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Stahlboot: Elektrischer Funkenschlag zw. Abgasstutzen und Auspuff

Liebe Heizungsfreunde,

ich habe eine 4kw Eberspächer auf unserem Stahlboot (Lüfterschaden) gegen eine 8kw Chinaheizung getauscht. Die Eberspächer lief an und heizte, hat allerdings einen Lagerschaden auf der Lüfterwelle.
Ich konnte beim Umbau Zugluft, Dieselleitung und Warmluftleitung weiter benutzen. Auch den Originalauspuff (in schwerer Ausführung, der in einem Isolierschlauch (ca 70cm) bis zum Borddurchlass geht), wollte ich weiter benutzen. Die Dieselpumpe ging noch, ich habe sie trotzdem gegen die Mitgelieferte getauscht.

Situation 1) Vollständig eingebaut.
Display geht an, Zeigt 13V. Wenn ich einschalte, läuft der Lüfter eine knappe Sekunde auf hoher Drehzahl, dann geht das Gerät in Fehler E06 (Lüfter). Durch erneutes Drucken von ON, kann ich dass Verhalten wieder auslösen.
Mit "rauf"+"runter"gleichzeitig konnte ich die die Pumpe Primern und Diesel wird zur Heizung gefördert.
Der Lüfter dreht sauber hoch und schleift nicht. Ich habe die Heizung geöffnet, das Lüfterrad dreht leicht und frei. Der Hall-Sensor ist ca 3mm von den Magneten entfernt.

Situation 2) Ohne angeschlossenen Auspuff startet die Heizung normal hoch, regelt die Lüfterdrehzahl runter, fördert Diesel und zündet. Weisser Raucht kommt aus dem Abgasstutzen. Warme Luft strömt aus dem Luftauslass. Keine Fehlermeldung.
Wenn ich jetzt versuche, den Auspuffschlauch zu montieren, springen ca 1mm lange Funken über, zwischen dem Abgasstutzen und dem Abgasschlauch. Und die Heizung geht sofort wieder in Fehler E06.

Frage 1) Anscheinend liegt +12V auf dem Motorblock an? Oder wie kann das Fehlerbild entstehen? Wonach soll ich suchen?

Frage 2) Fördern gleich grosse Dieselpumpen gleich viel Diesel je Takt? Kann ich also die alte Eberspächer-Pumpe als Ersatzteil aufheben?

Die Pumpe sollte nicht weiter verwendet werden, da die Fördermenge auf die Eberspächer Heizung abgestimmt ist. Für die neue Dieselheizung paßt sie vermutlich nicht und fördert dann zu viel oder zu wenig Diesel. Noch eine Fehlermöglichkeit mehr, welche du dir einbaust.

Ich würde die Heizung zunächst lose einbauen, mit improvisierten Anschlüssen für das Abgas. So prüfst du, ob die Anlage an und für sich einsatzbereit ist und warme Luft erzeugt wie vorgesehen.

Der Fehler wird dann eher in der Elektrik vom Boot zu suchen sein. Eventuell bekommt die Bootshülle von irgendwoher Strom. Die Heizung hat keine +12 Volt auf der Hülle. Erstens gibt keinen technischen Grund dafür und zweites würde es dann bei allen Kunden funken, nicht wahr ?

Üblicherweise ist der Minuspol der Batterie mit dem Chassis / Masse verbunden.

Hi driver und Heizungsfreunde.

Lose eingebaut - ohne angeschlossenen Auspuff - läuft die Anlage wie sie soll, zündet, wird warm, Lüfter läuft.

An der komplett ausgebauten Heizung messen wir 60 kiloOhm zwischen Plusstecker und Auspuffstutzen sowie ca 8 kiloOhm zwischen Massestecker und Auspuffstutzen.

Wenn wir den Motorstromstecker in Gehäuse vom Steuergerät lösen, sind Plus und Masse vom Auspuff voll isoliert. (Das würde wohl die Glühkerze und den Sensor als Quelle ausschließen)

Meine Bitte, kann jemand im ausgebauten Zustand den Widerstand zwischen Plus und dem Auspuffstutzen messen? Danke euch!

Moin gwo,

bin frisch zurück in Hannover und damit auch zurück an der Front der China Diesel Heizungen. Soweit ich es in Erinnerung hatte, ist die Hauptplatine in der Heizung nicht mit dem Brenner verbunden. Das Gehäuse vom Brenner hätte über die Abgasleitung aus Metall eine leitende Verbindung nach aussen.

Ich hab daraufhin eine meiner Heizungen durchgemessen. Das erste Bild zeigt, wo ich zunächst (um sicher zu gehen) 12 Volt gemessen hab. Dazu hab ich zwei Büroklammern in die Kontakte gesteckt. Wie zu erwarten 12 Volt, damit weiß man wo Plus und Minus / Masse ist.

Zweites Bild: Massepunkt an der Abgasleitung.

Um genau zu messen zieht man nun den Stecker ganz ab. Das ist wichtig, da man sonst den Widerstand vom Netzteil (oder von irgendwas) messen würde. In den abgemachten Stecker kommt man dann bequem mit einer Krokodilklemme rein.

Bild drei: Widerstand vom Pluspol (Versorgungsspannung) gegen Brenner / Abgasleitung. Das Messgerät zeigt 0,820 MegaOhm an, macht 820 Kiloohm.

Bild vier: Widerstand vom Minuspol gegen den Brenner / Abgasleitung. Hier sind es etwa 500 KOhm.

Das ist alles ziemlich hochohmig, vor allem bei 12 Volt. Bei meiner Heizung fließt daher kein Strom in das Gehäuse, wie erwartet sind die Versorgungsleitungen vom Metall Gehäuse getrennt.

Du müsstest jetzt Mal gucken, ob deine Heizung ähnlich ist und die Messung exakt so wie ich sie gemacht hab wiederholen. Bei Ohm kann man sich auch gut täuschen. Mein Verdacht ist, daß da noch irgendwas von der alten Heizung reinstört oder an der Elektrik im Boot ist etwas ungewöhnlich. Failsafe müsste es sein, testweise eine aufgeladene, isolierte 12 Volt Batterie nur für die Heizung zu verwenden, um der ganzen Sache Mal auf den Grund zu gehen.

Du kannst die Heizung ja auch Mal öffnen und nachsehen, ob dir irgend was ungewöhnliches auffällt. Beispielweise, ob der Sensor für die Temperatur irgendwie schief montiert ist und elektrischen Kontakt zum Gehäuse hat.

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