LKW Maut auf der Balkanroute – Iran Deutschland / 4 Länder über das schwarze Meer

Balkanroute reloaded, diesmal mit Betrachtung zur LKW Maut auf dem Rückweg vom Iran nach Deutschland

Auf der Rückreise hab ich eine etwas andere Route gewählt. Diesmal sollte es mit einer Fähre über das schwarze Meer gehen, um weniger Zeit hinter dem Steuer zu verbringen. So schneidet man die Türkei, Rumänien und Bulgarien ab. Anstatt über die LKW Maut zu schreiben gibt es aber mehr über die Schwierigkeiten an den jeweiligen Grenzen zu berichten.

Iran

Mein Plan war, so viel iranischen Diesel als Souvenir mitzunehmen, wie möglich. Dafür wurden 15 Kanister in sehr schlechter Plastik Qualität gekauft, Stückpreis umgerechnet dafür aber weniger als 1 Euro, gut für jeweils 20 Liter. Die Kleckerdinger konnte man nur aufrecht transportieren, ich hab sie sorgfältig festgezurrt.

Dazu kann ich berichten, daß das auffüllen von Kanistern an der Tankstelle im Iran nicht gern gesehen wird. Beim befüllen von mehr als einem Reservekanister wird vermutet, daß man diesen – so wie er ist – verkaufen möchte. Eine Vermutung, die anhand des sehr günstigen Preises für Diesel (mit 5 – 10 cent pro Liter praktisch geschenkt) tatsächlich nahe liegt. Aber mir ging es ja darum, gratis nach Hause zu kommen oder wenigstens möglichst weit, ohne eine Tankstelle aufsuchen zu müssen. Ich hab daher mit Hilfe eines kooperativen Tankwarts voll getankt und dann etwas abseits mit Hilfe einer billigen 12 Volt Ölabsaugpumpe in die Kanister umgefüllt. Um dann an der nächsten Tanke erneut zu tanken.

Zusammen mit dem 300 Liter Haupttank, den Reservekanistern und noch ein paar weiteren Behältnissen müßten es bei der Ausreise knapp 700 Liter gewesen sein. Zum Glück wurde das nicht weiter beanstandet. Faustregel im Iran ist: man darf so viel Liter als Reserve mitführen, wie man Kapazität im Haupttank hat. Verlassen würde ich mich nicht darauf. Aber der Iran ist wirklich unglaublich nett zu den Touristen, ich wurde nur flüchtig kontrolliert.

Eine der letzten, overlander freundlichen Tankstelle vor der Grenze ist hier:

39.27322 / 44.6275064

Ganz schlaue lassen sich im Iran einen Tank anfertigen. Das ist sehr günstig und erweitern die Tankkapazität des Trucks ohne umpumpen.

Ich bin über Bazargan ausgereist. Dabei ist es mir nicht gelungen, die bürokratischen Prozesse dort zu dokoumentieren. Ganz grob wird das eVisa eingesammelt, der Passport nur kontrolliert, aber nicht gestempelt und das Carnet de passage ausgefüllt und abgestempelt. Dazu werden jede Menge iranischer Dokumente / Laufzettel erstellt, unterschrieben, abgestempelt und von einem zum nächsten gereicht – die sehr netten Beamten dort sagen einem aber höflich, in welche Richtung und an welchen Tisch man damit muss. Es geht sehr gut ohne Guide. Nachdem ich in dem Durcheinander und Gerenne tatsächlich zum Schluss etwas Schwierigkeiten hatte, mein Fahrzeug wieder zu finden, war ich mit dem gehamsterten iranischen Diesel unkontrolliert und glücklich in der Türkei.

Günstiger Diesel und eine LKW Maut hat der Iran nicht. Traumhaft !

Türkei

Die Einreise war unproblematisch und nach einer flüchtigen Kontolle rasch erledigt.

Auf der Strecke von der iranischen Grenze nach Batumi in Georgien gibt es keine Maut Autobahn, obwohl manche Strecken mit KGM gekennzeichnet sind. Die Strasse über Igdir, Kars und Artvin ist sehr gut ausgebaut. Zwischendurch führt die Strecke einen längeren Abschnitt sehr kurvig durch ein Gebirge. Dort sind Kühe, Wiesen, Nadelwald und Ferienhäuser und man glaubt, sich in den Schwarzwald verfahren zu haben.

