Unterwegs durch Kanadas Tundra Landschaft zu den Gletschern Alaskas. Minengeschichte, weitesgehend ungerührte Natur und Road Trip. Ich bin auf der 37 und dem Alaska Highway 1 Richtung Anchorage unterwegs.
Der Alaska Highway ist zwar durchgehend asphaltiert, aber trotzdem tückisch. Für die zweispurige Strasse wurden in der hügeligen Landschaft Dämme aufgeschüttet. Sehr oft fehlen Leitplanken oder asphaltierte Seitenstreifen. Jede noch so geringe Unaufmerksamkeit wird sofort bitter bestraft.




Rund um Dawson City im Yukon gab es den grössten Goldrausch aller Zeiten, aber nicht nur dort lassen sich historische Minen entdecken. Entlang des Alaska Highways sind viele hastig errichtete Minen Ortschaften entstanden, um genau so schnell zur verlassenen Ghosttown zu werden.



Wasserqualität ist weder in Kanada noch in den USA genormt: eine Umstellung im Vergleich zu Deutschland. Ein Gebirgsbach, der direkt aus einem Felsen entspringt kann daher besseres Wasser haben als gechlortes Wasser aus maroden Leitungen der örtlichen Versorger.


Ein Gemeinschaftskunstwerk der Reisenden, das seit über 50 Jahren am Rand vom Alaska Highway wächst.


Der alte Flieger ist drehend gelagert und richtet sich automatisch aus. Ich hab das zunächst nicht geglaubt. Tatsächlich hat sich die DC-3 im leichten Wind immer mal wieder knarrend in Bewegung gesetzt, um die Nase in den Wind zu drehen. In Whitehorse entdeckt.

Die Gedenkstätte wurde aus einer sogenannten Nissen Hütte (Wikipedia) improvisiert. Einer rasch zu errichtenden Wellblechhütte (es gibt verschiedene Formen), preiswert & universell einsetzbar.

Ich muss an der Stelle einmal etwas über die Einreiseprozeduren in die USA schreiben. Dieses Thema wird in den deutschen Medien völlig falsch dargestellt. In unseren „Qualitätsmedien“ wird suggeriert, dass Verhaftungen, Social Media Account Durchsuchungen und scharfe Befragungen an der Tagesordnung sind. Nichts von dem habe ich bislang erlebt und auch nichts dergleichen von anderen Overlandern geschildert bekommen.
Nach vier Grenzübertritten in die USA (mit Hyder eigentlich fünf, aber dort war überhaupt keine Kontrolle) ist meine persönliche Erfahrung wie folgt: sämtliche US Grenzbeamten waren professionell und freundlich zu mir. Jede meiner Einreisen verlief routiniert und unproblematisch. Ja, sie wollen ein Foto von dir machen und checken die Fingerabdrücke, aber es ist das Recht eines jeden Landes zu überprüfen, wer einreisen will. Es würde der EU gut stehen, das ebenfalls zu machen und nicht einfach jeden rein und raus spazieren zu lassen, so wie es derzeit läuft.


Kein Reisebericht aus den USA wäre vollständig – ohne das Thema Guns & Amo anzuschneiden.
Genauso wenig wie wir uns in Deutschland mit einem Tempolimit auf Autobahnen anfreunden möchten sind die Amerikaner bereit, auf ihre Waffen zu verzichten. Leider in deren DNA. Manche Amerikaner haben so viele Pistolen & Gewehre dass man dafür eine Schubkarre bräuchte und Munition bekommt man einfach so im Supermarkt.
Fotos im US Waffenladen gehört daher zur USA Reise Folklore dazu – wie bei uns Oktoberfest und Klosterfrau Melissengeist.

Aber man sieht glaub ich schon, dass mir das trotzdem ziemlich Spass gemacht hat.
Die Amerikaner wollen nun mal für alle Eventualitäten vorbereitet sein, massenhaft Waffen gehören dazu. Was, wenn ein Grizzly angreift, Ufos landen oder der Russe Alaska zurück haben will … ?


Statistisch kommen 2 Menschen pro Jahr in den gesamten USA durch Grizzly Bären zu Tode. Bislang waren Schwarzbären Sichtungen auf meiner Reise so selten, dass ich keine Bilder davon zeigen kann. Diese Tiere sind eher scheu.
Aber egal. Die Industrie nimmt die Ängste (Horrormeldungen in den Medien) der Menschen hier natürlich ernst und hat für jedes „Problem“ eine Lösung. So wie die Grizzly Gun mit einem Bang und einem Rückschlag, der einem das Ding vermutlich sofort aus der Hand haut.


Aber spätestens nach Fairbanks geht es nur noch mit dem Boot oder einen Kleinflugzeug Richtung Westen weiter.

Chicken und Tok sind die Logistikzentren der Goldgräber im Alaska Teil vom Yukon, wobei ich das etwas präzisieren muss. Es gibt hier: Goldgräber, Fluss Dredger und Bulldozer Miner. Goldgräber graben tatsächlich nach Gold und das ist auch etwas, was den Touristen in kleinen Minen möglich ist. Fluss Dredger haben eine Suction Dredge. Das ist eine schwimmende Plattform, von der aus der Flusssand hochgepumpt oder gefördert wird, um den feinen Goldsand zu extrahieren.

Bulldozer Miner schieben mit schweren Baufahrzeugen im Tal den Sand in eine Goldwaschmaschine, um ihn durchzuwaschen. Während man als Gold Digger einfach so mit einem Spaten und einer Goldwaschpfanne loslegen kann (an der richtigen Stelle) ist Bulldozer Mining sehr arbeitsintensiv und erfordert teure Ausrüstung.
In Chicken trifft man sich. Entweder einfach so weil die einzige Strasse hier durch führt – oder zum Gold minen.


Die zwei haben vier Tage in einem der Creeks hier geschürft und 14 Gramm Feingold mitgebracht. Das Glück hatte ich leider nicht …

Wer einmal wissen will wie richtige, natürlich nur extrem schwer zu findende Yukon Gold Nuggets aussehen:
