Island’s Vestmannaeyjar, die Westmänner Inseln

Die Westmänner Inseln liegen südlich der Küste von Island, jedoch nur die Hauptinsel Heimaey ist dauerhaft bewohnt. Heisse Quellen hat die Hauptinsel nicht, aber der letzte Vulkanausbruch liegt mit 1973 nicht lange zurück und hätte fast den Hafen verschüttet. Heute kann man auf dem Vulkankegel herumkraxeln – und auch so viele schöne Wanderungen auf der vulkanisch geprägten Insel machen.

Eine komplett elektrisch laufende Fähre setzt Passagiere, Autos und LKWs (wie den meinen) innerhalb von 45 Minuten über. Ich wurde als Camper eingestuft und hab für eine Fahrt 6000 Kronen (ca 44 Euro) bezahlt. Wer schnell seekrank wird sollte einen Blick rüber in meinen Blogeintrag über Mittel gegen Reisekrankheit & Co werfen. Die Fähre schaukelt leicht. Ich (super empfindlich) hatte vorher ne Pille eingeworfen. Damit + schön der Mitte vom Schiff bleiben + draussen an der Luft hinlegen … ging alles glatt.

Spaziergang am Rande vom Vulkan. Im Mai blühen blaue Lupinen, dort hinten am Horizont ist Island mit seinem Gletscher.
Der Boden besteht aus porösem Granulat vulkanischen Ursprungs.
Ich hatte ziemliches Glück mit dem Wetter ! Die Westmännerinseln führen die Tabelle der Gebiete mit den meisten Regentage in Island an. Abgesehen von den Wanderwegen (die man nicht verlassen sollte) gehören die Berge und die vorgelagerten Inseln allein den dort lebenden Vögeln. Der Wanderweg auf den Kamm ist steil, aber gut zu machen, wenn man trittsicher ist.
Ein paar echte Island Pferde. Das kann ich behaupten, obwohl ich gar kein Spezialist für Pferde bin. Island verbietet den Import von Pferden, daher sind alle Pferde reinrassig. Ein Pferd, was Island einmal verlassen hat darf nie wieder zurück.
Ein etwas misstrauischer dreinblickender Widder, am Wegesrand …
Eins meiner Lieblingsbilder. Die eingefangene Dynamik der herumwuselnden, windzerzausten und sofort auf allem herumkletternden bunten Reisegruppe ist unglaublich. Dazu auch noch der türkise, mit „Gudmundur Tyrfinsson“ beschriftete 70er Jahre Mercedes Bus, besser hätte es nicht passieren können.
Vulkanbesteigung vom Eldfell. Der Einfluss von Reisegruppen ist unübersehbar. Beim Campingplatz, den ich zur Übernachtung ausgewählt hatte sind im Takt von 30 Minuten Reisebusse vorgefahren. Die Insassen haben dort jeweils zwei nachgebaute, mit Grassoden bedeckte Wikinger Häuser fotografiert. Raus, rumlaufen, Foto, wieder rein und weiter. Vor den Westmännerinseln liegen regelmäßig Kreuzfahrtschiffe, deren Passagiere mit Tender Schiffen nach Heimaey übergesetzt werden. Dann heisst es hinein in den Reisebus und auf zu Wikingerhaus, Puffin Kolonie, Vulkanspitze und Vulkanmuseum. Eigentlich müßten die alle fast identische Bilder auf dem Handy haben. Wofür unter anderem die armen Puffins den ganzen Vormittag lang herumgescheucht wurden. Das müßte man wirklich mal wissenschaftlich auswerten.
Mein bisher einziges, gutes Papageientaucher Bild. Ich bin auf dem Weg geblieben und hatte ein 200mm Objektiv dabei. Vor allem auf den vorgelagerten, unbewohnten Inseln sind viele Kolonien dieser putzigen Tiere. Tja, also besser hab ich es nicht hinbekommen. Leider gibt es im Herbst, wenn die Touristen weg sind, neben der Jagd auf Wale auch eine Jagd auf Puffins. Viele landen im Kochtopf. Eine Tatsache, welche die Tourismusindustrie in Island gerne verschweigt.
Ganz in Süden der Insel ist ein richtig schöner Sandstrand, mit feinem, schwarzen Lava Sand. Ich war dort mehrmals. Die Bucht ist windstill gelegen und die Sonne wärmt den Sand angenehm. Ideal, um dort in einer Strandmuschel ein paar entspannte Stunden zu verbringen. Gelegentlich waren ein paar Einheimische dort, für Busse ist der kleine Parkplatz jedoch nicht geeignet.
Am Rand des Wassers rostet eine alte Winde malerisch vor sich hin.
Spaziergang am östlichen Rand der Insel, erneut hält mich der Anblick von Island mit seinem Gletscher gefangen.
Ich hab nicht rausgefunden, wie man auf eine der vorgelagerten Inseln hingelangt oder dort gar ein Haus errichtet. Sieht total steil und von See nicht einnehmbar aus. Auch die Bewohner der Westermänner konnten es mir nicht verraten.

Island ist ein Traumziel für viele Touristen. Ich bin da keine Ausnahme. Aber warum muss es so laufen, wie es zur Zeit läuft ? Die Leute werden irgendwo hingekarrt, dort wird dann irgendwas bestiegen. Und fotografiert. Ende des Ausflugs. Alle haben in etwa das gleiche Foto gemacht, um es bei Instagram, Facebook, Whatsapp und so weiter zu liken.

Also, wie gut das klappt weiss ich natürlich nicht, aber ich hab mir für die Zukunft vorgenommen möglichst Bilder zu machen und Eindrücke zu sammeln, auf die man nicht sofort kommt.

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