Island Askja, auf ein paar kernigen 4×4 Pisten zum Gletscher

Ich musste mir wirklich Mühe gegeben, bei der Fotoauswahl nicht zu viele graue Bilder hochzuladen. Die Askja Region im Hochland von Island ist fast vegetationslos, steinig, kalt, unwirtlich, fast menschleer und verlassen. Sehr ursprünglich und kaum erschlossen, die wenigen Pisten wurden gebaut, um Staudämme und Strommasten zu errichten.

In den ersten Tagen hatte ich da oben ziemlich schlechtes Wetter erwischt: regnerisch & stürmisch. Super, alles noch grauer, als ohnehin schon !

Die kernigen Pisten ziehen 4×4 Hochland Fans magisch an. Ich war auf der F88 und der F910 unterwegs, dazu kamen viele Abstecher.
Der Fluss Kreppa. Inzwischen finde ich an der Drohne immer mehr Gefallen: es erschliessen sich Blickwinkel, die mit einer Kamera oder einem Handy schlichtweg nicht möglich sind. Das Foto ist am Rand der F88 entstanden.
Lava Feld und Lava Sand konkurrieren um den knappen Platz. Dazwischen haben die Isländer eine enge Piste am Hang angelegt.
Oben, beim Gletscher, am Ende der F902. Der Truck und ein grüner 4×4 Touristenbus sind die einzigen Farbtupfer in der grauen, steinigen Landschaft. Die tief hängenden Wolken tun ein übriges. Dazu leichter Nieselregen. Hier oben soll irgendwo noch das Hochtemperaturgebiet Hveradalur sein, aber das hab ich nicht gefunden. Eine Eishöhle hab ich gefunden, diese war jedoch nicht begehbar.
Ich hab die Drohne den Gletscher rauf geschickt. Ein weiteres Beispiel für einen Blickwinkel, den man ohne diese Technik nicht hätte.
Das blau schimmernde Eis ist tausende Jahre alt. Ebenfalls eine Aufnahme von dem kleinen DJI Flugroboter. Es wäre absolut lebensgefährlich, hier oben in den Gletscherspalten herumzuklettern.
Werde ich bald nur noch Drohnen Aufnahmen machen ? Wahrscheinlich nicht, Aufnahmen mit einem Teleobjektiv oder der lichtstarken Handykamera ersetzt eine Drohne nicht. Die kreativen Möglichkeiten finde ich jedoch umwerfend. Plötzlich ergeben sich ganz neue Perspektiven.
Vorsichtig steuere ich den Truck durch die von Vulkanausbrüchen und Gletschern geformte Landschaft. Eigentlich sind das ja eher Jeep Pisten und für den Truck nicht geeignet, aber egal. Manchmal waren links und rechts nur ein paar Zentimeter, aber ich bin stets weiter gekommen.
Eine der Furten, als Abwechslung & Fingerübung zwischendurch. Die hier auf der F910 war nicht tief, hatte aber steinige Abschnitte und Rinnen. Macht der DAF natürlich alles, aber vorwitzigen City SUV kann sowas zum Verhängnis werden. Die Furt war zwischen 40 und 50 cm tief mit mässiger Strömung.
Nachtlager an der Ranger Station Drekagil am Öskjuvatn Kratersee, bei nicht gerade optimalen Wetterbedingungen.
Links: der Werkzeugkasten von meinem Stellplatz Nachbarn, der gerade dabei war, den Riemen seiner LiMa nachzuspannen. Rechts: der klimbim Werkzeugkoffer von Chris. Er: MAN LKW, 14 Tonner, gerade erst komplett neu aufgebaut und ausgebaut, Zustand fast wie neu. Die erste grosse Tour mit der ganzen Familie, nach Island. Mit zwei aufgeweckten Kindern. Ich: das wüste Sortiment vom Dauer Abenteurer. Die Sachen sind schon tausend Mal benutzt worden, erweitert, abgenutzt, verloren, ergänzt, verschenkt, verliehen, neu gekauft … was für ein chaotischer Anblick.