Unterwegs als LKW sollte man zwei halbe Tage einplanen. Die Türkei ist dort ein sehr angenehmes und sicheres Reiseland.

Georgien

Georgien hat zwar keine LKW Maut, aber dafür eine Zwangsversicherung. Diese kann bei Banken und diversen Bezahlstationen und per Internet abgeschlossen werden. Ich wußte das nicht, gesagt wird es einem bei der Einreise auch nicht. Ich war daher ohne unterwegs, was noch zu einigem Ärger führen sollte. Aber zunächst sollte die Autobahn gegen einen Platz auf einem Schiff eingetauscht werden.

Die Fähre für die Weiterfahrt auf dem schwarzen Meer wird von UKferry in Batumi betrieben, wobei UK für Ukraine steht und nicht für United Kingdom.

Webseite: ukferry.com

Adresse der Ticket Agentur in Batumi: 32 Gogebashvili Street. (Hauptstrasse S2 bis zum Hafen fahren, dort sind links am Wasser Parkplätze)

Die Agentur ist unzuverlässig. E-Mail anfragen werden nicht beantwortet. Am Tag zuvor hatte mir daher eine Freundin geholfen und per Whatsapp (!) mit einem der Mitarbeiter (Alexander) gechatet. Rückmeldung: genug Plätze, Fahrzeugdaten erfaßt und die Reservierung ist bestätigt. Ich sollte einfach nur vorbeikommen. Das alles schriftlich ! Als ich dann in der Agentur stand hieß es zu meiner Überraschung: sie sind zu spät, das Schiff ist voll, die Papiere können nicht mehr zur Polizei. Es gibt kein Ticket. Was offensichtlich gelogen war. Mir war unbegreiflich, warum die das mit mir machen.

Hinten rechts die unfreundliche Frau, die mir zwei Stunden lang kein Ticket verkaufen wollte, im leeren Office. Irgendwann kamen ihre Kollegen und dann haben sie es sich doch noch mal überlegt.

Nach fast 2 Stunden diskutieren wurde mir dann am Nachmittag ein Ticket für das Schiff verkauft, welches Nachts um 1 ablegen sollte und (wie sich zeigen sollte) nicht Mal zur Hälfte belegt war. Ich hab 700 Dollar für den LKW und 150 Dollar für die Kabine bezahlt. Direkt um die Ecke der Agentur sind Wechselstuben, ich hab daraufhin 755 Euro gegen 2300 Lari getauscht und schlußendlich mit einem blöden Gefühl im Bauch bar in der Agentur für die Überfahrt bezahlt.

Meiner Meinung nach rechnet sich das, da ich allein in der Türkei auf jeden Fall 2x getankt hätte und das wären auch schon 600 Euro gewesen.

Das weitere Vorgehen ist dann beim PKW / LKW wie folgt: Im Hafen (Batumi Port) für das Fahrzeug ein Hafenticket besorgen, das Büro ist rechts unten in dem schwarzen Glasturm bei 41.646101 / 41.651110

Das Hafenbüro im Glasturm, dort gibt es für LKW / PKW Besitzer den Hafen Passierschein
Praktisch durchgehend geöffnet

Damit kann man mit seinem Fahrzeug in den Hafen einfahren. Links vom Schiff, UKferry betreibt die Kaunas, die Vilnius und die Greifswald, ist dann eine Polizei Station. Diese stempelt den Pass für die Ausreise ab und überprüft, ob man die Versicherung bezahlt hat. Was in meinem Fall zu den nächsten Problemen führte, da ich ja keine hatte und Wechselstuben / Banken, um die fällige Strafe in Lari zu bezahlen, abends um 21:00h zu hatten. Also erneute Diskussionen mit den Beamten die sichtlich erfreut waren, daß ihnen mal wieder ein dämlicher Tourist auf den Leim gegangen war.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich von Georgien die Schnauze gestrichen voll und ich war noch viel weniger bereit, eine Strafe zu bezahlen. Ich war exakt 20 Minuten von der türkischen Grenze nach Batumi unterwegs gewesen und nochmal 10 Minuten vom City
Parkplatz zum Hafen. Die fragwürdige georgische „Versicherung“ mit unbekannter Leistung ist daher eine versteckte LKW Maut / Abzocke und mir ist völlig unverständlich, warum man diese nicht einfach so benennt. Inzwischen weiß ich, daß das abziehen von Touristen in Georgien Methode hat. Ständig werden künstlich Hindernisse geschaffen wie das überraschend gestrichene Ticket oder die Aktion in der Polizeistation. Das alles hat nur ein Ziel: mit einer kleinen Bestechung geht es dann überraschend doch. Oder man diskutiert ewig mit seinem schlechtem Englisch herum, bis das Gegenüber keine Lust mehr hat.

