Gebrauchsanleitung für Italien

Als Deutscher in Italien – was ist anders und sollte beachtet werden ? Was ist in Italien normal, wird von uns deutschen Touris aber anders wahr genommen ?

Frühstück – nur hopplahopp

Frühstück entfällt bei den Italienern oder besteht nur aus einem Becher Kaffee + einem Stück Gebäck. Ein Frühstücksbuffet mit verschiedenen Sorten Brot, Marmelade, Wurst und Schinken Aufschnitt, einer Käseauswahl, Jogurt, Müsli, gebratenen Würstchen, Bacon, Tee und frisch gepressten Säften gibts es daher nur in Hotels, die sich auf internationale Touristen eingestellt haben.

(Ich hab einfach mal aufgezählt, was ich mir unter einem königlichen Frühstück in Deutschland vorstelle)

Die wichtigste Mahlzeit ist in Italien Abends, die Menüs schlagen unser „Abendbrot“ um Längen !

Im Restaurant, Besonderheiten

In den meisten Reiseführern stehen genaue Anleitungen, welchen Wein man wozu bestellen muss und was für Fettnäpfchen im Restaurant drohen. Meine Erfahrung in Italien ist, daß einem als Tourist im Jahr 2022 vieles nachgesehen wird. Es ist daher kein Problem mehr, den Cappuccino zum falschen Zeitpunkt zu bestellen. Vor allem, wenn man eher nett und an Italien interessiert auftritt. Ohne Ansprüche zu stellen. Cola Zero anstatt Wein wurde belächelt, aber niemand war mir ernsthaft böse.

Ein paar wichtige Details sind jedoch anders als in Deutschland.

In Italien ist es nicht üblich, viel oder überhaupt Trinkgeld zu geben. Selten wird der Betrag großzügig aufzurunden. Anstatt dem Trinkgeld steht auf jeder Rechnung eine kleine Summe für das „Gedeck + Brot“, der Coperto. Wer versucht, den Coperto von der Rechnung zu streichen (ein bis zwei Euro) blamiert sich bis auf die Knochen. Anstatt Trinkgeld zahlt man eben das, fertig. Es ist weiterhin nicht üblich, nach dem Essen noch lange im Restaurant zu verweilen.

Wenn die Bedienung fragt, ob noch ein Espresso, Cappuccino gewünscht wird, ist das Menü komplett serviert. Entweder man legt noch eine Kaffee Spezialität nach, oder es wird passend bezahlt, was auf der Rechnung steht. Anschließend macht man sich auf den Weg.

Wer wirklich sehr zufrieden war: passend zahlen und ein paar Münzen beim Gedeck liegen lassen.

Pizza gibt es meist nur am Abend. Richtige Pizza, mit frischen Zutaten.

Durchaus üblich ist es, sich als Familie zwei Flaschen Wasser zu bestellen und diese aufzuteilen. Im deutschen Restaurant: undenkbar.

Stichwort Familie: gerne wird Abends lang und ausgiebig mit der ganzen Familie, Freunden, Bambini und spontan hinzukommenden Bekannten im Restaurant gespeist. Überhaupt war ich, alleine unterwegs, damit die absolute Ausnahme im Restaurant.

In ganz Italien ist der Kaffee ausgezeichnet: üblich ist Cafe Latte, Espresso, Capuccino. Kaffee als Kännchen oder Kaffee, der stundenlang auf einer Warmhalteplatte steht (typisch für die USA) gibt es (zum Glück) nicht.

Die Qualität der Lebensmittel hab ich selbst in kleinen Restaurants als erstaunlich gut wahr genommen. Oft ist selbst gebackenes, knuspriges Brot selbstverständlich. Ich als Antialkoholiker konnte damit nichts anfangen, aber in Sizilien waren fast alle Wirte stolz, eine Auswahl erstklassiger lokaler Weine direkt von Weingütern der Umgebung anbieten zu können.

Auf dem Campingplatz – und frei stehen / wildcamping

Die Campingplätze in Italien haben nicht den gleichen Standard wie in Deutschland. Moderne Sanitäranlagen sind selten, auf Camping Fahrzeuge der aktuellen Generation mit 8 Meter Länge sind die wenigsten Plätze eingestellt. Beim Stromanschluss ist meist bei 3 bis 5 Ampere Schluss. Richtig große, moderne Anlagen sind die Ausnahme. Kleine, familiär geführte Plätze sind häufiger und persönlicher, aber vieles ist improvisiert. Ohne Strom zahlt man in der Nebensaison 15 € auf einfachen Plätzen. Zu zweit und in der Hauptsaison sind es 25 bis 40 € aufwärts.

