Umbau / Erweiterung der Kabine (Teil 3)

Zwischenzeitlich gab es das eine oder andere Update in der Kabine. Die 12 Euro eBay Wasserpumpe mit Fuss Schalter hat nicht lang gehalten, am Ende des Norwegen Urlaubs war es vorbei mit der Förderleistung.

Das Billigding inzwischen einer „richtigen“ Druckwasserpumpe gewichen mit Wasserfilter davor. Kein Fuss Schalter mehr, der versehentlich auslößt weil irgend was umkippt und drauf fällt = die Pumpe springt an, wenn man den Wasserhahn öffnet. Wasser wie zu Hause !

Nachteil: ist ziemlich laut und vibriert und die Pumpleistung ist viel zu hoch. Im Grunde ist sie drei Nummern überdimensioniert, konzipiert ist sie eigentlich für Boote und könnte glatt zwei Waschbecken und eine Dusche versorgen. Was ich wiederum gut finde: jetzt es ist alles mit Steckverbindern, daher leicht zu tauschen und den Vorfilter kann man einfach so aufdrehen und reinigen. Die hohe Förderleistung wurde mit einem Reduzierstück gezähmt.

Aber es wäre besser gewesen, die doch recht laute Pumpe (PAR-MAX 1.9) nicht direkt in der Kabine zu verbauen. Gekauft wurde die Pumpe bei marineersatzteile.com – der Besitzer ist kompetent und hilfsbereit, die Preise sind okay.

Wer billig kauft, kauft 2x. Dabei war ich anfangs richtig stolz auf meine Pumpenbastelei. Als Adapter zwischen Pumpe und Tank Stutzen wurde eine ausgediente Kühlwasserleitung von einem geschlachteten VW genutzt.

Über den Winter hinweg bin ich ausserdem Opfer einer Algenpest geworden, die sich trotz fehlender Nährstoffe, Wärme und Licht im Wassertank breit gemacht hat. Im Tank war ein potentiell ungesunder, schwarzer Schmierfilm. Abhilfe war: 1) gründlich alles rausspülen 2) mit warmen Wasser füllen und über Nacht Tabletten vom Geschirrspüler einwirken lassen 3) Nächste Nacht mit DanKlorix chloren. Den Wassertank kann man bei mir einfach so rausnehmen, wenn er leer ist.

Dann wurde noch eine kleine Wasseraufbereitung nachgerüstet. Die besteht aus exakt der gleichen Pumpe, die schon bei der verbesserten Wasserversorgung zum Einsatz gekommen ist.

Die Pumpe links drückt das angesaugte Wasser durch den Katadyn Keramik Filter in den Tank. Geplant ist noch, einen Aktivkohle Filter einzubauen. Anstatt den Tank zu befüllen, kann man auch einfach eine Düse aufstecken und flexible Tanks befüllen. Die Schläuche und das Gardenia System wurde im Baumarkt gekauft.

Nächtliche Betankungsaktion. Für etwa 50 Liter Wasser braucht die Filter Anlage etwa eine Stunde. Das ist nicht besonders fix, aber so lange dauert es, das Wasser sauber zu filtern. Der Eimer wird gerade mit dem Gartenschlauch befüllt, von da saugt die Wasserpumpe es hoch zum Filter.

Für die Wasserfilterung hab ich viel zu viel Geld ausgegeben. Bei mir waren es 280,- Euro, wobei ich zu spät bemerkt hab, daß der Keramik Filter selber nur rund 80,- Euro kostet. Also hab ich locker 200,- Euro für die (sicherlich sehr gute) Wandhalterung mit Aufnahme der Patrone ausgegeben. Ich hab den Fehler gemacht, dem Händler einfach zu vertrauen und nicht genau nachzurechnen. Caravaning und alles rund ums Vanlife ist zur Zeit total angesagt, die Ausrüstungshändler lassen sich ihr Zubehör regelrecht vergolden.

Welcher renommierte und in diversen Blog Ausrüstungslisten auftauchende Händler das war schreib ich daher jetzt nicht – und die Werbung in Form einer WWW Adresse hab ich (vor dem Foto) ebenfalls von der Halterung gekratzt. Mich ärgert das schon, allein vom Verkauf von 5 bis 6 solcher Halterungen an Deppen wir mich kann man bereits sehr komfortabel leben. Dazu kommt noch, daß speziell dieser Händler mit etwa 10 Tagen am längsten für die Lieferung gebraucht hat. Also wird es wahrscheinlich noch nicht einmal hier gefertigt.