Ich war jedenfalls heilfroh, nach noch viel mehr Diskussionen endlich doch noch auf das Schiff zu gelangen. Das Strafticket sollte ich dann später (oder gar nicht) bezahlen. Auf dem Schiff bin ich dann über irgend welche Ketten, Eisenhaken und Laschmaterialien hinweg einfach so die die Rampe hoch gebrettert, was die Crew (verständlicherweise) nicht okay fand. Aber das passiert, wenn Typen mit schweren ex-Militär LKWs, denen das nichts aus macht, keinen Bock mehr haben, länger als notwendig im Hafen eines solchen Kacklandes herumzukäfern.

Und das hab ich den Leuten dort auch genau so erklärt.

Sieht das hier vielleicht wie ein ausgebuchtes Schiff aus … ? Im Deck darunter war auch noch Platz. Ich durfte wegen der Solarzellen aufs Oberdeck.

Jedenfalls wurde ich nach 8 traumhaften Wochen Iran, umgeben von durchweg fürsorglichen und liebevollen Menschen, in weniger als 8 Stunden Georgien an die Tatsache erinnert, daß ich zurück in der Welt der korrupten Arschlöcher war.

Auf der Fähre ist dann die Zeit in der Ukraine die Boardzeit. Bezahlt wird mit den ukrainischen Dollars. Kleine Mengen Euro kann man an der Rezeption tauschen, dort wird einem auch ein Zimmer zugeteilt. Man teilt sich das Zimmer mit einer weiteren Person. Gegen 100 Dollar Aufpreis bekommt man ein Einzelzimmer, wofür ich mich nach dem ganzen Stress dann entschieden habe. Ich wollte einfach meine Ruhe haben. Die Verpflegung (man muß pünktlich im Restaurant erscheinen) habe ich als erstaunlich gut in Erinnerung. Die Zimmer sind okay und mit Dusche & WC.

War für mich sehr lecker. Borscht Suppe, Brot, Hähnchen mit Nudeln und Salatbeilage als Mittagessen. Einmal gabs leider Leber, das war bei allen nicht so beliebt.
Abendbrot: Hähnchen mit Bratkartoffeln und sehr lecker angemachten Möhren, dazu ein frischer, griechischer Salat
Frühstück, bestehend aus Rührei mit Wurst und Tee. Das liegt deutlich über Toastbrot & einem Napf Fertigmarmelade.

Ein paar Mal am Tag hat man Gelegenheit, runter zu seinem Fahrzeug zu gelangen. Manche der Reisenden können etwas Englisch, ich hab die mehrheitlich ukrainischen Trucker alle als sehr nett und kumpelhaft kennen gelernt. Auf der „Kaunas“ gibt es ausserhalb der Restaurant Zeiten ein kleines Cafe an Board – und auf dem Meer kann man Delfine beobachten.

Ich würde für die nächste Reise ein Fernglas mitnehmen + einen eBook Reader.

Ukraine

Die Ukraine hat keine LKW Maut, aber dafür schlechte Strassen. Nachdem ich von mehreren Truckern vor der E50 gewarnt worden war, hab ich mich dazu entschlossen, Richtung Polen einen Umweg über Kiew zu nehmen. Das sind rund 200 km mehr,
aber die E40 ist modern ausgebaut.

Aber zunächst muss man die extrem mit bürokratischem Schwachsinn belastete Einreise in Chornomosk / Odessa hinter sich bringen.

