Island mit Mia & Peer, ein paar Fehlschläge auf fetzigen Pisten

Island Reisende werden oft ermahnt, ja nicht „offroad“ zu fahren, womit das herumkurven abseits von Pisten oder gar auf empfindlichen Moos gemeint ist. Das Verbot stellt in Island überhaupt keine Einschränkung dar, denn tatsächlich sind die Freiheiten dort erstaunlich. Während bei uns in Deutschland jeder noch so kleine Waldweg für alle KFZ gesperrt ist, stellen die ganz offiziell befahrbaren Pisten im Hochland von Island härtestes offroad dar. Viele Hochland Tracks sind bis in den Sommer hinein wegen Schnee, Schmelzwasser und Matsch unbefahrbar und eine etwas flexible Reiseplanung ist unabdingbar.

Mit dem DAF T244 dort in den Bergen herumzukurven hat Vorteile und Nachteile. Nicht jede Strecke ist mit dem LKW machbar. Einmal ist uns eine starke Steigungen mit Sand und Geröll zum Verhängnis geworden: dort sind wir mit unseren 7,5 Tonnen einfach nicht hochgekommen. Ein viel leichterer Geländewagen überwindet so ein Hindernis. Schneefelder und der sehr leichte Vulkansand waren ein weiteres Hindernis, was wir nicht überwinden konnten.

Auf der anderen Seite hat so ein Militär LKW unfassbare Reserven bei steinigen Passagen. Furten passiert ein 7,5 Tonnen schwerer LKW ohne aufzuschwimmen und abzutreiben. Im Kerlingarfjöll hat ein Gebirgssturm mit gefühlten Windstärke 12 einige Geländewagen mit Dachzelt gezwungen, das Gebiet zu verlassen. Ich dagegen hab den schweren Truck einfach nur in den Wind gedreht. Schon hatten wir es zu dritt mit Dieselheizung, gemeinsam kochen und erneut Siedler spielen sehr gemütlich.

Der DAF hat als Reisefahrzeug mit seiner wohnlichen Kabine exzellente Langzeit Reisequalitäten, überzeugt aber gleichzeitig auf schwierigen Passagen im Gelände.

Wir hatten zwar eine super Zeit, aber nicht alles hat so geklappt wie geplant:

Auf dem Weg ins Laki Gebiet, Piste rechts von der F206

Das Laki Gebiet zu besuchen war ein Wunsch von Peer. Die meisten Besucher fahren dazu die F206, wir haben dagegen eine Piste rechts davon gewählt. Start ist etwa bei den Koordinaten 63.864, -17.809

Die ins Lava Gestein geschlagene Piste ist anfangs sehr gut gefahrbar und windet sich durch eine grünliche, bemooste Steinwüste. Das Ergebnis von gewaltigen Laki Ausbruch im Jahr 1783.
Unterwegs gibt es eine befestigte, prima Raststelle an einem kleinen Wasserfall.
Eine der etwas heftigeren Stellen, weiter oben. Hier haben wir angehalten, um gemeinsam ein paar Steine aus dem Weg zu räumen. Sehr holprig, aber wenn man links und rechts etwas acht gibt komplett unproblematisch.
Kurze Zeit später war dann für uns Schluss. Nach diesem Bach, durch den wir noch prima durchgekommen sind kam eine eine sehr steile Stelle mit grossen, losen Steinen. Das Foto zeigt die offizielle Piste ! Man kann sich in Island nie sicher sein, das gesetzte Ziel zu erreichen.
DAS war streng verboten: auf Eisbrücken herum turnen oder in Eishöhlen herumkrabbeln. Das Foto hat Peer von seiner Schwester Mia gemacht, nicht ich.

Für diesen Trip wäre es am besten gewesen, die F206 rauf nach Norden ins Laki Gebiet zu fahren. Dann bergab über die seitlich verlaufende Piste zurück auf die N1. Beim nächsten Mal !

Track zur Hrafntinnusker Eishöhle

Auch den haben wir nicht bis zum Ende geschafft. Ein großes Schneefeld verhinderte ein weiterkommen. Der Track zweigt von der F225 ab. Etwa bei 64.02, -19.24 leider hab ich die Abzweigung später nicht mehr in Google Maps gefunden.

Erkundung der gerade so zu erkennenden Piste, mit Peer. Weiter unten hatten uns ein paar Auswaschungen Probleme bereitet
Auf einem der Gipfel.
Ein unüberwindbares Schneefeld. Leider keine Eishöhle, aber trotzdem ein grandioser Blick über die Berglandschaft von Island. Den LKW hatten wir weiter hinten geparkt.
Die Blueberry Cave Lavahöhle

Ebenfalls ein Wunsch von Peer, der Parkplatz der Blueberry Cave Höhle ist bei 64.219, -20.993. Von der 365 zweigt bei 64.191, -20.922 eine kleine Schotterstrasse in die Richtung ab.

Die meisten Lavahöhlen lassen sich nur im Rahmen einer Führung besuchen. In die Blueberry Cave kann man (bislang) einfach so hinein krabbeln. Sie ist etwa 500 Meter lang, geschätzt, und endet bei einem Felssturz. Peer (offenbar ein angehender Höhlenforscher) ist bis ganz zum Schluss gekrabbelt. Ich hab etwa 400 Meter lang mitgehalten und Mia hat sich bereits kurz nach dem Einstieg wieder verabschiedet. Schon etwas gruselig, tief unter der Erde durch diesen Tunnel zu klettern.

Während ich auf Peer gewartet hab, habe ich das Licht der Taschenlampe ausgeschaltet. Dann sitzt man in absoluter, totaler Finsternis. Das einzige Geräusch ist der eigene Atem und ein gelegentlich fallender Wasserstropfen.

Wieder im Tageslicht ! Puuuh !
Fazit

Selbst bei den Touren, die wir nicht ganz bis zum Schluss durchgezogen haben sind tolle Erinnerungen und Fotos entstanden. Allerdings haben wir uns auf den heftigen Pisten die Lenkung etwas kaputt gefahren.

Notreparatur: eine Schraube von der Lenkstange abgerissen, die Werkstatt hat da erst mal provisorisch was drauf geflickt.

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