Färöer – auf den Schafsinseln Mai 2022

Auf den Färöer Inseln erwarten einen Landschaften wie aus einem Fantasie Film. Es sorgt für kribbelnde Momente, wenn eine Nebelbank aufreisst und den Blick auf einen einsamen Wasserfall frei gibt.

Sonnenuntergang bei Gasadalur. Der  Wasserfall ist rechts im Bild und fällt tief hinab ins Meer. Die Sonne scheint durch Wolkenfetzen hindurch, fotografiert auf den Färöer Inseln
Der Wasserfall von Gasadalur. Bis vor kurzem war der Ort einer der abgelegendsten Flecken auf den Färöer Inseln, denn den Strassentunnel gibt es erst sein 2003. Noch ist der Abstecher auf die vorgelagerte Landspitze kostenfrei möglich, um so ein Foto zu machen. Den Touristen Fallen auf den Wanderwegen hab ich jedoch einen eigenen Absatz gewidmet.
Blick aus der LKW Kabine über das Lenkrad hinweg auf den Sundini Fjord Föröer Inseln.
Ein Blick aus dem LKW auf den Sundini, bei gutem Wetter. Die Färöer Inseln sind sehr regenreich, oft verschwinden die Berge in den tief hängenden Wolken. Aber genau so schnell scheint auch wieder die Sonne.
Sundini Fjord Färöer Inseln, die Sonne scheint schräg auf die Berge. Der Himmel ist wolkenbedeckt. Unten am Wasser liegt ein kleines Dorf.
Die kleine Kirche von Saksun mit grasbedecktem Dach, umgeben von grünen Wiesen. Im Hintergrund ist ein schwarzer Berg, der manchmal mit Gras bewachsen ist. Unterhalb der Kirche gehen zwei Spaziergänger als zwei kleine dunkle Punkte über die grüne Wiese.
Draussen, im malerisch gelegenen Tal von Saksun. Durch das breite, kilometerlange Tal führt eine einzige Strasse, die an einer versandeten Lagune mit schwarzem Sandstrand endet. Das Grün der Berge wird von kleinen Wasserfällen unterbrochen. In dem Bild bahnt sich ein Konflikt an. Unten auf der Wiese sind zwei Spaziergänger. Die beiden wurden kurze Zeit später vom Bauern mit dem Geländewagen von der Wiese gescheucht.
Vorne stehen vier Autos im Tag von Saksun, zwei davon haben die Heckklappe geöffnet. Drei Personen stehen bei den Fahrzeugen. Im Hintergrund ist ein grünes Bergmassiv.
Etwas Touristenrummel ist überall – ich bin ja selbst als Reisender unterwegs.
Torshaven, die Hauptstadt

Die Hauptstadt Torshaven, welche gleichzeitig der wichtigste Fährhafen der Färöer ist, liegt auf der Insel Streymoy. Besonders sehenswert ist die auf der Halbinsel Tinganes gelegene Altstadt. Dort drängen sich grasbewachsene Holzhäuser dicht aneinander, die urgemütlich aussehen. Überraschenderweise ist die Altstadt gleichzeitig der Regierungssitz der Färöer. Es gibt jedoch weder Kameras, noch einen Sicherheitsdienst oder irgend welche Absperrungen.

Eine Reihe rot angemalte Holzhäuser mit grünen Grasdächern und weissen Fenstern stehen auf auf Felsen. Im Vordergrund ist etwas dunkles Wasser zu sehen.
Der knuffige Regierungssitz mit seinen grasbedeckten Holzhäusern läd zum spazieren gehen und verweilen ein.
Ein altes schwarzes Holzhaus mit roter Tür und Grasdach in Torshaven Tinganes. Vor dem Haus wachsen zwei Birken.
Schöne Fotomotive satt. Während des Winterfahrplans hält das Fährschiff Norröna auf dem Weg nach Island mehrere Stunden ins Torshafen. In der kalten Jahreshälfte hat man daher ein paar Stunden Zeit, das Schiff zu verlassen und zu Fuss einen kleinen Abstecher nach Tinganes zu machen.
Ein Fussballplatz auf dem mehrere Frauen trainieren. Der grüne Fussballplatz ist höher gelegen, im Hintergrund ist unten das blaue Meer zu sehen. Der Himmel ist blau mit dunklen Wolkenfetzen.
Ein über dem Meer liegender Fussballplatz. Fussball ist der Nationalsport der Färöer, Mannschaften schaffen es regelmäßig in die Qualifikation zur Welt- bzw Europameisterschaft. Die Mannschaft hier hat mit Feuereifer trainiert.
Ein rotes Fischerboot fährt auf dem Meer. Im Hintergrund ist ein grüner grasbewachsener Berg.
Nahaufnahme von einem Schafbock mit Geweih. Das Tier hat ein helles Fell, das Auge wird vom kreisförmig gebogenen Geweih geschützt.
Ein misstrauisch drein blickender Schafsbock. Schafzucht ist neben dem Fischfang und dem Tourismus eine der Hauteinnahmequellen der Färöer.
Ein kleines Schaf Baby mit hell weisser Wolle frisst Gras auf einer Wiese
Im April bekommen die Schaf Mamas kleine Babys. Im Mai knabbern dann flauschige Wollknäule an den ersten, grünen Spitzen oder jagen sich gegenseitig über die Wiese.
An einem rostigen Drahtzaun haben sich ein paar Fasern weisse Wolle verfangen, die im Wind wehen.
Wanderparadies Färöer – mit kleinem Schönheitsfehler. Achtung, abzocke bei den Touristen !