Das Vorgehen ist im groben wie folgt: Zunächst kommen ein paar Beamte auf das Schiff und prüfen den Passport, dieser bekommt einen kleinen Zettel. Im ersten Abfertigungsgebäude direkt gegenüber dem Schiff wird eine Kopie vom Pass und den
Fahrzeugpapieren gemacht, ausserdem werden 6 etwas größere Zettel als der ganz kleine angelegt. Mit den 6 Zetteln tigert man dann zwischen dem ersten Abfertigungsgebäude am Anleger und dem zweiten Abfertigungsgebäude (46.3471249 / 30.6482613) hin und her. Hinter jeder Tür unterschreiben ein Beamter (Polizei, Heimatschutzbehörde, Hafenbehörde, Behörde zur Wahrung der Bürokratie) einen der Zettel, stempelt was dazu oder tut einen der mitgebrachten Zettel einfach in die Ablage. Zum Schluss ist einer übring und mit dem kann man dann an der Schranke (dort wird nochmal unterschrieben und gestempelt und der LKW innen kontrolliert) rausfahren.

Was bei uns in Deutschland ein Beamter eventuell noch mit einer Rohrpostanlage in 15 Minuten erledigen würde, beschäftigt in der Ukraine 15 Leute und die ganzen Zettel fasst garantiert nie wieder jemand an. Ich hab dann leider den Fehler gemacht freudig über den Iran zu berichten, woraufhin die Drogenpolizei kam, um den Truck mit einem Drogenhund zu untersuchen. Natürlich negativ, daraufhin haben die Beamten so lange gesucht, bis sie was gefunden haben und das waren in meinem Fall eine nicht angebrochene Packung Diazepam und eine Packung Tramadol. Bei uns legal, wird zur Muskelentspannung beim Hexenschuss eingesetzt – ist aber in der Ukraine verboten.

Anstatt zu sagen: okay, das ist eine Packung Benzodiazepam offenbar für den Privatgebrauch, nicht 30 für den ukrainischen Schwarzmarkt, suchen wir lieber nach einem dicken Fisch – wurde ein Bericht geschrieben. Und spektakuläre, gestellte Fotos gemacht: der Beamte greift in die Medikamentenbox und zieht zwei Packungen illegaler Medikamente hervor. Und nebenbei gesagt der Drogenhund wieder aus dem LKW ausgeladen, ohne z.B. das Führerhaus zu kontrollieren. Der Bericht: vier Seiten lang auf russisch. Für meine englische Erklärung der Sache wurde ein Übersetzer ins Russische bemüht. Ich hab mich dann allerdings geweigert, irgend welche Dokumente zu unterschreiben, die russisch sind und die ich nicht verstehen kann. Das gab dann ein ziemliches hin und her mit Extrem Diskussionen und leichter Einschüchterung, aber ich bin stur geblieben. Daraufhin wurden alle Dokumente nochmal geändert und von jeweils zwei Beamten unterschrieben anstatt mir. Ich hab umgerechnet 12 Euro Strafe bezahlt, wofür ich vom Drogenbüro extra mit einem Auto zum Zahlhäuschen im Abfertigungegebäude II gefahren wurde. Zwischendurch hab ich einen der unbewachten Computer im Drogenbüro ungefragt für Recherchen verwendet und schon Mal den restlichen Aufenthalt in der Ukraine vorgeplant. Ausserdem hab ich die Notfall Telefonnummer der Deutschen Botschaft in Kiew in Erfahrung gebracht ( +38-050-355-82-85). Zum Schluss gabs Kaffee und wir haben uns Urlaubsbilder gezeigt, ausserdem durfte ich (nach mehrmals insistierendem Fragen) mit meinem Handy für Whatsapp ins Behörden WLAN.

Das Büro der Drogenpolizei, hier sollte ich meine ersten Stunden in der Ukraine verbringen.
Mit dem Strafticket auf dem Weg zur Zahlstelle. Die undeklarierten und in der Ukraine illegalen Medikamente sollten mich umgerechnet 12 Euro kosten. Die Taxifahrt im Privatwagen einer der Drogenfahnder war gratis.
Die weitere Urlaubsplanung für die Ukraine an einem der ungenutzten Computer dort. Das von mir angebotene, iranische Pfirsich Bier wurde verschmäht. Auf dem Tisch stand selbst gebrannter Wodka in einer Wasserflasche. Eigentlich ganz nett die Leute dort, aber ich hab mich auch nicht einschüchtern lassen.

Insgesamt hat die Einreise damit über 8 Stunden gedauert. Falls es einen Gott für Bürokratie und Mismanagement gibt: dem wird in der Ukraine eine reiche Ernte zu Füßen gelegt.