Mein Werkzeug Koffer geht inzwischen auseinander, aber er kann Geschichten erzählen. Lichtblick: ich hab auch ungewöhnliches Werkzeug dabei, was schon Mal für eine wichtige Reparatur gebraucht wurde und in den üblichen, brandneuen Werkzeugkoffern nicht enthalten ist. Unten rechts ist zum Beispiel eine 17mm Sechskant Nuss. Die braucht man zum nachfüllen oder wechseln vom Getriebeöl im Mittelgetriebe. Eine Ratsche mit 1/2 Zoll benötigt man im LKW ebenfalls. Mit einer 3/4 Zoll Umschaltknarre aus so einem vorsortierten Koffer kommt man bei einem Radwechsel nicht weit. Oder bei Muttern mit 1/2 Zoll.

Die Askja Region wäre bei Sonnenschein noch schöner gewesen. Die Isländer meinten dazu: 2022 ist einer der kältesten Sommer seit Jahrzehnten.
Abschnitte mit Lava Feldern sind in der Askja Region oft. Vorsichtig muss man sich zwischen den Lavaplatten hindurch schlängeln.
Eine vergleichbare Strecke, direkt vom Cockpit aus betrachtet. Der Unterschied zwischen Cockpit Sicht und Drohnen Perspektive fasziniert mich nach wie vor. Für mich neu, für alle anderen Blogger jahrelange Routine.
Jede Furt ist anders, man darf in Island nicht einfach drauf los fahren und sich auf die Technik verlassen. Bei der hier muss man einen leichten Bogen entlang der Markierungslinie fahren, dann kann gar nichts passieren. Etwas Orientierung, wo jetzt gleich die Ausfahrt kommt kann jedoch nicht schaden. Und nicht aufs Wasser gucken beim Fahren.
Auch das ist die Askja Region: ein warmer Wasserfall mit 38 Grad. Laugavallalaug abseits der F910. Heisse Quellen finden man dort überall, nicht alle sind (so wie diese) in den offiziellen Karten oder bei Google Maps eingezeichnet. Solche Spots hab ich extrem genossen. Im warmen Wasser liegen und an nichts bestimmtes denken. Perfekt. Auf die Idee hätte ich mit 25 kommen sollen ! Aber als alter Knacker im ex-Militär Truck ist es mit 50 trotzdem noch nicht zu spät. Für das süsse Nichtstun, mitten in Island, draussen in der Natur.
Unterwegs mit dem DAF T244, im Hochland von Island. Das ist ein Fahrzeug, was dich überall hin bringt.
Manchmal reicht es in der Nähe der heissen Quellen nicht zum baden, aber ein Bad für die Füsse ist immer drin ! Hier an einem kleinen, heissen Bach mit 40 Grad warmen Wasser.
Entdeckung am Wegesrand. Ein Pferdeschädel, der zusätzlich noch eine geheimnisvolle Rune eingeritzt hat. Spooky !

Auf der F909, vorbei am schlafenden Snaefell Vulkan direkt zum Vatnajökull Gletscher

Die F909 führt am lange erloschenen Snaefell Vulkan entlang, auf den man von einer Berghütte / Campingplatz aus auch hinauf klettern kann. An einem kleinen, verlassenen und sehr windigen Parkplatz endet die einfache Piste schliesslich. Zum Gletscher ist es dann nur noch ein kleiner Spaziergang.

Teile vom Gletscher haben altes Eis mit Asche Einschlüssen von früheren Vulkanausbrüchen. Ein spannender Kontrast.

Ungefährlich ist das nicht. Der Ausläufer vom Vatnajökull bildet hier zwar keine tiefen Spalten, aber Schmelzwasser verschwindet oben auf dem Eispanzer trotzdem in kleinen Abflüssen.

Unter denen kann ein ganzer See mit 2 Grad kaltem Wasser liegen. Eine eiskalte Falle.

Das Eis schmilzt. Der Gletscher zieht sich durch die von Menschen verursachte Klima Erwärmung jedes Jahr etwas zurück. Am Gletscherrand haben die Ranger entsprechende Markierungen aufgestellt.

Der Klimawandel ist hier mit Händen zu greifen und Realität. Die ganzen Idioten mit ihren Anti-Greta Aufklebern am Auto interessiert das natürlich nicht. Die leben weiter in ihrer Parallel Welt und bekommen jeden Tag ihren immer gleich schmeckenden Telegram Brei gefüttert.

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