Landschaftlich sind die Färöer unglaublich reizvoll und schön, in den Bergen kann man tagelang unterwegs sein. Leider sind sämtliche Ländereien in Privatbesitz. Es gibt keinen Nationalpark oder ausgewiesene Wandergebiete. Daher stößt man ständig auf Zäune, mit denen die Bauern ihre Schafe drinnen behalten und die Touristen am liebsten draussen.

Schlimmer noch.

Für besonders schöne Ecken wird ein frecher Wegezoll verlangt, der an Wegelagerei grenzt.

Der Vordergrund zeigt an einer Absperrung ein Hinweisschild, welches Touristen auf Englisch den Weg zu einer Bezahlstation weist. Die Wörter no trespassing und private area sind rot hervor gehoben. Rechts auf dem Schild ist eine Luftaufnahme abgebildet, wo der Weg zum offiziellen Eingang mit der  Bezahlstation rot eingezeichnet ist. Obwohl das Schild sehr viel erklärenden Text und eine Drohung enthält fehlt die wichtige Information  wie viel bezahlt werden muss. Im Hintergrund ist der See Leitisvatn zu sehen. Am Ufer stehen drei bis vier alte Fischerhütten mit Grasdach.
Ein Hinweisschild, damit sich der Tourist auf dem Weg zum Bosdalafossur nicht etwa verläuft. Auf dem bei Google geklauten Bild ist eingezeichnet, wo es zur Bezahlstation geht.

Der Wanderweg zum Bosdalafossur auf der Insel Vagar ist ein ganz besonders krasses Beispiel. Dort verlangt der raffgierige Landbesitzer 200 DKK (dänische Krone) pro Person für den 3 km langen Weg raus zum Wasserfall. Das sind umgerechnet 26,60 Euro pro Person. Bei nur 50 bis 60 Besuchern verdient dieser ländliche Baron rund 1500,- Euro PRO TAG. Pro Monat dürften die Einnahmen bei mindestens 50.000 Euro liegen.

Ich hätte für ein faires Eintrittsgeld Verständnis, wenn dafür wenigstens der Weg gepflegt wird. Aber dort beim Bosdalafossur trampeln massenhaft Touristen die Grasnabe kaputt. Übrig bleiben ausgelatschte, matschige Wege. Investiert wird dort nichts, nur abkassiert.

Ich hab diesen Artikel auf Island geschrieben. Island hat ebenfalls ein Problem mit sehr vielen Touristen, die im Sommer das Land besuchen wollen. Aber auf Island sind die Wanderwege gratis und mit Grassoden oder Holzschnitzeln markiert bzw ausgelegt. Es kostet nichts und wenn man auf den gemachten Wegen bleibt wird die Natur geschont.

Dort auf den Färöer Inseln nehmen ein paar ekelerregend reiche Landbesitzer die Touristen mit dreisten Eintrittgeldern für ihre matschigen Wiesen aus. Um noch reicher zu werden. Touristen und Natur werden gleichermaßen ausgebeutet.

Es verdirbt einem den Urlaub nachhaltig, wenn man an jeder Ecke einen feist grinsenden Bauern vermutet, der dort ein Bezahlhäuschen aufgestellt hat. Oder der einfach so am Wegesrand steht. Mit einer Hand kratzt er sich im Schritt, die andere hält er für tributpflichtige Touristen auf. Wie mir vom Gasadalur berichtet wurde. Oder vom schwarzen Strand von Saksun, mit 150 DKK = 20 Euro.

Das ist nicht die einzige Masche. Auf einigen Wanderungen wird man zu Gruppen zusammen gefaßt und es wird einem ein „Touristenguide“ zwangsweise zur Seite gestellt. Für 75 Euro pro Person. Vorwand: aus Sicherheitsgründen. Bissige Schafe ? Spitze Regentropfen ? Scharfkantiger Löwenzahn ?

Ein Guide ist auf dem Stromboli sinnvoll & verständlich, auf den Färöern für einfache Wanderungen mit etwas kraxeln jedoch nicht. Dort geht es einfach nur darum, so viel Geld aus den Touristen abzusaugen wie technisch machbar ist. Echt schade, daß da der Wikinger durchkommt, bei den Färöern.