Und die Autobahnen sind wirklich schlecht, teilweise wie hastig geteerte Feldwege oder wie die Strassen in der DDR kurz nach der Wende.

Polen

Die Einreise nach Polen erwieß sich mit dem zum Wohnmobil ausgebauten LKW als problematisch. So wurde ich von der PKW Spur ganz nach vorne in die LKW Spur verfrachtet, was sehr kulant von den Grenzbeamten war. Zuvor hatte ich den Leuten dort beim rangieren aber auch eine kleine Schaltbox kaputt gefahren, da die PKWs dort teilweise mit Schikanen auf Zickzack Kurs geschickt werden. Als LKW wird man gewogen, mein leichtes Übergewicht (8,2 Tonnen) ging aber durch, vielleicht weil der T244 auf den Papieren Mal ein 10 Tonner war.

Ausserdem wird in Polen sehr darauf geachtet, wie viel Treibstoff man dabei hat. Es steht nirgendwo, aber als PKW darf man nur 10 Liter Reserve dabei haben und als LKW Fahrer nicht mehr als insgesamt 600 Liter. Dieses Limit hab ich bei den wartenden Truckern in Erfahrung gebracht, die alle jeweils ihren Tank zur Sichtkontrolle aufgeschraubt hatten. Ich hatte zwar volle Kanister dabei, ohne Ende, aber die Grenzer haben es gut sein lassen. Vermutlich weil ich unter diesem 600 Liter Limit war und sowieso schon genug Chaos und Schaden angerichtet hatte. Mir waren ja auch die Abläufe nicht klar: wann muss man vorfahren, wohin, zu welchem Beamten muss man dann. Die Grenzer dort waren cool / nett, die weiblichen Beamten ruppig und unfreundlich. Eine Erfahrung, die ich in Serbien auch schon gemacht hatte.

Mein Rat für das nächste Mal: die Bus Spur nutzen.

Polen hat eine perfekt ausgebaute Autobahn, wenn man schnell reisen möchte.

Die Maut wird mit der viatoll Box erhoben, die ab 3,5 Tonnen Pflicht ist. Problem: die kann man nicht einfach so an oder kurz hinter der Grenze kaufen oder mieten. Auf der sehr gut ausgebauten A4 von der Ukraine nach Deutschland hatte erst 150 km vor der Grenze zu Deutschland (!) eine der Tankstellen so eine Box. Davor wurde ich von einer Raststelle zur nächsten geschickt und auch die an einer Raststelle konsultierte Autobahnpolizei wusste keinen Rat. Weder die Ketten Lotos noch Orlan, welche die Raststätten und Tankstellen betreiben beschäftigt sich zur Zeit (Juni 2019) damit, so etwas anzubieten.

Ich war auf der A4 daher ohne Box unterwegs und warte nun auf den Strafzettel. 2x hab ich jeweils 10 Zloty an einer Bezahlstation in bar bezahlt, was mir sehr wenig erscheint und 1x hab ich eine Karte mit Magnetstreifen gezogen. Das schien aber auch verkehrt gewesen zu sein, da die Frau bei der Ausfahrt hunderte Kilometer später nur den Kopf geschüttelt und die Karte nur eingesammelt hat, ohne daß ich etwas bezahlen mußte. Schranke auf und go.

War komplett falsch. Neben der nicht erhältlichen viatoll Box gabs auf der Strecke drei weitere Bezahlstationen mit unterschiedlichen Systemen.

Was man da machen kann, weiss ich ehrlich gesagt auch nicht.

Eine der Maut Stationen …

Jedenfalls ist die Grenze von Polen nach Deutschland (wie man es in der EU erwarten kann) dann offen – und der iranische Diesel hat bis nach Hause gereicht. Die Fähre mußte ich natürlich bezahlen, aber ansonsten waren die Betriebskosten für die Rückreise praktisch Null.

Eine sehr gute Übernachtungsmöglichkeit (auch für mehr als einen Tag) in der Nähe von Dresden ist hier:

51.1202184 / 13.5644915 Badesee in der Nähe von Coswig, der Besucherparkplatz und die Dusche waren umsonst.

Erstaunlicherweise haben die als Diktatur gebrandmarkten Länder Iran und Türkei (zusammen mit Polen) die besten Strassen und den mit Abstand geringsten Stress an der Grenze.