Aber genug davon.

In Notfällen, die ich mir aber gerade nicht vorstellen kann, wäre das tatsächlich eine kleine Wasseraufbereitung, die im Dauerbetrieb Wasser ansaugen, reinigen und in Handkanister abgeben könnte. Der Hersteller verspricht (vollmundige) 50.000 Liter mit eine Patrone. Die Reinigung ist einfach: aufdrehen und die Keramikporen vorsichtig abschmirgeln.

Es ist absichtlich alles so aufgebaut, daß man es jederzeit ganz einfach zur Reinigung oder Reperatur zerlegen kann. Wer schon Mal in einem U-Boot herumgeklettert ist, weiss, was ich meine. Vom durchsichtigen Schlau (anfällig für Algenwachstum) hab ich daher auch zwei Meter als Ersatz dabei, wiegt ja nix.

Auf dem Bild weiter oben ist ein leuchtender Schalter zu sehen, der anzeigt, ob die Pumpe mit Strom versorgt wird oder nicht. Das ist ein ganz normaler, Spritzwasser geschützter Schalter mit Beleuchtung aus dem Baumarkt, Kostenpunkt ca 10 Euro, der von 230 Volt auf 24 Volt umgebaut wurde. Ich stell daher ein paar Fotos ein, um den Umbau des Schalters zu beschreiben:


In so einem Schalter steckt eine Glimmlampe drin, die mit einem hohen Vorwiderstand direkt an 230 Volt Wechselspannung angeschlossen ist – sie bringt die kleine rote Anzeige zum leuchten.
Die Glimmlampe wurde gegen eine LED ausgetauscht, wobei ich eine weisse LED aus der Beleuchtung von einem LCD Bildschirm genommen hab. Geknackte LCD Bildschirme hab ich ohne Ende aus dem laufenden Reparatur Betrieb, den LED Streifen daraus heb ich immer auf. Die weissen LEDs haben eine Betriebsspannung von etwa 3 Volt Gleichspannung. Um sie mit 24 Volt zu betreiben, muss man einen kleinen 1500 Ohm Widerstand davor löten. Zu beachten ist, daß die LED Beleuchtung im Gegensatz zur Glimmlampe dann plus / minus hat. Verpolen schadet ihr aber nicht, sie leuchtet falsch herum angeschlossen ganz einfach nicht.


Der Schalter ist wie folgt verdrahtet: rot schaltet entweder auf den einen oder auf den anderen schwarzen, je nach dem, wie die Wippe steht. Die Lampe hängt an einem der beiden schwarzen und an dem blauen Kontakt. Die Pumpe wird auf 1x schwarz und blau geklemmt. Die LED muss (wie die Pumpe auch) richtig herum gepolt eingebaut werden – oder man fummelt beim Anschließen etwas herum und probiert aus, wie herum angeschlossen sie leuchtet. Dem Verbraucher ist es egal, ob man Strom oder Masse ein oder aus schaltet.
Bei der 230 Volt Wechselspannung Glimmlampe kann man Phase und Masse vertauschen, sie leuchtet immer. Die LED läuft auf Gleichspannung mit dem Widerstand, sie hat daher plus 24 Volt und Masse. Sie leuchtet nur, wenn die 24 Volt / Masse richtig herum angeschlossen sind. 50% Wahrscheinlichkeit, daß es im ersten Versuch klappt.

Im Bild oben leuchtet der Schalter bereits mit 24 Volt Gleichspannung, diese wird von den zwei Blei Batterien im Hintergrund geliefert. Wenn der Schalter leuchtet, hat die Pumpe Spannung. Wenn man den zweiten Ausgang verwendet, könnte man den Schalter auch gut als Lichtschalter verwende. Licht an = rote Lampe ist aus. Licht aus = rote Lampe leuchtet als Nacht / Notbeleuchtung, damit man den Schalter findet. Daher genau umgekehrt wie bei der Wasserpumpe.

Je simpler die Technik, um so vielseitiger die Einsatzmöglichkeiten als universeller Baustein.