Die meisten Plätze haben nur in der warmen Jahreshälfte vom April bis September geöffnet.

Trinkwasser ist nicht selbstverständlich – an der Rezeption erfragen.

Da Italien sehr gebirgig ist verlaufen die Autobahn und die Eisenbahn immer parallel unten am Meer. Dort wo auch die Strände sind. Es gibt daher kaum Campingplätze am Meer, die völlig ruhig sind.

Klopapier fehlt immer. Wer zum Klo latscht, sollte eine Rolle in der Hand haben.

Bei vielen Campingplätzen ist ein kleines Restaurant angedockt, das fand ich außergewöhnlich. Die Mühe macht sich in Deutschland kaum ein Platz.

Mein Rat wäre, mit nicht allzu hohen Ansprüchen auf einen Campingplatz in Italien zu fahren. Einfach als Stellplatz betrachten, dafür viel vom quirligen Leben in Italien mitbekommen und von den in der Regel sehr guten Restaurants profitieren.

Frei stehen hab ich in der Nebensaison als komplett unproblematisch kennen gelernt. Wild Campen ist in ganz Italien offiziell untersagt. In der Hauptsaison, wenn mit dem Campingplätzen Geld verdient wird werden die Parkplätze um touristischen Hotspots herum durchaus kontrolliert. Aber wie es in Italien so ist: vieles ist verboten, keiner hält sich daran. Abseits der Küste und der großen Städte wird frei stehen daher geduldet, solange man manierlich bleibt.

Ich wurde auf Parkplätzen nicht ein einziges Mal angesprochen, obwohl der ex-Militär Truck unübersehbar ist. Allerdings hab ich auch keine Stühle & Tische draussen. Und ich stecke keinen Vorgarten mit Drahtzaun und extra dafür mitgeführten Blumentöpfen ab – sowas fällt wirklich nur deutschen Campern ein.

Die Deutsche Marotte darum zu bitten nicht zu dicht am eigenen Camper zu parken sollte man sich in Italien peinlichst verkneifen. Italiener sind lebhaft und kommunikativ, mit so einer Aktion blamiert man sich und bleibt als Tedesco in denkbar schlechter Erinnerung.

Am besten akzeptiert man kulturelle Eigenarten im Gastland einfach so, wie sie sind. Das, was man für richtig und angemessen hält (Müllentsorgung z.B.) kann man immer noch kommentarlos besser machen.

In der Nähe offizieller Picknick Plätze sagt keiner was, wenn man dort über Nacht parkt. Manchmal gibt es mit Agritourismo Bauernhöfe, die günstig oder gratis sind und vom angeschlossenen Hofladen leben.

Einkaufen – in Italien

Im Gegensatz zu uns haben die meisten Läden auch am Sonntag geöffnet. Oft ist aber eine ausgedehnte Mittagspause üblich und der jeweilige Laden öffnet dann erst wieder ab 15:00 oder 16:00 Uhr. Werktags haben viele Geschäfte bis 20:00 oder 21:00 geöffnet.

Wichtig: beim Einkaufen immer den Kassenbon mitnehmen. Ich weiß persönlich von keinem einzigen Fall, aber es soll möglich sein, daß die Finanzpolizei (?) vor der Tür kontrolliert. Wegen Schwarzgeld, eine Strafe bekommen dann beide: der Ladenbesitzer und der Kunde. Jedenfalls ist es üblich, den Kassenbon einzustecken. Den Verkäufern ist sichtlich unwohl, wenn man (wie in Deutschland üblich) bei Kleinstbeträgen z.B. beim Bäcker auf den Bon verzichtet.

Vieles wird abgewogen. In Deutschland ist es praktisch ausgestorben, daß man seine Äpfel im Supermarkt selber auf eine Waage legt. Um dann in Verbindung mit einer Nummer, die man sich merken muss, selber ein Preisschild auszudrucken. In Italien hat das jeder zweite Supermarkt. Beim Bäcker werden Brötchen & Brot ebenfalls gewogen und dann nach Kilo bezahlt.