Blick auf die zerklüftete Küste beim Bosdalafossur. Links ist das blaue Meer mit etwas Nebel, rechts Gebirge mit grünen Gradflächen.
Draussen beim Bosdalafossur. Den Wasserfall und den „See über dem Meer“ zeige ich hier nicht ! Und ich bin unten am Ufer lang gegangen. Dann muss man zwar ein paar Zäune überklettern, aber man füllt dem gierigen Bauer mit seinem Wucherpreis nicht die Taschen.  
Was gibt es noch zu berichten – oder zu beachten ?

Fairerweise muss ich sagen, daß es mit Hubschrauberflügen eine Attraktion auf den Faroer Inseln gibt, die spottbillig ist. Von einer Insel zu nächsten fliegt man für umgerechnet 35 Euro. Auf den Färöern sind „Hubschrauber“ sowas wie „Busse“ bei uns. Sie werden sogar von unbegleiteten Schulkindern benutzt und sind stark subventioniert. Wer immer schon Mal Hubschrauber fliegen wollte – kann das auf den Färöern zum Taschengeldpreis tun.

Ich war aus Faulheit und weil ich auf die gemütliche Wärme meiner elektrischen Fussbodenheizung nicht verzichten wollte fast immer auf Campingplätzen. Mit Strom hab ich zwischen 100 DKK und 200 DKK bezahlt. Der Preis war fair und die Plätze durchweg gut. Zusätzlich gibt es auf den Färöern viele Stellplätze, wo man meiner Einschätzung nach sehr gut frei stehen kann. Niemand beanstandet dort eine manierlich durchgeführte Übernachtung auf einem abgelegenen Parkplatz.

Erfreulich ist ausserdem das sehr gut ausgebaute Verkehrsnetz. Die Färöer sind fleissig dabei, alles zu untertunneln. Bis auf die beiden südlichen Inseln Sandoy und Suduroy sind alle Inseln mit Brücken und Tunneln verbunden. Die Tunnel sind allerdings mautpflichtig und müssen auf der Webseite www.tunnil.fo bezahlt werden. Buslinien verkehren regelmäßig und sind preiswert, manche sogar gratis.

Die Anreise lief in meinem Fall mit der Fähre Norröna, die leider sehr unruhig läuft. Ohne Mittel gegen eine Seekrankheit sollte man sich nicht an Board begeben.

Lieber gleich mit dem Flieger ? Die Färöer Inseln werden von Kopenhagen aus angeflogen – und von Paris.

Leider sind die Färöer (im Gegensatz zu Island) nicht in der EU: Weltzone 2 mit dem Mobiltelefon. Dem kann man entgehen, in dem man sich auf dem Weg dahin in Dänemark eine Lebara SIM im Supermarkt besorgt. Internet ist damit absolut bezahlbar und man verliert keine kostbare Zeit mit der Suche nach einer lokalen SIM Karte.

Schlechtem Wetter kann man auf den Färöern einfach davon fahren. Oft ist es im Norden regnerisch und stürmisch, während im Süden bereits wieder die Sonne scheint. Auch so wechselt sich das Wetter rasch ab und Phasen mit Regen sitzt man einfach aus.

A propos Wetter: eine Jacke, die Wasser und Wind abweist ist für Wanderungen Pflicht, ebenso eine solche Hose und solide Trecking Schuhe.

Der Ort Gjogv Färöer Islands von schräg oben betrachtet. Das Meer brandet links gegen die Küste, im Vordergrund ist rechts ein grasendes Schaf zu sehen.
Wandern in Gjogv. Der Ort hat einen kleinen, tadellos gemanagten Campingplatz. Wenn man ganz genau hinschaut erkennt man den Truck unten auf dem Parkplatz. Links oberhalb der Kirche. Für den Wanderweg, von dem aus ich dieses Foto gemacht hab verlangt der Bauer 50 Kronen. An einem Briefkasten wird um diese Spende zur Unterhaltung der Zäune und der Gatter gebeten. Ich fand das fair und hab die 50 Kronen daher gern bezahlt.
Fazit

Mir haben die Färöer gut gefallen und ich hatte dort eine prima Zeit. Vor allem wegen dem fragwürdigen abkassieren der Touristen mit Wucherpreisen würde ich eher zu einem Urlaub beim Original Island raten.

Island ist noch teuer als die Färöer. Die Natur ist mit Gletschern und Hochtemperaturbebieten viel abwechslungsreicher und es gibt weniger Einschränkungen. Beispiel: selbst die stark besuchten Hauptattraktionen Gullfoss Wasserfall und der Geysir haben kostenlose Parkplätze.

Die Insel Tindholmur der Faroer Islands

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