Klosterfrau Melissengeist.

Lachender Chris posiert mit Waffen in einem US Waffengeschäft
^^ sinnfreies herumgepose im Waffenladen

Aber man sieht glaub ich schon, dass mir das trotzdem ziemlich Spass gemacht hat. 

Die Amerikaner wollen nun mal für alle Eventualitäten vorbereitet sein, massenhaft Waffen gehören dazu. Was, wenn ein Grizzly angreift, Ufos landen oder der Russe Alaska zurück haben will … ?

Blick in den Lauf einer Grizzly Gun Revolver
Diese Grizzly Gun, in denen Lauf man fast den kleinen Finger stecken kann ist dann die Antwort darauf.
Patronen einer Grizzly Pistole im Vergleich zu regulärer 9mm Patrone
Grizzly Amo im Vergleich zu normaler 9mm.

Statistisch kommen 2 Menschen pro Jahr in den gesamten USA durch Grizzly Bären zu Tode. Bislang waren Schwarzbären Sichtungen auf meiner Reise so selten, dass ich keine Bilder davon zeigen kann. Diese Tiere sind eher scheu.

Aber egal. Die Industrie nimmt die Ängste (Horrormeldungen in den Medien) der Menschen hier natürlich ernst und hat für jedes „Problem“ eine Lösung. So wie die Grizzly Gun mit einem Bang und einem Rückschlag, der einem das Ding vermutlich sofort aus der Hand haut.

Abdruck von einem Bären im Schlamm im Vergleich zu einer menschlichen Hand
Keine Begegnung mit einem Grizzly Bär oder Schwarzbären, aber immerhin deutliche Spuren davon.
Alaska Ortschaft Chicken mit Huhn aus Blech und Wegweisern
Spätestens in Chicken oder weiter südlich in Tok ist man im wirklichen Alaska angekommen. Natürlich geht es noch viele tausende Kilometer weiter in unberührte Natur, bis man in Russland landet.

Aber spätestens nach Fairbanks geht es nur noch mit dem Boot oder einen Kleinflugzeug Richtung Westen weiter.

Sandwich mit Cola in einer Goldwaschpfanne serviert
In Chicken fotografiert. Mein kleines Sandwich (24$ …) wurde stilecht in einer echten Goldwaschpfanne serviert.

Chicken und Tok sind die Logistikzentren der Goldgräber im Alaska Teil vom Yukon, wobei ich das etwas präzisieren muss. Es gibt hier: Goldgräber, Fluss Dredger und Bulldozer Miner. Goldgräber graben tatsächlich nach Gold und das ist auch etwas, was den Touristen in kleinen Minen möglich ist. Fluss Dredger haben eine Suction Dredge. Das ist eine schwimmende Plattform, von der aus der Flusssand hochgepumpt oder gefördert wird, um den feinen Goldsand zu extrahieren.

Alaska Nummernschild DREDGR

Bulldozer Miner schieben mit schweren Baufahrzeugen im Tal den Sand in eine Goldwaschmaschine, um ihn durchzuwaschen. Während man als Gold Digger einfach so mit einem Spaten und einer Goldwaschpfanne loslegen kann (an der richtigen Stelle) ist Bulldozer Mining sehr arbeitsintensiv und erfordert teure Ausrüstung.

In Chicken trifft man sich. Entweder einfach so weil die einzige Strasse hier durch führt – oder zum Gold minen.

Iveco und DAF T244 Overlander Fahrzeuge parken Face to Face
Das sind Karina & Sebastian, mit einem ausgebauten Iveco unterwegs. Mit Sebastian war ist später noch Gold schürfen: eine andere Geschichte aus dem Yukon.
Frühstück mit Chris, Christian und Aneta
Bei Christian & Aneta war ich zum Frühstück eingeladen. Die beiden fahren ebenfalls einen DAF T244. Es gab Pancakes mit selbst gemachter Blaubeer Marmelade. Mjammi.

Die zwei haben vier Tage in einem der Creeks hier geschürft und 14 Gramm Feingold mitgebracht. Das Glück hatte ich leider nicht …

Zwei 4x4 Overlander LKW parken vor einem Laden für Gold Nuggets in Alaska
Vor dem Goldladen von Joanne in Tok. Es scheint sich als running gag durch mein Leben zu ziehen dass ich gute Voraussetzungen zum Gold finden habe, aber nur selten oder wenig davon aufspüre.

Wer einmal wissen will wie richtige, natürlich nur extrem schwer zu findende Yukon Gold Nuggets aussehen:

Mehrere Goldnuggets
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