Gesprächsthemen, die man lieber ausspart

Italien ist ein traditionell geprägtes Land. Die Menschen sind mehrheitlich katholisch und eher prüde. Speziell die Themen Geld, Einkommen und Sex würde ich aussparen. Politik und insbesondere Fussball ist dafür top ! Also, eh, am besten etwas über Bayern Munchen in Erfahrung bringen, um mithalten zu können.

Do you schpeak Änglisch & sprichst Du Deutsch ? Fremdsprachen in Italien

Nur die wenigsten Italiener sprechen ausser Italienisch etwas Englisch, Französisch oder Spanisch. Aber viele Italiener haben in Deutschland gearbeitet. Auch wegen dem Nachbarland Schweiz trifft man manchmal an ungewöhnlichen Orten Italiener, die überraschend gut Deutsch sprechen.

Wichtigste Wörter

Ja / Nein – Si / No

egal – non importa

Entschuldigung – mi scusi

Bitte – per favore

Danke – grazie (grazie mille: tausend dank)

Darf ich ? – Permesso ?

Morgen – Domani

Ciao – Ciao (Begrüßung und Tschüss)

Klo, Badezimmer – Bagno

Deutscher – Tedesco

Kein Italienisch – Non parlo italiano

Ich bin traurigerweise alles andere als ein Sprachgenie und hab es mittlerweile aufgegeben, von jedem besuchten Land mehr als zehn, fünfzehn Wörter der jeweiligen Sprache zu lernen.

Bei mir ist es eine Mischung aus passablem Englisch, Französisch auf dem Niveau „Baustelle“, Google Translate, zeichnen mit Stift und Papier, Zahlen mit den Fingern zeigen und vielen Gesten, mit denen ich versuche ans Ziel zu kommen. Im Großen und ganzen funktioniert das sogar ganz gut. Sowohl in Ungarn, als auch in Finnland oder dem Iran – und auch in Italien.

Ein paar mehr italienische Vokabeln könnten jedoch nicht schaden, wer sprachbegeistert ist und mehr drauf hat als ich.

Im Verkehr

In Palermo: ne ganze Ecke hektischer als bei uns. So wie in Berlin. Verkehrsregeln wie Stop Schilder werden eher kreativ ausgelegt. An Geschwindigkeitsbeschränkungen in Ortschaften (50) oder Autobahnen (einfach nicht schneller als 110 fahren) sollte man sich halten.

Insgesamt ist der Fahrstil der Italiener (mein Eindruck) jedoch vorausschauend und rücksichtsvoll.

In Baustellen fährt kein Italiener langsam, wenn da ein 30 Schild ist.

Lichthupe / Hupe heißt: Achtung ich fahr jetzt, pass auf. Bei uns in Deutschland ist es eher umgekehrt: fahr du, ich hab dich gesehen.

„Vorfahrt beachten“ ist (wie in Skandinavien) als weißes Dreieck auf die Strasse gemalt.

Ausserhalb von Ortschaften Tagfahrlicht einschalten. Wenigstens im Tunnel !

Alle Strassen, die mit SS oder SP anfangen lassen sich auch mit größeren Fahrzeugen befahren. Abseits kann es schnell eng werden. Durch extrem verengte Strassen kommt man mit einem Kleinwagen zwar noch durch, aber für Deutsche ist diese Situation sehr ungewöhnlich.

Die Autobahn Maut (durchaus bezahlbar !) wird im Artikel über den Transit Deutschland – Tunesien beschrieben.

Italien und der Müll

Als Deutscher ist man von dem überall herumliegenden Dreck abgestoßen und entsetzt.

Überall fliegt Plastikmüll herum. Ein „Umweltbewusstsein“ ist nur da vorhanden, wo sich zu viele zahlende Touristen über vollgemüllte, stinkende Strände, ungeklärtes Abwasser und Müll in den Strassen beklagen. Es gibt in Italien kein Pfandsystem. Eine Mülltrennung oder Recycling ist manchmal in Ansätzen erkennbar.

In Italien gibt es sowieso nur selten Mülltonnen. Am häufigsten wird der unsortierte Hausmüll in eine Plastiktüte gepackt und an die Strasse gestellt. Damit sie – eines Tages – ein Müllauto mitnimmt. Oder auch nicht. Eher machen sich Katzen, wilde Hunde und Krähen über den Unrat her und verteilen alles. Abfälle einfach fallen zu lassen oder aus dem Autofenster zu werfen ist in Italien jedenfalls völlig normal. Das habe ich oft beobachtet.

