Finnland: Schätze des Waldes, Beeren & Pilze sammeln für Noobs

Die Natur Finnlands ist in den kurzen Sommermonaten, bevor sie sich in die dunkle Winterzeit verabschiedet, verschwenderisch. Von jedem Spaziergang in den Wald kehrt man mit gesammelten Schätzen zurück.

Das können Beeren sein, um damit eine Blaubeermilch zuzubereiten oder um eine leckere Quarkspeise zu machen. Oder Zutaten für eine Pilzpfanne, ein Pfifferling Omelette oder eine Pilzsuppe.

Während man bei Preiselbeeren und Blaubeeren nicht viel falsch machen kann, wäre mein Rat in Finnland nur die Pilze zu sammeln, die man gut kennt. Ich sammle seit meinem achten Lebensjahr Pilze im Wald. Trotzdem habe ich in Finnland nur die Pilze gesammelt, die mir bestens aus Deutschland bekannt waren – und meinen ersten Korb Pilze hab ich vor der Zubereitung einem pilzkundigen Finnen gezeigt.

Soweit ich es beurteilen kann, gibt es in Finnland nur wenige wirklich giftige Pilze, die als Doppelgänger von genießbaren Pilzen unterwegs sind. Vermeiden würde ich jedoch alle weißen Pilze und alle Pilze mit Lamellen anstatt Röhrenkörper.

Da der Wald im Spätsommer voll von Pilzen ist, kann man durchaus etwas wählerisch sein und nur Steinpilze oder Pfifferlinge sammeln. Älter aussehende Pilze oder besonders große Pilze würde ich stehen lassen. Die sind meistens von kleinen Würmern befallen, bei denen Waldpilze ganz oben auf dem Speiseplan stehen.

Wichtig ist es dann noch, alle Früchte des Waldes vor dem Verzehr gründlich mit Wasser zu waschen.

Ich hab eine „Beste Zeit“ zum sammeln eingefügt, aber das ist unpräzise. In Lappland ist die Pilz Saison nur ganz kurz, im August. Im Süden Finnlands findet man dagegen bis zum Spätherbst Pilze im Wald.

Blaubeeren
Eine handvoll Blaubeeren vor einem Blaubeerstrauch mit Blaubeeren

Aromatischer als die Kulturbeeren aus dem Supermarkt. Geeignet als Nachtisch, Marmelade und Snack zwischendurch. Blaubeeren haben eine samt matte Oberfläche und eine deutliche Blaufärbung. Die grünen Blätter vom Strauch ähneln den Blättern der Preiselbeere.

Beste Zeit: August

Schwarze Krähenbeere – möglicher Doppelgänger der Blaubeere
Schwarze Krähenbeere an einem Strauch

Krähenbeeren sind prinzipiell essbar, allerdings schmecken sie eher bitter. Zu viele davon sollen einem auch einen Rausch & Schwindelanfälle verpassen, sagt Wikipedia. Ich würde sie daher nicht pflücken und essen. Im Gegensatz zu Blaubeeren sind die Laubblätter der Schwarzen Krähenbeer eher nadelartig. Die Beeren glänzen und sind schwarz, nicht blau.

Blaubeeren und schwarze Krähenbeeren teilen sich oft einem Standort.

Preiselbeeren
Rote Preiselbeeren an einem Strauch, im Hintergrund ist ein dicker Birkenstamm mit weisser Rinde

Als Marmeladenklecks zum Köttbullar unverzichtbar, als frisch gepflückter Snack zwischendurch aber auch gern genommen.

Beste Zeit: August und September

Pfifferling
Drei unterschiedliche alte, gelbe Pfifferlinge liegen auf einem schwarzen Holzbrett

Der Echte Pfifferling hat keinen ungenießbaren oder giftigen Doppelgänger. Die Farbe ist Goldgelb, der Stamm ist trichterförmig und der Pilz hat einen gewellten Hut. Anstatt einem Schirm mit Lamellen hat der Pfifferling Leisten, die in den Stamm über gehen. Ausgewachsene Exemplare kann man eigentlich nicht verwechseln. Kleine Pfifferlinge so wie auf dem Foto würde ich vorsichtshalber nur mitnehmen, wenn sie direkt neben einem großen Pfifferling wachsen.

Beste Zeit: später August bis Anfang Oktober

Birkenpilz
drei Birkenpilze mit weissem schwarz gesprenkelten Stil

Der Stamm vom Birkenpilz sieht einer Birke ähnlich, tatsächlich wächst der Birkenpilz immer in Gemeinschaft mit Birken. Auf dem Bild ist hinten ein älteres Exemplar. Wenn man nichts besseres findet würde ich stets die Röhrenschicht entfernen. Dort sind oft kleine Würmer, die man dann auf einmal los wird. Die Röhrenschicht löst sich sehr leicht.

Der Stamm und das Fruchtfleisch färbt sich beim braten oder wenn es längere Zeit an der Luft ist Schwarz. Der Hut ist hellbraun bis Kupferfarben. Als Doppelgänger kommt der Gallenröhrlig in Frage.

Beste Zeit: Juli bis September

Marone oder auch Maronen Röhrling
Marone mit blauer Druckstelle in der Röhrenschicht
Da das Bild bei Wikipedia wesentlich besser war als meins hab ich mich dort bedient. Danke an Holger Krisp (Bildrechte), der für diese super Aufnahme sicherlich lange durch den Wald gestapft ist !

In Deutschland einer der am meisten gesammelten Pilze. Die Röhrenschicht der Marone verfärbt sich charakteristisch blau, wenn sie etwas gedrückt wird. Die Kappe ist samtweich und kastanienbraun. Der Stil ist ebenfalls braun.

Möglicher Doppelgänger: der Gallenröhrling.

Beste Zeit: August

Steinpilz
junger Steinpilz von Moos umgeben

Die Maserung vom hellen Stil erinnert mich immer an Marmor. Der Stil ist dick und stämmig, oft bauchig. Die Kappe war bei den Steinpilzen, die ich in Finnland gefunden habe, immer etwas knubbelig und mit einer Maserung. Leider ist der Steinpilz sehr oft von Maden befallen, die diesen Pilz ebenfalls sehr schätzen.

Auch beim Steinpilz droht Verwechslungsgefahr mit dem Gallenröhrling. Durch lecken an der Schnitt Stelle hat man aber sofort Gewissheit. Bitter: Gallenröhrling. Nicht bitter: Steinpilz.

Beste Zeit: August bis September

Steinpilz mit rötlichem Hut

Diesen Pilz habe ich oft gefunden, er sieht aber nicht 100% wie der gemeine Steinpilz aus. Holger Krisp meint, es könnte eventuell ein Fichtensteinpilz oder Kiefersteinpilz sein.

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