Ob es daran liegt, daß Italiener durchschnittlich erst mit 35 zu Hause ausziehen und bis dahin die Mama ständig hinter einem aufgeräumt hat ?

Ein weiterer Faktor: bei uns hat das Wasser aus dem Wasserhahn Trinkwasserqualität. In Italien wird Trinkwasser dagegen in Flaschen gekauft. Die vielen, leeren PET Flaschen fliegen dann massenhaft überall in der Landschaft herum.

Bei uns in Deutschland wird das Müllproblem aus Einwegverpackungen natürlich besser versteckt. Plastik Verpackungsmüll landet in der Müllverbrennung, was der direkten Verbrennung vom fossilen Rohstoff Öl gleich kommt. Oder er wird exportiert. Auch nicht gut. Aber in Italien ist es echt doppelt Scheißegal. Wirklich vermeidbares Plastik Einweggeschirr ist sogar in Restaurants verbreitet. Am besten wäre es, die ganzen Verpackungen überhaupt nicht herzustellen, aber in Italien sind sogar Eier und Saft in Plastik verpackt. Alles und jedes kommt nochmal in eine Plastiktüte und für die Umwelt ist das ein einziges Desaster. Wo da bitte anfangen ?

Den Italienern ist der Müll in ihrer Natur völlig gleichgültig. Billige Ausrede: die Mafia ist Schuld an allem. Daher Menschen, denen man die Schuld geben kann und nicht das eigene Verhalten. Mag wohl sein, aber es ist kein Wille erkennbar, daran irgendwas zu ändern.

Es ist fast so, als würden die Italiener ganz gerne mit ihren Schuhen durch die überall herumliegenden Abfälle und Scherben rascheln.

Ich hab teilweise wenigstens am Strand angefangen, den Müll aufzusammeln und in eine (weitere) Plastiktüte zu stopfen. Für die Tüte hab ich mir dann stets eine große Mülltonne gesucht.

Müll einsammeln der herumliegt, das kommt den Italienern nicht in den Sinn. Die wollen stets eine „bella figura“ machen. Müll aufheben = ist nicht bella figura.

Mobilfunk und Internet in Italien

Es gibt vier Anbieter: TIM, Vodafone, Wind 3 und Iliad. Eine in Deutschland ziemlich enttäuschende O2 Karte kann sich bei TIM und Wind einbuchen und funktioniert dann tadellos. LTE 4G / 4G+ ist fast überall verfügbar. Der 5G Ausbau hinkt hinterher, Deutschland ist da erheblich weiter. Angeblich ist Wind in Italien am weitesten fortgeschritten, alle anderen versorgen im Februar 2022 nur Großstädte wie Mailand oder Rom mit 5G.

Während meins Italien Trips hat sich mein Handy kein einziges Mal mit 5G verbunden.

Insgesamt ist die Mobilfunkabdeckung in Italien annähernd perfekt.

Insbesondere, weil sich Deutsche SIM Karten (selbst Vodafone) mit verschiedenen Anbietern verbinden können. Telekom D-Netz Karten verbinden sich ebenfalls mit TIM und Wind und haben dann ein sehr gutes, exzellentes, schnelles LTE Netz.

Ich hatte gelegentlich das Problem, daß sich mein Handy plötzlich gar nicht mehr einbuchen wollte. In dem Fall hilft eine manuelle Suche nach Mobilfunkbetreibern und das manuelle auswählen von TIM / Wind. Dann nach ein paar Stunden auf automatisch zurück stellen, das Handy sollte die Verbindung dann wieder von alleine finden.

Um Enna (Mittelsizilien) herum mochte sich nur noch die D-Netz Karte von Penny einbuchen, meine O2 nicht. In den Funkzellen dort gibt / gab es im Februar 2022 offenbar ein Problem mit ausländischen SIM Karten.

Der Quereinsteiger Iliad vertreibt SIM Karten über Automaten in Einkaufszentren, ähnlich wie Free in Frankreich. Es gibt Angebote über 120 GB für nur 10 Euro, von denen sich immerhin noch 7 GB im europäischen Roaming nutzen lassen. Eine Karte der Stores ist hier: iliad corner store

Eventuell wäre das eine Option, falls im Urlaub massiv Bandbreite für die ganze Familie benötigt wird.

(Oder falls einem nichts besseres einfällt als Streaming – anstatt Abenteuerurlaub und viel Abwechslung im quirligen Italien)

Das Handy ist des Italieners liebstes Gadget. Ein typischer Italiener hat eine rechte Hand und die Handyhand. Als LKW Fahrer bekommt man auf Grund der erhöhten Sitzposition mehr mit als ein PKW Fahrer. Meine Beobachtung: in keinem anderen Land Europas wird so viel beim Fahren telefoniert und am Steuer getippt wie in Italien.

Als Fußgänger wäre ich in Italien wirklich aufmerksam beim überqueren der Strasse.

Das Leben in Italien, Eigenheiten

Ich hab Italien sehr genossen. Die Menschen sind herzlich und im Vergleich zu Deutschland viel hilfsbereiter, gastfreundlicher, wenig misstrauisch und sehr warmherzig. Italiener haben Zeit, sind sehr familiär und selten hektisch. Mein Eindruck, der insgesamt sehr positiv war !

Oft findet das Leben auf der Strasse statt, gern laut und mit Musik. Ich hab ein, zwei Mal den „Fehler“ gemacht, auf bekannten Ausflugsplätzen zu übernachten. Abends ab 22:00h treffen sich dann die jungen Leute, kurven mit ihren Autos herum, flirten, hören laut Musik und genießen die Unabhängigkeit und das nicht Vorhandensein von Regeln. Oben beim Leuchtturm von Milazzo wurde es erst nach 2:00h ruhiger, was ich eigentlich hätte ahnen müssen. Nächtliche Rallyes auf schnellen Motorrädern, dazu Popmusik aus dem Auto heraus, flirten und sich draussen mit Freunden treffen: das ist Italien.

Lebenslustiges Italien: es ist laut und überall Disko.

Ein paar Sachen müsste man jedoch nochmal genauer wissenschaftlich untersuchen.

Da wäre zum Beispiel das Phänomen vom sinnlosen herumkurven oder herumsitzen im Auto auf Parkplätzen. Ich hab es an ziemlich abgelegenen Plätzen immer wieder erlebt, daß ein Auto auf den Parkplatz fährt, wendet, sofort wieder davon braust. Warum ?

Auf dem Parkplatz am Jacht Hafen in Lipari war die Quote an mehreren Tagen etwa 3 bis 7 Fahrzeuge pro Stunde. Dort ist nur die abgelegene Jacht Hafenmole, kein Treffunkt, kein Meer zu sehen, keine Sehenswürdigkeit. Unerklärlich. Es waren einheimische Fahrzeuge, eine fehlerhafte Navigationssoftware oder missverstandene Verabredungen lassen sich ausschließen.

Stundenlag zu zweit mit dem Handy in der Hand auf windigen Parkplätzen im Auto sitzen war eine weitere, italienische Besonderheit. Ich meine, gemütlich ist das doch nicht. Das ständige kommen und gehen hat mich ziemlich verwirrt.

Im Auto, 3x am Handy, mit Hund 10:15h
Gleicher Parkplatz, 11:00h, drei Personen am Handy
13:00h, sechs Personen im Auto und tippend am Handy

Zwei Mal hab ich auf Grund bei mir etablierter Sicherheitsregeln deswegen Nachts den Standort gewechselt. Einmal hab ich angenommen, daß ich durch drei Personen, wartend im Auto, gerade aufgeklärt werde. Bei einer anderen Gelegenheit waren mir bis zu 5 stets unterschiedliche (!) Fahrzeuge pro Stunde – über einen längeren Zeitraum – suspekt. Die weit weg vom nächsten Dorf in einer völlig abgelegenen Sackgasse angebraust, gewendet und wieder unterwegs waren. Völlig hektisch. Wenn mir das einer erklären kann: bitte als Kommentar.

Naja, lieber einmal zu vorsichtig als einmal zu nachlässig. Stehen tue ich ja im Grunde überall gut.

Typisch für Italien ist es, eine bella figura zu machen. Die Italiener waren viel, viel manierlicher angezogen als ich in meinem praktischen Schlabberlook. Barfuss mit geflickten Sandalen und lila Spanngut als Gürtelersatz. Jeans mit absichtlichen Löchern drin sind mir in Italien eher selten begegnet. In der Fußgängerzone von Hannover zählt es dagegen zur üblichen Mode, mit zerrissenen Klamotten wie ein Unfallopfer herumzulaufen.

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